SCHWARMENERGIE

Was ist eigentlich „Smart Metering“?

Haben die alten Zähler bald ausgedient und gibt es dann nur noch Smart Metering, Foto: PantherMedia
Haben die alten Zähler bald ausgedient und gibt es dann nur noch Smart Metering, Foto: PantherMedia

Blogbeitrag von Jens Hellwig, Kundenmanagement LichtBlick

Viele Experten behaupten, Smart Metering sei die Grundlage für ein neues System der Energieversorgung. Und laut einer Studie von A.T. Kearny soll es in den nächsten Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und der Erreichung der CO2-Ziele leisten.

Also habe ich mich gefragt und vielleicht Sie sich auch schon:
Was ist Smart Metering eigentlich?
Was steckt genau dahinter?
Spart der Kunde wirklich beim Einsatz von Smart Metering Zählern?

Was ist Smart Metering eigentlich?

Smart Metering ist eine kommunikationsfähige elektronische Messeinrichtung – auch intelligenter Zähler genannt. Diese Messeinrichtung gibt Ihnen Informationen darüber, wann Sie wie viel Energie verbrauchen. Außerdem ermöglichen Smart Meter eine selbständige Kommunikation zwischen dem Zähler und dem Netzbetreiber. Mit dem intelligenten Zähler werden also die Zählerstände genauso wie mit dem normalen Zähler erfasst. Aber im Gegensatz zu den normalen, schwarzen Drehstromzählern ist mit den intelligenten Zählern eine jährliche Ablesung nicht mehr nötig. Denn er übermittelt die Daten direkt an den jeweiligen Anbieter. Smart Meter gibt es übrigens für Strom, Erdgas und Wasser, sowie für Fernwärme.
Hört sich erst einmal schlau an, aber…

…was steckt genau dahinter?

Wer seinen Energieverbrauch und seine Kosten kennt, kann mit intelligenten Stromzählern Potenziale aufdecken. Smart Meter ermöglichen eine kontinuierliche Aufzeichnung und Informationen über den eigenen Energieverbrauch. Verbrauchsdaten können dann an ein geeignetes Softwareprogramm übermittelt und so analysiert werden. Dies ermöglicht die kontinuierliche Überprüfung von Energieverbrauch und Energiekosten. Allerdings: wer nicht jeden Tag zu Hause am PC oder Laptop sitzen möchte, kann das gesamte Potential des Zählers kaum ausnutzen. Zumal eine solche Software, mit der man zum Beispiel die eigenen Haushaltsgeräte so steuern kann, dass Sie dann laufen, wenn die Energiepreise gerade günstig sind, zum Teil noch nicht verfügbar.sind.

Und spart der Kunde wirklich durch den Einsatz eines intelligenten Zähler?

Dem Nutzen stehen auch noch die Kosten entgegen. Den Austausch des Zählers stellt der Netzbetreiber dem Kunden mit 35 bis 100 Euro in Rechnung. Und um Smart Metering in vollen Zügen nutzen zu können, kommt noch eine Dienstleistungsgebühr zwischen 60 und 240 Euro jährlich dazu. Hier muss also jeder für sich selber ausrechnen, ob sich dieser finanzielle Aufwand tatsächlich lohnt. Falls noch nicht vorhanden, kommen die Kosten für eine Internet-Flatrate ebenfalls dazu. Denn schließlich müssen die Tarifdaten ja rund um die Uhr an den Netzbetreiber übertragen werden.

In normalen Haushalten ist der Einsatz von Smart Metering Zählern darüber hinaus stark eingeschränkt. Smart Metering  soll die günstigsten Tarifzeiten des Stromanbieters wählen, aber wer wäscht tatsächlich in der Nacht seine Wäsche, oder nutzt dann seine Kaffeemaschine? Im Übrigen kritisieren Datenschützer den Einsatz von Smart Metering Zählern, mit der Begründung das der Kunde gegenüber seinem Versorger sein gesamtes Verbrauchsprofil bekannt gibt.

Wenn Sie sich entscheiden zu LichtBlick zu wechseln, sollten Sie  Folgendes beachten:

Durch den Wegfall des Messmonopols wird in Zukunft jeder Energieanbieter berechtigt sein, eigene Stromzähler bei seinen Kunden einzubauen. Allerdings muss der Energieanbieter als sogenannter Messdienstleister fungieren. LichtBlick bietet aufgrund der bereits genannten Gründe und der unklaren rechtlichen Situation in Deutschland kein Smart Metering an. Falls wir in Zukunft unsere Marschroute ändern und doch intelligente Zähler anbieten, informieren wir natürlich alle LichtBlick-Kunden. Bis dahin wenden Sie sich bei Interesse bitte direkt an Ihren örtlichen Netzbetreiber.


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3 Kommentare

  • Sigwart Zeidler sagt:

    Intelligente Stromzähler?
    Was ist daran intelligent, daß mir der Stromzähler sekundengenau sagt, welche elektrische Leistung ich gerade nutze? Das mißt jeder klassische Zähler auch. Nur die Auskopplung dieser Information und Darstellung auf dem Rechner ist neu. Aber, und das halte ich für wichtiger, wem nützt diese Information?
    Mir als Verbraucher am wenigsten, denn ich weiß auch ohne den Zähler, welche elektischen Geräte gerade laufen und wie hoch deren Leistungsaufnahme ist. Diese sogenannten intelligenten Zähler mit dem Argument anzubieten, das Energiesparen werde damit unterstützt, ist reine Marketingstrategie.
    Aber der Stromanbieter, der die Meßwerte ja auch erhält, kann sich ein vollständiges Energienutzungsprofil jedes Kunden, der solche Zähler installiert hat, anfertigen und dieses statistisch auswerten. Da typische Leistungswerte elektrischer Geräte bekannt sind, ist es sogar möglich, aus diesem Profil Verhaltensweisen und -gewohnheiten abzuleiten. In Verbindung mit entsprechend geschickt gestalteten Umfragen und der Vernetzung von Unternehmen miteinander wird der Entwicklung hin zum gläsernen Bürger kräftig Vorschub geleistet. Ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg in die ‚Schöne neue Welt‘.
    Ohne micht!


  • Shred sagt:

    Dem vermeintlichen Nutzen stehen auch Kosten gegenüber, zum Beispiel die genannte Dienstleistungsgebühr, aber auch Kosten für den Stromverbrauch (das Smart Meter ist ein Computer und braucht Strom) und für die Bereitstellung des DSL-Anschlusses (welcher zusätzlich noch einmal Strom verbraucht). Man hat also erst einmal hohe jährliche Zusatzkosten, ohne auch nur einen Cent gespart zu haben.

    Mit dem Smart Meter sparen wiederum kann man nur durch eine Verlagerung energiehungriger Vorgänge in günstigere Tarifzeiten. Nachts Wäsche waschen ginge ja noch, aber soll ich künftig auch nachts kochen, fernsehen und meinen Kühlschrank tagsüber abstellen?

    Letztendlich muss jeder Haushalt die Rechnung für sich selbst machen, aber ich glaube nicht daran, dass unterm Strich am Jahresende eine schwarze Zahl stehen wird. Meiner Meinung nach bringt es mehr, sich ein Verbrauchsmessgerät zu leihen, Stromschlucker im Haushalt zu lokalisieren und auszutauschen oder statt in den Standby ganz abzuschalten.

    Zum Thema Datenschutz: Die sichersten Daten sind die, die gar nicht erst erhoben werden.

    Bisher kennt der Stromanbieter von jedem persönlich nur den akkumulierten Jahresstromverbrauch, und der sagt kaum etwas aus. Den aktuellen Stromverbrauch kann er nur von mehreren tausend Haushalten gleichzeitig ermitteln, auch dies hat keine Aussagekraft über einen Einzelhaushalt.

    Mit dem Smart Meter dagegen kann der Anbieter den aktuellen Stromverbrauch jedes einzelnen Haushaltes auf die Minute genau messen. Dadurch könnte er zum Beispiel ermitteln, wann jemand zu Hause ist und wann nicht, ob man seinen Kühlschrank regelmäßig abtaut oder wie oft man seine Wäsche wäscht.

    Bei Smart Metern sehe ich den Vorteil derzeit alleine auf Seiten der Energieanbieter…


  • Michael Hartmann sagt:

    In diesem Beitrag sind mir direkt die Datenschützer aufgefallen. Ich finde, die übertreiben es wieder maßlos.

    Mein Nutzungsverhalten erfährt der Stromanbieter regelmäßig durch den Verbrauch um entsprechend mehr oder weniger Strom in den See einzuleiten. Und meinen persönlichen Verbrauch, ohne andere Kunden dazu zu haben erfährt der Anbieter bei der Übermittlung der Zählerdaten des klassischen Zählers.

    Was ist da jetzt datenschutzmäßig an den Smart Metern bedenklich?

    Genau wie bei Google StreetView. Solange ich an einer öffentlichen Straße wohne, muss ich damit rechnen, das fremde Leute sehen, wie mein Haus von außen aussieht. Ich sehe da kein Problem drin. Und da sehe ich sogar welche Bereiche andere von meinem Haus sehen können. Beim Bundestrojaner kann ich nur Vermutungen anstellen.

    Nur so Sachen wie Facebook finde ich natürlich übertrieben, wenn man es macht wie der Anbieter es sich denkt. Da kann dann jeder wirklich persönliche Sachen von mir lesen.

    Daher meiner Meinung nach kein Facebook aber StreetView. Und, wenn sich das kostenmäßig lohnen würde, was es wohl nicht tut, hätte ich auch nichts gegen einen Smart Meter.


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