SCHWARMENERGIE

ZuhauseKraftwerk: Von Unwuchten und Anlaufkurven

Das ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG
Das ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG

VW und LichtBlick haben seit Beginn des Projektes betont, dass wir nach der Produktentwicklung 2010 zunächst eine Aufwärmphase mit niedrigen Stückzahlen durchlaufen und dass wir ab 2011 schrittweise in den Massenmarkt einsteigen.

Ehrlich gesagt: die immense Resonanz in der Öffentlichkeit und zehntausende Interessenten, die sich bisher bei uns gemeldet haben, sind gleichzeitig eine Riesenmotivation für uns – aber auch eine Quelle für mögliche Enttäuschungen bei denen, die nicht unter den ersten hundert oder tausend Kunden sein können, die ein ZuhauseKraftwerk erhalten. Dies umso mehr, da wir Anfragen aus der ganzen Republik erhalten – zunächst aber nur in einigen Regionen starten können.

Für VW und LichtBlick gilt: Qualität geht vor Schnelligkeit

Bei unserer sehr innovativen Kooperation gilt für VW und LichtBlick als oberstes Prinzip: „Qualität geht vor Schnelligkeit“. Unsere Unternehmen haben eine Energie-Partnerschaft geschlossen, bei der es nicht nur um die Produktion eines hocheffizienten Blockheizkraftwerkes geht, sondern mit dem SchwarmStrom-Konzept auch um ein innovatives Konzept der intelligenten Wärme- und Stromerzeugung für die Energiewende. Im Laufe des letzten Jahres haben wir gemeinsam mit VW gesehen, dass diese Entwicklung länger braucht, als gedacht. Natürlich sind solche Verzögerungen nicht erfreulich – aber bei einem so innovativen Projekt dieser Größenordnung ist das nicht untypisch.

Auch bei 100.000 ZuhauseKraftwerken muss man mit der ersten Anlage beginnen, um das Ziel zu erreichen

Mit den ersten Installationen haben wir den letzten Monaten den Eintritt in den Markt geschafft. Das ist für beide Partner ein wichtiger Meilenstein. Jetzt werden wir die gemeinsam geplante Anlaufkurve nehmen, mit der wir Schritt für Schritt den Vertrieb aufbauen, unsere regionalen Handwerkspartner schulen, die Zahl der Installationen steigern und VW die Produktion anzieht. Unser Ziel ist es, mit 100.000 ZuhauseKraftwerken Deutschlands größtes Gaskraftwerk zu bauen. Aber es gilt: Auch wenn man 100.000 Anlagen baut, muss man mit der Ersten beginnen.

Im Keller reichen normal breite Türen und mindestens 9 Quadratmeter Fläche

Wir gehen weiterhin planmäßig vor: Wir haben den Vertrieb des ZuhauseKraftwerks bereits in sieben Regionen aufgenommen. Neben Hamburg sind das Berlin, Bremen, Essen, Leipzig, Stuttgart und die VW-Region rund um Wolfsburg, Braunschweig und Salzgitter. In den nächsten Jahren kommen weitere Regionen hinzu.

Die Voraussetzungen für unsere Kunden sind sehr klar: In seiner Immobilie benötigt er nicht nur einen Wärmebedarf von mindestens 40.000 Kilowattstunden sowie einen Gasanschluss, sondern auch einen Kellerraum, der mindestens neun Quadratmeter Platz für ZuhauseKraftwerk und Wärmespeicher bietet. Dank der modularen Bauweise – das Kraftwerk lässt sich in drei Teile zerlegen – passt es übrigens durch nahezu jede übliche Kellertür.

SchwarmStrom leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende

Wenn ich jetzt im Dezember auf das Jahr zurückblicke, dann sehe ich ein erfolgreiches Jahr für LichtBlick. Denn wir haben beim ZuhauseKraftwerk in der Technik, im Vertrieb und im Service viel Entwicklungsarbeit geleistet, die uns helfen wird, unser Ziel zu erreichen: Mit SchwarmStrom einen wichtigen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Ein Beitrag von Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender bei LichtBlick


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5 Kommentare

  • Christian Friege sagt:

    Hallo Andreas,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserem ZuhauseKraftwerk. Es ist für mich wirklich sehr motivierend, immer wieder Nachfragen zu unserem Konzept zu bekommen – und wir sind mehr als fest davon überzeugt, dass wir mit SchwarmStrom eine echte Alternative zu Atomstrom entwickelt haben. (Auch der Bundesumweltminister findet ZuhauseKraftwerke und SchwarmStrom übrigens auszeichnenswert … (http://www.lichtblickblog.de/2011/03/16/innovationspreis-fur-schwarmstrom-und-zuhausekraftwerke/)

    Aber zur Frage: Wir haben aktuell 50 ZuhauseKraftwerke installiert – und es kommen jede Woche mehr dazu. Weiter gilt: Wir gehen langsam und Schritt für Schritt voran, Qualität kommt vor Schnelligkeit. Derzeit sind die Anlagen fast ausschließlich in Hamburg aufgestellt. Der nächste große Schritt kommt im nächsten Quartal, wenn wir auch in Berlin regelmäßig installieren werden.

    Wenn Sie wissen wollen, wann wir in Ihrer Region loslegen, schreiben Sie uns doch unter zuhausekraftwerk@lichtblick.de.

    Viele Grüße,

    Christian Friege


  • Andreas sagt:

    Sehr geehrter Herr Friege,

    Ihre Erklärung für den besonnenen Ausbau der Schwarmkraftwerke ist wohltuend in einer Zeit, wo schnell neue Dinge auf den Markt kommen, die oft ebenso schnell wieder verschwinden, oder nicht das halten, was das Marketing verspricht.

    Verständlich ist auch, dass gerade die Infrastruktur aufgebaut, die Software unter den realen Bedingungen getestet werden muß.

    Seit der Ankündigung ist nun ein Vierteljahr vergangen, und es wäre schön, wenn Sie die ersten Zahlen auch auf der Lichtblick HP veröffentlichen könnten. Ich denke, dass Thema interessiert viele, gerade auch durch die aktuellen Ereignisse, die hoffentlich weitere nachhaltige Entscheidungen nach sich ziehen werden.

    Auch wenn Sie im Moment ausreichend „early adopters“ haben, die bereits von dem Konzept überzeugt sind, gibt es sicherlich sehr viele Hausbesitzer oder Unternehmer, die mittelfristig interessiert sein können, und die heute darüber nachdenken, in den kommenden Jahren einen Austausch der Heizungsanlage vorzunehmen. Mehr Informationen würden dabei unterstützen, daß aus Beobachtern in der Zukunft auch Kunden werden.


  • Gunter Brandt sagt:

    Hallo,es wird ja auch langsam Zeit!
    Im Jahr 1977 habe ich im Rahmen eines Schweizer Ingenieurbüros genau eine solches Kompaktaggregat konstruiert und gebaut wie Lichtblick und VW es jetzt vermarkten. Wir haben damals dafür den ersten VW-Golf-Motor, der auch als Industriemotor erhältlich war verwendet und auf Erdgas umgerüstet. Die Anlage hatte 15 kW el und ca 32 kW Wärmeleistung und wurde mehrere Jahre in Münchenstein bei Basel betrieben.
    Trotz intensivster Überzeugungsarbeit für das Konzept und manch Lob war weder VW (ich habe dazu in Wolfsburg vorgetragen)noch sonst ein für den Serienbau prädestinierter Auto- oder Motorbaukonzern willens sich hier zu engagieren. So wurden 30 Jahre (eine Generation!) verschenkt.
    Das Prinzip habe ich auch damals publiziert z.B. unter RoRoRo Technologie und Politik Nr. 11 unter dem Titel „WKK statt KKW“ (Wärme-Kraft-Kopplung statt Kernkraftwerke) und schon damals nachgewiesen, dass diese Technik die effektivste und preiswerteste Brücke in eine nachhaltige regenerative Energieversorgung bildet.
    Vergebens wie sich gezeigt hat. Viele Anläufe folgten, wie dass Fiat TOTEM, SENERTEC Dachs, Oekopower, Energiewerkstatt etc. brachten aber nicht den Durchbruch aus immer demselben Problem:
    1. zu teuer, da nur Einzelstücke oder Mini-Serien in Handarbeit hergestellt wurden, mit entsprechend überhöhten Lohnstückkostenanteil (eine Golf würde bei gleicher Produktionsweise unerschwingliche 100.000 Euro kosten).
    2.langanhaltendere Widerstand der Stromwirtschaft, die erst jetzt beginnt umzudenken. Siehe Lichtblick und neuerdings sogar RWE. Deren damaliger Entwicklungschef Stoy hatte übrigens Kraft-Wärme-Kopplung vor allem in kleinen Einheiten aufs massivste zu behindern versucht.
    Lieber sollte damals wie auch heute wieder mittels Elektro-Wärmepumpen der Anteil von Strom am Wärmemarkt erhöht werden. Obwohl jeder der eins und eins zusammenzählen ermitteln kann, dass ein massiver Einsatz (aufgrund der Werbekampagnen dafür) von ElektroWärempumpen(WP) das Problem fehlender regenerativer Stromerzeugung im Winterhalbjahr verschärft und gegenwärtig die Bereitstellung weiterer fossil erzeugter Spitzenstrommengen erfordert. Zu allem Übel erhalten WP-Nutzer auch noch Vorzugstarife obwohl hier der höchste Verbrauch dann zu decken ist wenn es draussen sehr kalt ist und die Netzbelastung bereits am höchsten ist.
    Kraft-Wärme-Kopplung ist stattdessen kongenialer Partner jeglicher regenerativer Stromerzeuger und deshalb die beste Wahl auf dem Weg in eine sichere und verantwortbare Energiezukunft.
    Es ist ein Jammer dass nicht schon seit 3 Jahrzehnten die Verschwendung fossiler Energieträger in herkömmlichen Heizkessel durch Kraft-Wärme-Kopplung (in Großserie kostengünstig zu produzieren) ersetzt wurde.
    Das hier vermarktete Lichtblick -Aggregat kann nur ein Anfang sein. In Millionen von EFH und ZFH könnten Mikroaggregate – klein wie eine Therme mit elektrischer Leistung von 0,5 bis 2 kW – unzeitgemäße Kesseltechnologie und viel Großkraftwerke ersetzen.
    Hoffentlich wird dieser Trend nicht verschlafen. Am Ende werden sonst BHKW-Mikro-Aggregate zu Millionen und im Preissegment von 2.000 -4.000 Euro aus China angeliefert. Die wäre dann ein weiterer, Markt der an unserer Industrie vorbeigeht – obwohl wir hier dafür die Vorarbeit geleistet haben. Und ob wir dann bei der technologischen Weiterentwicklung (Mikro-Brennstoffzellen-BHKW) und Vermaktung noch vorn sein werden darf ebenfalls bezweifelt werden.


  • Michael Hartmann sagt:

    Vor ein paar Tagen hab ich gehört, RWE will jetzt auch Blockheizkraftwerke verkaufen. Die sollen aber wohl in Eigenregie des Hauseigentümers laufen und nur ggf. Strom ins Netz verkaufen.

    Scheinbar wollen die doch so ein Bisschen auf den Zug aufspringen.


  • Lacarian sagt:

    Für mein Eigenheim (auf das noch ein paar Jahre gespart werden muss) habe ich das Zuhausekraftwerk schon im Hinterkopf. Ich freue mich schon darauf und bin froh über dessen Entwicklung. Nur immer weiter so!


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