Die Verbund AG ist einer der größten Ökostrom-Lieferanten in Europa. Das Unternehmen betreibt 124 Wasserkraftwerke und verkauft seinen Ökostrom auch an deutsche Anbieter. Auch LichtBlick bezieht Ökostrom bei der Verbund AG, und zwar aus dem Wasserkraftwerk Freudenau bei Wien. Gemeinsam mit anderen Ökostrom-Anbietern hatte LichtBlick die Verbund AG am 20. November in einem offenen Brief aufgefordert, aus einem geplanten Kohlekraftwerksprojekt in der Türkei auszusteigen. Wir haben auch erwogen, andernfalls die Lieferbeziehungen abzubrechen. Vor wenigen Tagen gab die Verbund AG nun offiziell den Ausstieg aus dem türkischen Kohlekraftwerksprojekt bekannt. Ein Schritt, den wir ausdrücklich begrüßen.

Stromkunden in Deutschland bekommen derzeit Post von Ihren Versorgern. Flächendeckend erhöhen die Energieanbieter die Preise – auch LichtBlick hat seine Kunden letzte Woche über die neuen Tarife informiert. Seit Monaten sind die Energiekosten ein Top-Thema in den Medien. Nicht wenige geben der Energiewende und den Ökostrom-Subventionen die „Schuld“ an den steigenden Preisen – und stricken am „Märchen vom teuren Ökostrom“ , wie die Süddeutsche Zeitung kürzlich schrieb. Doch ein nüchterner Blick auf die Realität zeigt eine ganz anderes Bild: Kohle- und Atom sind nicht nur teurer als grüne Energie, sondern werden auch massiv subventioniert.

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Trotz der Abschaltung von acht Atomkraftwerken wird in Deutschland zu viel Energie
 produziert. In den ersten neun Monaten des Jahres 2012 erzeugten die deutschen  Braunkohlekraftwerke laut einem gestern in der Taz erschienenen Artikel (Redakteur Bernward Janzing) allein 117 Milliarden Kilowattstunden Strom. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 6,4 Prozent. Die Stromerzeugung aus Steinkohle stieg im gleichen Zeitraum um 6,3 Prozent auf 85,6 Milliarden Kilowattstunden.

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Gero Lücking antwortet regelmäßig auf Fragen unseres Medienpartners klimaretter.info

Klimaretter: Herr Lücking, Bundesumweltminister Peter Altmaier lädt für Ende August zum Energiegipfel ins Kanzleramt. Kernthema sollen die steigenden Strompreise sein. Wie unsozial ist die Energiewende?

Gero Lücking: Es wird nichts Neues bei dem Treffen rauskommen. Die Industrie wird wieder auf bezahlbare Strompreise drängen und auf die von ihr durchgesetzten Befreiungen bei Netzentgelten, Stromsteuer und der EEG-Umlage bestehen. Die Betreiber der Anlagen erneuerbarer Energien werden auf die Einspeisevergütungen als Garant für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien verweisen. Und die Verbraucher – sind die überhaupt eingeladen? – haben über eine ansteigende EEG-Umlage die Energiewende hauptsächlich zu finanzieren. Und das tun sie, glaubt man den Umfragen, noch mit großer Gelassenheit und hoher Akzeptanz. Allerdings fürchtet die Politik bei der Bundestagswahl 2013 den Zorn der Wähler.

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