SCHWARMENERGIE

Taskforce ZuhauseKraftwerk: Unterwegs im Kundenkeller

Vor der Installation des ZuhauseKraftwerk von LichtBlickmuss der Keller inspiziert werden, Foto: LichtBlick AG
Vor der Installation des ZuhauseKraftwerk von LichtBlickmuss der Keller inspiziert werden, Foto: LichtBlick AG

Zu einer der spannenden Aufgaben in unserer Abteilung „Technik, Forschung und Entwicklung“ gehören die Begehungen in Kundenkellern, wo die Machbarkeit der Installation eines Zuhausekraftwerkes beurteilt und die Besonderheiten der Heizungsanlage im Gebäude aufgenommen werden. Ich möchte kurz berichten, wie eine solche Begehung abläuft und worauf wir bei den Begehungen unser Augenmerk richten.

Besichtigung für ZuhauseKraftwerk-Einbau

Vor-Ort-Termin bei einem großen Einfamilienhaus in Hamburg: Ich werde begleitet von einem Fachplaner eines Ingenieurbüros, das für uns die heizungstechnische Vorplanung für die Objekte erstellt. Wir haben bereits Informationen von der Eigentümerin erhalten und wissen, dass das Gebäude einen Gasbedarf von ca. 55.000 Kilowattstunden hat und im Jahr 1989 der Niedertemperaturbestandskessel im Kundenkeller installiert wurde.

Frau Hocke* bittet uns in ihr Wohnzimmer. Im Gespräch mit der Kundin geht es darum, welche Erfahrungen die Kundin mit der aktuellen Heizungsanlage  gemacht hat und ob es aktuelle Probleme in der Versorgung gibt. Ziel ist es sicherzustellen, dass der Kunde eine Anlage mit mindestens gleichem oder höherem Komfort von uns erhält als davor.

Jetzt geht es in den Keller: Es ist ein Kessel mit einer Leistung von 20 kW installiert. Diese Leistung decken wir mit einem ZuhauseKraftwerk ohne Probleme ab.

Genug Platz im Keller?

Unser erster Blick gilt den Raumverhältnissen. Ist genug Platz für die Installation des Zuhausekraftwerkes und der Heizungsspeicher vorhanden? Da der vorhandene Kessel durch das ZuhauseKraftwerk ersetzt wird, ist ausreichend  Platz vorhanden. Allerdings ist das ZuhauseKraftwerk  mit seinen 1,78 m deutlich höher als der Kessel. Weiterhin sitzen die Anschlüsse unserer Anlage auf der Oberseite des Aggregates, so dass hier noch Raum für die Montage der Anschlüsse vorhanden sein muss. Wir benötigen eine Mindestkellerdeckenhöhe von 1,95 m. Diese ist glücklicherweise gegeben – da habe ich schon ganz andere Keller gesehen.

Neben der Kesselanlage steht ein Trinkwarmwasserspeicher, in dem das vom Kessel erwärmte Heizungswasser in den Trinkwasserkreis überführt wird. Da im Zuhausekraftwerk bereits eine leistungsfähige Frischwasserstation integriert ist, können wir zukünftig auf den Trinkwasserspeicher verzichten und haben hier bereits Platz für einen der Pufferspeicher gewonnen.

Versorgung der Heizkreise

Unser zweiter Blick gilt den Heizkreisen. Es sind zwei vorhanden, ein Trinkwasserkreis und ein Heizkreis. Pro ZuhauseKraftwerk können zwei Heizkreise angesteuert werden, so dass auch noch ein weiterer Heizkreis – beispielsweise für eine Fußbodenheizung – versorgt werden könnte. Das ist aber hier nicht notwendig. Wichtig ist zu kontrollieren, ob die Leistung der installierten Pumpen mit denen im ZuhauseKraftwerk abgedeckt werden kann. Für den Einsatz des ZuhauseKraftwerks in Einfamilienhäusern ist dies in der Regel unproblematisch.

Im Keller werden dann noch die Flächen vermessen, die unangetastet bleiben müssen, beispielsweise die Installation des Gaszählers. Auf dieser Grundlage kann anschließend die Aufstellplanung der Anlage erfolgen. Wir müssen dazu die Anlage und Speicher im Raum so planen, dass sie nicht mit den bestehenden Installationen kollidiert  und trotzdem noch alles hineinpasst. Dies artet das ein oder andere Mal in richtige „Friemelarbeit“ aus…

Zum Abschluss

Wir haben alle Informationen gesammelt und verlassen den Keller. Wir informieren Frau Hocke noch kurz über unsere Ergebnisse und besprechen das weitere Vorgehen. Wir werden eine Aufstellplanung und ein Hydraulikschema erstellen und der Kundin ein Angebot zukommen lassen. Von unserer Seite aus haben wir jedenfalls keine Bedenken und würden uns freuen, wenn das Projekt realisiert würde.

* Name von der Redaktion geändert

Ein Beitrag von Astrid Krösser, Projektmanagerin Technik bei LichtBlick


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10 Kommentare

  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Brandt von Fackh,
    wir haben regelmäßig Kunden, bei denen ein Versatz im Schornstein vorliegt. In diesem Fall kommt ein Schornsteinbauer ins Haus, vermisst den Schornstein und stellt fest, an welcher Stelle sich der Verzug befindet. Dort wird bei der Installation in einem eingegrenzten Bereich die Wand geöffnet, ein Abgasstück mit Winkel installiert und die Wand anschließend wieder verschlossen.
    Auch bei anderen Heizunganlagen, z.B. bei der Installation von Brennwertgeräten, wird in der Regel ein Abgaszug in den gemauerten Kamin eingezogen,da sich ansonsten Feuchtigkeit und ggf. Schwefel aus dem Abgas innen am gemauerten Kamin absetzt und dieser von innen korrodiert. Das ist erst bei höheren Abgastemperaturen nicht mehr nötig (der Taupunkt von Schwefel liegt bei ca. 130°C).
    Bei Ihnen stellt sich die Situation nach meinen Infos etwas schwieriger dar, da die Verkleidung Ihres Kamins aus Eternit oder Schiefer besteht. Frau Burck aus unserem Hause ist in Klärung mit dem Schornsteinbauer und auch ich unterstütze da gerne.
    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • H.Brandt von Fackh sagt:

    Hallo Frau Krössner,

    Sie erwähnen leider nicht das Thema Abgas und Schornsteinanlage.
    Hier gibt es bei meinem eigentlich normalen Haus (2 WEGs, 320 qm) Probleme ( ein Versatz im Zug) , die es bei einer normalen Heizungsanlage nicht geben würde.
    Ist das bei ihren anderen Projekten kein Problem ?


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo zurück,

    in diesem Fall ist der wirtschaftliche Betrieb eines ZHKW in der Tat nicht mehr möglich und unsere Kunden haben nach 2 Jahren ein Kündigungsrecht. Lichtblick würde dann das ZHKW deinstallieren. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß es zum Standardszenario wird, denn der Kunde zahlt bei der Installation einen Einbringungszuschuss, den er in diesem Fall nicht erstattet bekäme. Er würde dann zwei Jahre später – nach dem Ausbau des ZHKW – einen neuen Kessel installieren und dafür erneut Geld in die Hand nehmen müssen. Da macht es sicherlich mehr Sinn, das ZHKW entweder volle 10 Jahre zu betreiben oder vorher die Sanierung vorzunehmen und gleich den Kessel zu installieren.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Schinderhannes sagt:

    Das sehe ich allerdings auch so, daß sich Lichtblick möglicherweise vermehrt nach Blocklösungen wird umsehen müssen, da die Objekte mit großem Wärmebedarf immer weniger werden.

    Ich stelle mir folgendes Standardszenario vor: In ein Verschwendehaus mit 55.000 kwh Jahresbedarf wird mit Applaus ein Zuhausekraftwerk eingebaut. Nach 2 Jahren gefällt es dem Eigentümer, das Objekt zu isolieren und der Bedarf sinkt auf 25.000 kwh. Wie gedenkt LB damit umzugehen?


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo herr Schäfer,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem niedrigen Wärmebedarf, das hört man ja gerne 🙂 Ich wohne privat auch in einem Niedrigenergiehaus und fühle mich dort sehr wohl.

    Für Ihr Objekt ist allerdings auch das ZHKW deutlich überdimensioniert. Das ist halt die Crux bei der Kraft-Wärme-Kopplung, daß ein gewisser Mindestwärmebedarf für einen sinnvollen Betrieb gegeben sein muß. Allerdings haben wir aktuell ein paar Niedrigenergiehauser in der technischen Planung, wo Objekte zur Wärmeversorgung über ein gemeinsames Nahwärmenetz bedient werden. Vielleicht können Sie ja mal mit ihren Nachbarn sprechen 🙂

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • F. Schäfer sagt:

    Hallo Frau Krösser!
    Leider haben Sie Recht, daß die Gebäude immer noch zu viel Wärmeenergie gebrauchen.
    Ich habe schon vor 12 Jahren ein Dreifamilienhaus gebaut, welches in den Jahren seitdem durchschnittlich mit nur 13.500 kWh Wärmeenergie auskommt – ohne die oft riesigen staatlichen Zuschüsse. Neue Mieter (natürlich nur selten) stehen gleich Schlange.
    Alle bisher angebotenen BHKWs sind leider weit überdimensioniert, wenn man wirklich ökologisch sinnvoll baut. Ich warte auf eine wirkliche Micro-Anlage. Gas beziehe ich natürlich von LICHTBLICK.
    Schönen Gruß,
    F.Schäfer


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Pusch,

    ich habe ihre Bitte an unseren Vertrieb weitergeleitet. Sie hören von uns!

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Astrid Krösser sagt:

    Hallo Herr Fenzl,

    ich bin genau wie Sie der Meinung, daß Maßnahmen, die zur Einsparung von Primärenergie dienen, bevorzugt betrachtet werden sollten. Leider sind Gebäudedämmmaßnahmen immer noch so teuer, daß sich die meisten unserer Kunden für eine möglichst kostengünstige Wärmeversorgung ohne Wärmedämmung entscheiden.

    Unsere ZHKW arbeiten immer im effektivsten Arbeitspunkt, da sie bei einer Maschinenauslastung von 100% betrieben werden. Da wir Wärmespeicher für Heizungswasser als Puffer verwenden, kann der Strom- vom Wärmebedarf entkoppelt werden und braucht nicht gleichzeitig anliegen.

    Schöne Grüße, Astrid Krösser


  • Andreas Pusch sagt:

    jetzt warte ich je nur noch darauf, dass sich bei mir auch mal jemand meldet. Ich bin überzeugt, dass das bei mir klappt!


  • Klaus sagt:

    Zuhause-Kraftwerke arbeiten nur effektiv, wenn ständig (!) gleichzeitig Strom und Wärmebedarf benötigt wird, ansonsten ist ein Brennwertkessel und die Isolierung der Gebäudehülle erste Wahl! Wobei der Einsatz von regenerativen Energien IMMER vorrangig geprüft werden sollte!

    Klaus Fenzl


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