SCHWARMENERGIE

Töpfer zeichnet SchwarmStrom aus

Prof. Klaus Töpfer (re.) überreicht den Umweltpreis an Christian Friege, Foto LichtBlick
Prof. Klaus Töpfer (re.) überreicht den Umweltpreis an Christian Friege, Foto LichtBlick

Solche Reisen machen mir natürlich besonders viel Freude. Gemeinsam mit Christian Friege war ich gestern im ehemaligen Bonner Bundestag. Der Grund: Für unser SchwarmStrom-Konzept erhielt unser Vorstandsvorsitzender aus der Hand von Prof. Klaus Töpfer den Kyocera Umweltpreis. Mit der Auszeichnung werden innovative und umweltfreundliche Projekte mittelständischer Unternehmen gefördert. LichtBlick hat den mit 30.000 Euro dotierten zweiten Platz belegt.

Den Energiemarkt aufmischen

„Die dezentrale Energieerzeugung ist stabil und nachhaltig“, sagte Töpfer in seiner Laudatio. Der frühere Bundesumweltminster betonte, wie wichtig es sei, dass mittelständische Unternehmen wie LichtBlick den von wenigen Großkonzernen beherrschten Energiemarkt aufmischen. Die Idee, in ZuhauseKraftwerken die Speicherfähigkeit von Wärme zu nutzen, um SchwarmStrom möglichst dann zu erzeugen, wenn Wind- und Sonnenstrom nicht zur Verfügung stehen, habe die Jury überzeugt.

Die Verleihung fand im Rahmen des „Tages der Wirtschaft“ statt. Der Plenarsaal, in dem in den 90er Jahren für kurze Zeit Parlament und Regierung tagten, bot eine eindrucksvolle Kulisse.

Der erste Platz ging übrigens ebenfalls an ein Hamburger Unternehmen – an SkySails. Das Team um Stephan Wrage entwickelt Zugdrachen für Containerschiffe, die auf diese Weise viel Treibstoff sparen können. Auch das ist eine zukunftsweisende Idee.

Preisgeld für einen guten Zweck

Einer der ersten Gratulanten war gestern der Hamburger Wirtschaftsenator Axel Gedaschko: „Ich freue mich sehr, dass mit den beiden Hamburger Unternehmen SkySails und LichtBlick zwei innovative Betriebe ausgezeichnet worden sind. Diese Ehrung zeigt, dass unsere Stadt gut daran tut und es der richtige Weg ist, weiter verstärkt auf die Förderung von Innovation und Technologie verknüpft mit modernster Umwelttechnologie  zu setzen.“

Mit dem Preisgeld von 30.000 Euro werden wir übrigens den Einbau von ZuhauseKraftwerken in sozialen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten fördern. Wie sich Einrichtungen bei uns bewerben können, geben wir voraussichtlich im Herbst – nach dem Start des ZuhauseKraftwerks-Projektes – bekannt.


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8 Kommentare

  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Bernd,
    soviel kann ich zumindest sagen: Das ZuhauseKraftwerk kommt leider nicht in Frage für Ihr Haus, denn es setzt einen Wärmebedarf von mindestens 40.000 kWh voraus. Es eignet sich also nur in Ausnahmefällen für Einfamilienhäuser (wenn sie sehr groß und i.d.R. auch freistehend sind), sonst erst ab Zwei- und Mehrfamilienhäusern. Sie müssten sich also nach einer Alternative umschauen – welche da für Sie die Beste ist, kann ich leider auch nicht beurteilen.
    Viele Grüße aus Hamburg
    Ralph Kampwirth


  • Bernd sagt:

    Guten Abend Herr Kampwirth,
    unser Einfamilienhaus benötigt ca.3000 l Heizöl/Heizperiode entsprechend ca.30000 KWh.Eingebaut ist ein Heizkessel mit ca. 40KW.
    Ihre Verbesserungsvorschläge würden mich
    sehr interessieren.
    für die Antwort vielen Dank im Voraus.
    Gruß
    Bernd


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Berti, unser Konzept unterscheidet sich deutlich von üblichen Blockheizkraftwerken, die mit deutlich geringerer Leistung, dafür aber of 5.000 oder 6.000 Stunden im Jahr laufen. Mit dem ZuhauseKraftwerk zielen wir darauf ab, binnen kurzer Zeit große Mengen Energie zu erzeugen. Darum läuft unser Kraftwerk nur etwa 1.500 Stunden im Jahr. Dank der hohen Leistung kann die nötige Wärme – die ja dann gespeichert wird – in kurzer Zeit produziert werden. Das ZuhauseKraftwerk eignet sich für Gebäude mit einem Wärmebedarf ab 40.000 kWh im Jahr – das sind auch sehr große Einfamilien und Zweifamilienhäuser.

    Interessant ist dann die hohe Stromleistung: Wenn wir künftig ein Netzwerk von bis zu 100.000 ZuhauseKraftwerken installiert haben, können wir – bei 19kw elektrischer Leistung – eine Erzeugungskapzität von 1.800 Megawatt abrufen – das entspricht z.B. zwei Atomkraftwerken. Das ist die Idee unseres SchwarmStrom-Konzeptes, um mir relevanten Strommengen schwankende erneuerbare Energien auszugleichen.

    Also: ZuhauseKraftwerk lassen sich von der Betriebsweise nicht mit üblichen BHKWs vergleichen.

    Gruß
    Ralph Kampwirth


  • berti88 sagt:

    Hallo,

    31 kw sind aber schon für ein sehr großes Zweifamilienhaus gedacht.. Neue Zweifamilienhäuser benötigen 18 oder weniger kw.. So richtig lohnt sich das vermutlich nur bei Schulen und größeren Einrichtungen.

    Gruß

    Berti


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Bernd,
    der Motor läuft mit 19kw elektrischer und 31kw thermischer Leistung. Damit reicht ein Betrieb von etwa ein bis fünf Stunden täglich aus, um den Wärmebedarf z.B. eines Zweifamilienhauses zu decken – auch in Zeiten eines sehr hohen Verbrauches. Weil das ZuhauseKraftwerk – anders als andere Mini-Blockheizkraftwerke – keinen Spitzenlastkessel benötigt, ist es besonders effizient.
    Beste Grüße
    Ralph Kampwirth


  • Bernd sagt:

    Guten Tag.
    Wie kann ein 40Kw-Motor, der mit einem Generator Strom erzeugt,noch ein Zweifamilienhaus ausreichen mit Wärme versorgen??
    Grüße
    Bernd


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo, vielen Dank für den Hinweis. Sicher eine interessante Idee! Trotzdem im Moment kein Thema für LichtBlick. Unsere aktuelle Innovation ist das ZuhauseKraftwerk. Aber Sie können sicher sein, dass wir in Zukunft mit weiteren klimafreundlichen Energie-Innovationen aufwarten.


  • Michael Hartmann sagt:

    Hallo Herr Kampwirth,

    wie wäre es eigentlich, wenn sich Lichtblick auch für den Einsatz von O-Bussen einsetzen würde?
    Wenn hier dann Ihr Strom zum Einsatz kommen würde, wären die Busse 100%ig Schadstofffrei und nicht wie bei der Bahn, die schmutzigen Strom einkauft und somit den Ort des Schadstoffausstoßes nur verlagert.

    Es gibt hierfür sogar eine Initiative im Netz:
    http://www.trolleymotion.at/de/

    Leider gibt es in DE nur 3 „einsame“ Städte mit O-Bussen. Vielleicht könnte sich das aber zukünftig ändern, wenn auch Sie das mehr publik machen.

    Gruß
    Michael Hartmann


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