SCHWARMENERGIE

Zuhausekraftwerk: Warum die Zeit reif ist

Das ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG
Das ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG

Die BHKW-Technologie und Gebäude mit dem entsprechenden Wärmebedarf gibt es schon, seit wir denken können. Auch die Leipziger Börse mit all ihren Vermarktungsmöglichkeiten für Stromprodukte sowie die KWK-Förderung existieren schon seit fast 20 Jahren.

Was allerdings neu ist und somit den Funken für diese neue technische Entwicklung gebracht hat, ist die Möglichkeit, Zählerdaten aus unterschiedlichen Zählern dezentral zu sammeln – das so genannte Multi Utility Metering. So können nicht nur die Daten aus Strom – sondern auch aus Wärmemengenzählern und Temperaturfühlern ausgelesen und in einer Einheit gespeichert werden. Durch die Weiterentwicklung im Kommunikationsbereich ist es jetzt auch möglich, diese Daten bundesweit effizient, sicher und kostengünstig an eine zentrale Einheit, z.B. den Lichtblick-Server in Hamburg– zu senden. Hier werden diese Daten ausgewertet und daraus ein individueller Betriebsplan für den nächsten Tag ermittelt.

Umsetzung im virtuellen Kraftwerk

Unser virtuelles Kraftwerk besteht aus Blockheizkraftwerken, die in Kellern installiert sind und den Wärmebedarf der entsprechenden Gebäude decken. Sie sind an das öffentliche Stromnetz angeschlossen und speisen den gleichzeitig mit der Wärme erzeugten Strom in das öffentliche Netz, den Bilanzkreis von LichtBlick, ein. Ziel ist es, dies möglichst nur dann zu tun, wenn die Strompreise attraktiv sind und ein bestehender Strombedarf im Netz gedeckt werden soll. Dies wird bei zunehmendem Ausbau der regenerativen Stromerzeugung immer dann der Fall sein, wenn die Sonne grad nicht schein oder der Wind nicht weht, die erneuerbaren Energien also insgesamt weniger Strom liefern als Bedarf im Netz herrscht.
Aus diesem Grund müssen die Daten der Wärmemengenzähler im Gebäude ausgelesen und durch eine Kombination mit den vom Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellten Wetterdaten in unserer Zentrale eine Wärmeprognose für den nächsten Tag erstellt werden. Um den Wärmebedarf der Gebäude auch am nächsten Tag zu decken, wird ein entsprechender Betriebsplan an die Anlagensteuerung der Zuhausekraftwerke übermittelt. Durch die Entkopplung von Wärme- und Stromproduktion mit Hilfe unserer Pufferspeicher stellen wir sicher, dass – unabhängig vom Wärmebedarf – die Stromerzeugung in die für uns interessanten Stunden verlegt werden kann. Und dies funktioniert genau nur dann, wenn die entsprechenden Daten im Kundengebäude gesammelt, kommuniziert und zentral ausgewertet werden können.

Warum gerade Lichtblick?

Als größter Ökostromanbieter Deutschlands mit bereits 10-jähriger Erfahrung auf dem liberalisierten Strommarkt bringen wir viel Know-How mit, das essentiell für die Verwirklichung dieses neuen Geschäftsmodells ist. Unsere Abteilung Stromhandel ist täglich mit dem Ein- und Verkauf von Strom befasst, es bestehen bundesweit Kontakte zu Strom- und Gasnetzbetreibern. Unser Vertrieb ist bundesweit aktiv, wir wurden erst kürzlich wieder als „Deutschlands kundenorientiertester Dienstleister 2010“ ausgezeichnet. Last but not least sind wir im IT-Bereich seht gut aufgestellt, so dass Prognose- und Handelsprozesse sowie die schriftliche Kommunikation mit dem Kunden automatisiert und hocheffizient abgewickelt werden können.

Alles dies sind wichtige Voraussetzungen für unser Projekt Zuhausekraftwerk. Um Prozesse im Massenmarkt mit geplanten 100.000 Anlagen realisieren zu können, benötigen wir einen sehr hohen Automatisierungsgrad in allen Prozessen. Der in das Stromnetz eingespeiste Strom wird von unserem Energiehandel an der Strombörse vermarktet. Wir profitieren weiterhin von der langjährigen Vertriebserfahrung unserer Kolleginnen und Kollegen und den bereits bestehenden Kundenkontakten.

Bei Lichtblick ist das Thema „Dezentrale Energieerzeugung“ schon seit Jahren im Focus, insbesondere im Gesellschafterkreis. Erklärtes Ziel ist es, Produkte für eine möglichst große Kundengruppe auf den Markt zu bringen und nicht nur Nischen zu bedienen. Dies ist nun durch die oben geschilderten Entwicklungen auch im Berech der dezentralen Erzeugung möglich geworden.

Neu dagegen ist das junge, dynamische Team, das hier bei Lichtblick seit Mai 2008 die Entwicklung und Markteinbringung des Zuhausekraftwerks vorantreibt. Seitdem haben wir unter anderem sieben Referenzanlagen gebaut und die Erfahrungen aus dieser Testphase in die gemeinsame Entwicklung des Zuhausekraftwerkes mit Volkswagen einfließen lassen. So ist ein Aggregat entstanden, das alle notwendigen Funktionalitäten bereits integriert hat und somit schneller eingebracht und installiert werden kann. Die Tests auf den Zuhausekraftwerks-Prüfständen mit bei Volkswagen laufen auf Hochtouren und wir werden diesen Sommer die ersten Anlagen in den Kellern unserer Kunden installieren.

Ein Beitrag von Astrid Krösser, Projektmanagerin Technik bei LichtBlick


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35 Kommentare

  • Katinka Königstein sagt:

    Lieber Herr Scherpf,

    einen Vertriebsstart in Wiesbaden können wir Ihnen noch nicht nennen. Sie können sich aber hier registrieren, dann kontaktieren wir sobald wir in Ihrer Region beginnen: https://www.lichtblick.de/h/kontakt_289.php

    Schöne Grüße
    Katinka Königstein


  • Wolfgang Scherpf sagt:

    Hallo,
    unser Haus erfüllt alle Kriterien für den Einbau eines Zuhausekraftwerkes. Wann ist dieses in Wiesbaden verfügbar und kann ich mich zur Planungssicherheit darauf verlassen?
    MfG


  • Wolfgang Scherpf sagt:

    Hallo,
    wir haben Dreifamilienhaus mit 240 qm Wohnfläche und eine alte Ölheizung, die 2012 erneuert werden muss. Wir brauchen ca. 6.000.- ltr Heizöl im Jahr und haben einen Gasanschluss im Keller. Ebenso ist nach Entfernen des Öltanks genug Platz für die Pufferspeicher. Es müsste eigentlich alles passen. Jetzt meine Frage: Wann ist das Zuhausekraftwerk in Wiesbaden wirklich verfügbar und kann ich mich zwecks Planungssicherheit darauf verlassen?


  • Hans Ulrich Scholz sagt:

    Guten Tag Frau Krösser, hallo Entwickler,
    wenn ich für den in der Wikepedia beschriebenen Natrium-Schwefel-Akkumulator die Lichtblick-Prozesswärme verwende, wird Wärme benötigt und Stromerzeugung nochmal rentabler. Hinzukommt, dass der Wirkungsgrad der Speicherung sonst bei Akkus nie erreichte 85% beträgt und die Philosophie des Schwarms per Zusatz-E-Speicher untermauert wird.


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Alessi,

    Sie haben Recht, wir sind etwas „langsamer“, als ursprünglich angedacht, allerdings auch (aus unserer Sicht) mit gutem Grund. Wie bei jedem Entwicklungsprojekt gibt es Optimierungsbedarfe, die erst beim Realbetrieb der Anlagen auffallen. Wir haben uns daher im Prozess für technische Weiterentwicklungen entschlossen und auf dieser Grundlage auch umfangreiche Qualitätschecks und Dauerbelastungstests durchgeführt. Das alles kostet Zeit.

    Wir haben bislang 60 Anlagen in Hamburg installiert, bis zum Ende diesen Jahres sollen es schon 500 Stück werden. Ab 2012 ist dann geplant, die Stückzahlen wie geplant hochzufahren.

    Biogas ist momentan leider noch so teuer, dass eine nennenswerte Erhöhung zu deutlich höheren Preisen führen würde, so dass wir aktuell nicht über eine Erhöhung nachdenken. Mittelfristig ist dies aber geplant. Auch wenn unser Biogasanteil aktuell nur bei 5% liegt, sind wir doch durch die Anzahl unserer Kunden (80.000 Gaskunden) in Deutschland der Anbieter mit dem größten Biogasumsatz, was ja auch schon ein Grund zur Freude ist. Wir bleiben aber dran …

    Schöne Grüße zurück nach Würzburg,

    A. Krösser


  • Fabio Alessi sagt:

    Hallo,

    ich hoffe das die Frage hier nicht unangebracht ist, aber sollte das Projekt „Schwarmstrom“ nicht schon viel weiter sein? Ich dachte es werden binnen kurzer Zeit tausende installiert. Auf einer der Presseerklärungen habe ich was von 20-50 Stück gelesen. Woran liegt es, dass es hier nicht so schnell wie ursprünglich geplant läuft? Wann geht es richtig los? Wann wird der Bioanteil im Erdgas erhöht?

    Grüße aus Würzburg

    F. Alessi


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Scholz,

    vielen Dank für Ihr nettes Feedback!

    Schön, daß Sie jetzt auch noch Ihren Horizont zum Thema GuD erweitern konnten. Wir freuen uns natürlich immer über Interesse und konstruktive Vorschläge zum Schwarmstrom!

    Herzliche Grüße und alles Gute für Sie, Astrid Krösser


  • Hans Ulrich Scholz sagt:

    Danke Frau Kösser für die freundliche Aufnahme. Scheint nichts zu geben, was es nicht schon gibt. Habe GUD dank Ihnen und Wikipedia jetzt kennen gelernt. Herzliche Grüße an Sie und schöne Grüße an die Entwickler.


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Scholz,

    Sie meinen, man könnte beispielsweise das heiße Abgas, anstatt es in die Wärmeproduktion einzubinden, für einen weiteren Prozess zur Stromproduktion nutzen? Das wäre in der Tat ein ganz neuer Ansatz bei der Energiewandlung in BHKWs und würde in Richtung GuD-Anlage – d.h. Verwendung einer zweiten Technologie zur Stromproduktion im BHKW -führen. Sicherlich wäre das mit einigem Entwicklungsaufwand verbunden, aber es lohnt sich bestimmt, diese Option im Hinterkopf zu behalten und zu entwickeln.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Hans Ulrich Scholz sagt:

    Hallo Frau Krösser, wenn Zylinder, Kolben und Auspuffkrümmer die Verbrennungstemperatur aushalten, warum dann nicht diese höhere Temperatur in weiteren Anlageteilen beibehalten. Der Stirlingprozess hätte dann ein höheres Wärmegefälle. Klar, von 95° bis 40° im Sommer geht da wenig bis nichts. Mir ist die Schwarmidee zu wertvoll, als sie mit der ungenutzten Wärme tot zu argumentieren.


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Scholz,

    ich habe leider nicht ganz verstanden, wie Sie das meinen. Nach meinen Infos haben Stirlingmotoren den Nachteil der mit ca. 10% sehr geringen elektrischen Wirkungsgrade, das heißt, das bei einer Restwärmenutzung nochmal 80 – 90% Wärme anfallen würden.

    Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob eine Ausgangswassertemperatur von 95°C für einen Stirlingprozess, bei dem die Wärme ja noch an ein gasförmiges Medium übergeben werden muss, ausreichend ist.

    Interessant ist allerdings der Gedanke an sich, gerade im Sommer den elektrischen Wirkungsgrad der Anlage zu erhöhen. Das wäre in der Tat traumhaft und wir sind hier immer offen für gute Ideen.

    Schöne Grüße aus Hamburg, Astrid Krösser


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Barth,

    eine Heizungsanlage mit 42 kW können wir problemlos durch die Installation eines Zuhausekraftwerkes plus Pufferspeichern ersetzen.

    Vertriebsstart in der Region München
    ist für den 01.09.2011 geplant, so daß eine Installation bei Ihnen sicherlich nicht vor 2012 erfolgen wird. Hält Ihre bestehende Heizungsanlage noch so lange durch?

    Schöne Grüße aus Hamburg, Astrid Krösser


  • Hans Ulrich Scholz sagt:

    Meine Idee ist, beim Zuhausekraftwerk die im Sommer oder bei wärmeisolierten Häusern überreichlich vorhandene Wärme durch einen nachgeschalteten Stirlingmotor weiter zur Stromerzeugung heranzuziehen und dann als kompensierten Verlust zu buchen. Vorausgesetzt das Wärmegefälle reicht, beliefert der Gasmotor die Spitzen- und der Stirlingmotor aus dem Wärmevorrat heraus die Grundlast.


  • Ludwig Barth sagt:

    Wir suchen Ersatz für eine ältere Ölheizung in einem 5 Familienhaus. 42 KW hätte die vom Sanitärinstallateur angebotene Brennwertanlage. Das Haus steht in Vaterstetten bei München. Bis wann könnten Sie denn dort istallieren ?
    Grüße,
    Ludwig Barth


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Deichsel,

    prinzipiell bauen wir unsere Zuhausekraftwerke auch in größere Objekte mit mehreren Wohnparteien ein. Es muss dann geprüft werden, ob eines oder mehrere ZHKW für die Versorgung des Objektes benötigt werden und ob der Platz zur Aufstellung der Komponenten ausreicht.

    Ich kann leider momentan keine definitive Aussage dazu machen, wann wir Sie in der Region Hannover bedienen können. Unter anderem wegen der Verhandlungen mit den Strom- und Gasnetzbetreibern benötigen wir hier lange Vorlaufzeiten, so daß dies sicher nicht vor 2012 der Fall sein wird.

    Ich hoffe, Ihren Heizungsanlagen geht es noch gut und Sie können sich noch ein wenig gedulden 🙂

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Matthias Deichsel sagt:

    Vielen Dank für schnelle Antwort, bislang sind dies nur theoretische Überlegungen.

    Gibt es für größere Objekte auch die Möglichkeit eines Einbaus, z.B. ein 16 Parteien Mehrfamilienhaus mit einer Wohnfläche von etwa 1150 qm? Den jährlichen Heizölbedarf kann ich Ihnen leider momentan nicht mitteilen.

    Wann werden Sie vorraussichtlich in der Region Hannover (Bereich Seelze) aktiv werden? Geht das nach Auftragslage?

    Vielen Dank,
    Matthias Deichsel


  • Katinka Königstein sagt:

    Lieber Herr Deichsel,

    rein theoretisch ist es kein Problem zwei Einzelhäuser mit einem ZuhauseKraftwerk zu versorgen. Ein paar dieser Installationen haben wir bereits unter Vertrag. In diesen Fällen wurde die komplette Installation in einem der beiden Keller untergebracht und dann über Erdleitungen das andere Haus mit angeschlossen. Dabei wurde das System getrennt, d.h. die beiden Häuser wurden hydraulisch von dem ZuhauseKraftwerk getrennt und der Kunde müsste dann selbst die Leitungen verlegen lassen. Um Ihnen genauere Informationen geben zu können, müssten wir uns Ihr Objekt aber sicherlich ersteinmal genauer ansehen. Sie können unseren ZuhauseKraftwerk-Vertrieb über Mail: zuhausekraftwerk@lichtblick.de oder telefonisch 040 – 8080 30 erreichen.

    Schöne Grüße Katinka Königstein


  • Matthias Deichsel sagt:

    Für unser Haus ist die angegebene Leistung etwas überdimensioniert.

    Was muss ich beachten, wenn ich mich mit einem Nachbarn (Einzelhäuser ca. 50 Meter Netto-Verbindungslänge) gemeinsam für eine Installation zusammenschliessen würde?

    Könnte die Anlage bei einem von uns installiert werden und der andere über eine unterirdische Heißwasserleitung angeschlossen werden (Vor-/Rücklauf bei ausreichender Isolierung)?
    Könnte ein weiterer Wärmemengenzähler für die getrennte Abrechnung eingebaut werden?
    Müsste ein eigenständiger Wärmespeicher im zweiten Haus installiert werden?
    Kann die Brauchwassererwärmung im zweiten Haus erfolgen, wenn ja wie?

    Vielen Dank im Vorraus,
    Matthias Deichsel


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Klemm,

    die Wärmespeicher für Heizungswasser liegen vor dem Wärmemengenzähler, also in unserem Verantwortungsbereich. Für diese Wärmeverluste kommen Sie also nicht auf.

    Wenn Sie von einem Schichtspeicher sprechen, gehe ich davon aus, daß Sie einen Speicher mit einem Schichtenladesystem meinen, bei dem erwärmetes Wasser je nach Temperatur und dazugehöriger Dichte in genau die Schicht des Speichers geladen wird, in der Wasser mit der selben Temperatur lagert. Dies optimiert die Schichtung und verringert Verwirbelungsverluste maßgeblich. Diese Systeme werden in der Regel bei Solaranlagen verwendet, die mit untersdchiedlichen Vorlauftemperaturen arbeiten. Da unser ZHKW aber eine konstante Vorlauftemperatur produziert und das Heizungssystem je nach Heizkurve eine jahreszeitlich konstante Rücklauftemperatur liefert, wird ein solches Schichtenladesystem hier nicht benötigt.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Wolfgang Klemm sagt:

    Wenn ich die Antworten richtig verstnden habe, werde ich also nur für die bezogene Wärmemenge zur Kasse gebeten.
    Da ich aber zum Zwecke der Bereitwstellung von kontinuierlicher Wärme bei nicht kontinuierlicher Betriebszeit der Anlage einen ausreichend großen, also überdimensionierten Wärmespeicher habe, strahlt dieser auch entsprechend mehr Wärme ab. Diese „Verlustwärme“ wird von meinem BHKW ergänzt, es benötigt diese sogar, um bei zu geringer Wärmeabnahme überhaupt arbeiten zu können, – aber für alle abgenommene Wärme, also auch die übermäßige Verlustwärme muss ich doch zahlen !!
    Die modernsten, sparsamsten Wärmespeicher sind augenblicklich die Schichtspeicher, die hier nicht zum Einsatz kommen. Sparsamkeit scheint gar nicht so gefragt zu sein. Ich jedenfalls suche ein BHKW mit Schichtspeicher.

    Mit besten Grüßen
    Wolfgang Klemm


  • Katinka Königstein sagt:

    Lieber Herr Ulbricht,

    enschuldigen Sie bitte die Verzögerung. Astrid Krösser ist derzeit viel unterwegs, daher antworte ich Ihnen nun:

    In dem ZuhauseKraftwerk sind Elektroheizpatronen montiert. Diese werden lediglich dann freigeschaltet, wenn das Gerät aufgrund eines schwerwiegenden Fehlers nicht mehr eigenständig anlaufen kann und in den Pufferspeichern nicht ausreichend Wärme gespeichert ist.

    Das ZHKW kann lediglich mit Erdgas oder Biogas betrieben werden. Einen anderen Kraftstoff lässt unser Vertragsmodell derzeit nicht zu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Katinka Königstein


  • G. Ulbricht sagt:

    Hallo Frau Krösser,

    wie wird das BHKW für den Fall des Ausfalls an Wärmeerzeugung besichert? Geschieht dies mit einer Elektrode im Speicher oder durch einen Spitzenkessel?

    Kann das Zuhausekraftwerk nur mit Erdgas und Heizöl oder auch mit Bioprodukten (Rapsöl,Klärgasoder Deponiegas) betrieben werden? Oder ist es lediglich für die Nutzung der Primärenergie Erdgas und Öl vorgesehen?

    M.f.G.
    G. Ulbricht


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Peslalz,

    vielen Dank für Ihre Anfrage.

    In Ihrem Fall müssten wir prüfen, ob der verbleibende Restwärmebedarf nach Abzug der Wärmebereitstellung durch die Solaranlage für den sinnvollen Betrieb des Zuhausekraftwerkes ausreicht. Wir benötigen dafür einen verbleibenden Wärmebedarf von 40 MWh im Jahr.

    Interessant wäre auch zu wissen, wo sich Ihr Gebäude befindet, da wir die Vertriebsgebiete – bedingt durch die benötigten Vorlaufzeiten für die Abstimmungen mit den Gas- und Stromnetzbetriebern – bundesweit zeitlich versetzt aufbauen werden.

    Ich werde Ihre Anfrage an unseren Vertrieb weiterleiten, Sie hören dann von uns.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Peslalz Erich sagt:

    ich (4 Personenhaushalt, im Reiheneckhaus 150m2) hätte Interesse an einem Miniblockheizkraftwerk gekoppelt mit 2 Solarkollektoren für die Sommermonate,sodaß der Motor nur läuft wenn tatsächlich auch Wärme für die Heizung benötigt wird, und der hohe Wirkungsgrad erreicht wird.
    Von Vailland sollte im April 2011 so etwas für den Kleinstverbraucher mit Honda-Motor auf den Markt kommen.
    Liebe Grüße
    Erich Peslalz


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo herr Siegel,

    …d ann entsteht die traurige 🙂 Situation, daß das ZHKW so lange nicht laufen kann, bis der Speicher wieder eine Mindestmenge an Wärme – beispielsweise äquivalent einer halben Stunde ZHKW-Laufzeit – aufnehmen kann. Es gibt ja auch einen Wärmebedarf im Sommer, z.B. beim Duschen, allerdings meist keinen Heizwärmebedarf, die ZHKW laufen dann im Sommer entsprechend weniger. Wir haben jedenfalls nicht vor, Wärme über einen Rückkühler o.ä. abzuführen.

    Schöne Grüße, A. Krösser


  • steinkri siegel sagt:

    Habe mich mit dem tollen System halbwegs vertraut gemacht und möchte nun frageb, was man mit der Wärme, die bei der Stromerzeugung auch im Sommer entsteht dann macht, irgendwann sind die Wasser-Speicher voll und dann?


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Singh,

    hier kommt die Antwort unseres Vertriebes:

    Unterstellen wir einer neuen Brennwerttherme einen Jahresnutzungsgrad von 95%, so bedeutet das, dass 95% der chemischen Energie des Gases in Wärme umgewandelt wird. Das würde bei einem Gasverbrauch von 50 MWh einem Wärmebedarf von 47,5 MWh entsprechen. Unser ZuhauseKraftwerk erzeugt zusätzlich zu den 47,5 MWh Wärmeenergie (bei Verhältnis von 20/35) ca. 27.143 kWh elektrische Energie. Als Kosten für den Betrieb mit einem ZHKW entstehen Ihnen also:

    Wärmepreis: 47.500 kWh * 5,79 ct/kWh = 2.750,25€
    Grundpreis: 12 Monate * 20€ = 240,00€
    Insgesamt: 2.990,25

    Allerdings profitieren Sie zusätzlich vom Strombonus sowie denen von Ihnen erwähnten eingesparten laufenden Kosten:

    StromBonus: 27.143 kWh * 0,5 ct/kWh bzw. 2,5 ct/kWh = 135,72 € bzw. 678,58 € (abhängig von gewähltem Tarif Invest 60% bzw. Invest 100%)
    Kellermiete: 12 Monate* 5€ = 60€
    Einsparungen: 12 Monate * 18 € = 216€
    Insgesamt: 411,72 € bzw. 954,58 €
    effektive Kosten gesamt: 2.578,53 € bzw. 2.035,67€
    pro Monat: 214,88 € bzw. 169,64€

    Bitte betrachten Sie diese Rechnung als unverbindlich, da sie auf aktuellen Tarifen sowie Schätzungen basiert.

    Ich hoffe, daß hilft Ihnen vorerst weiter.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Singh,

    ich habe Ihre Frage nach dem wirtschaftlichen Vergleich zwischen ZHKW und Brennwertkessel an unseren Vertrieb weitergeleitet. Sobald ich von dort eine Antwort habe, werde ich Sie an dieser Stelle darüber informieren.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Krause,

    erstmal kann ich die Aussage von Herrn (?) Singh bestätigen: Sie zahlen nur diejenige Wärme, die durch den Wärmemengenzähler in Ihre Heiz- und Trinkwasserkreise fließen. Mit dem Gasbezug und auch mit dem Gasanteil für die Stromerzeugung hat unser Kunde also nichts zu tun – es wäre in der Tat dreist, ihm das aufzubürden und ihn dann lediglich mit dem Strombonus abzuspeisen. So aber profitiert der Kunde nicht nur von einem günstigen Wärmepreis, sondern auch noch von der Stromeinspeisung.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Dev Dharam Singh sagt:

    Sehr geehrte Frau Krösser, lieber Herr Krause,
    bei aller Begeisterung für diese energiepolitisch geniale Idee: diese Frage ist, neben anderen, in der Tat entscheidend für meinen eigenen betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozeß.
    Laut http://www.lichtblick.de/h/preis_297.php zahlt man aber nicht den gesamten Brennstoffbedarf fuer 54kW, sondern nur die abgenommen Waermemenge in kWh, und zwar zu einem geringeren Preis als die entsprechende Energiemenge im Gas.

    Meine Frage ist eher, wie viel mehr Gas man bezahlt, um die gewuenschte Waermemenge mit dem BHKW als mit einem modernen Brennwertkessel zu erzeugen. Anders ausgedrueckt: Wenn ich in 2009 50.000 kWh Gas mit dem Brennwertkessel verheizt habe, wie viel kWh Waerme muss ich bei gleichem Waermebedarf bezahlen, wenn ich das BHKW zum Heizen benutze.

    Wieder angenommen, ich nehme im Jahr 50.000kWh Waerme ab, dann erzeuge ich nach dem 34/20-Verhaeltnis ca. 29.400 kWh Strom, die ich fuer insgesamt ca. 144 Euro, also 12 Euro pro Monat, verkaufe.
    Einnahmen / Ausgaben insgesamt umgerechnet auf monatliche Betraege:
    5,– Raum-Miete
    12,– Stromverkauf
    -20,– monatlicher Grundpreis
    18,– gesparte Kosten fuer den
    Schornsteinfeger und Hzgs-Wartung
    Summe: 15 Euro monatliche Einnahmen bei den Festkosten, das entspricht gut 3000kWh Waermeabnahme im Jahr.

    Liebe Frau Kroesser,
    stimmt diese Rechnung oder fehlt noch etwas?
    Viele Grueße,

    Dev Dharam Singh


  • Matthias Krause sagt:

    Hallo Frau Krösser,
    um mit 34 kW zu heizen, kauft man bei Lichtblick zum vollen Preis den Brennstoff(Gas) für 34+20 kW und verschenkt den Strom dann für 0,5 Ct/kWh – wem wollen sie das auf Dauer zumuten?

    freundliche grüße Matthias Krause


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Silberg,

    danke für Ihre Bemerkung. Sie haben Recht, gerade die Auswirkungen der Körperschallemission sind in Gebäuden oft sehr schwer kalkulierbar. Wir haben daher alle mit dem Gebäude verbundenen Anlagenteile (Füße und Leitungen)über spezielle Puffer, die den Frequenzen des Zuhausekraftwerkes angepasst sind, entkoppelt.

    Die Pufferspeicher sind so dimensioniert, daß das Aggregat ca. 2 Stunden laufen kann. Je nach verfügbarem Platz im Keller installieren wir ein Volumen von 2 – 3.000 Litern. Dies führt in der Tat dazu, daß wir manche Gebäude nicht bedienen können.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Peter Silberg sagt:

    Hallo Frau Krösser,

    die Frage nach den Schallemissionen ist aus meiner Erfahrung sehr wichtig, da nachts 35 dBA eingehalten werden müssen.
    Insbesondere in Mehrfamilienhäusern kann es ggf. durch Körperschall (z. B. durch die Bodenplatte übertragen) zu Lärmbelästigungen kommen, so dass der Betrieb in den Nachtstunden nicht möglich sein wird.

    Wie groß wird denn der Pufferspeicher dimensioniert sein?
    Bei einer thermischen Leistung von 34 kW muss der Speicher mindestens 1000 l Volumen haben, um 1 Stunde lang Wärme einzuspeichern. Dies könnte in manchen Kellern Platzprobleme bereiten.

    Viele Grüße
    Peter Silberg


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Harald,

    vielen Dank für Ihren Kommentar.

    Wir haben beim Design unseres ZHKW besonderen Wert auf die Lautstärke gelegt, da wir das Aggregat ja auch in Einfamilienhäuser einbauen werden. Es wird eine Luftschallemission von 50 dB(A) haben, was in etwa dem Geräusch eines durchschnittlichen Heizkessels entspricht.

    Da das Zuhausekraftwerk strommarktoptimiert betrieben wird, läuft es nicht – wie herkömmliche BHKW – viele Stunden im Jahr durch, sondern wird dann betrieben, wenn wir attraktive Strompreise an der Börse erzielen können. Diese liegen in der sogenannten Mittags- und Abendspitze zwischen 11 und 13, sowie 18 bis 20 Uhr, so daß das Zuhausekraftwerk nachts nur in Ausnahmefällen läuft.

    Schöne Grüße, A. Krösser


  • A. Harald sagt:

    Hallo,

    ich habe noch nirgends etwas darüber gelesen, wie laut so ein Motor im Keller ist. Hat man nicht, vorallem in ruhigen Wohngegenden, nachts ein unangenehmes sumsen im Keller?

    Beste Grüße und Danke

    A. Harald


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