SCHWARMENERGIE

LichtBlick und Speicher? Ich dachte, die verkaufen Ökostrom!

LichtBlick als etablierten unabhängigen Stromanbieter assoziiert man zunächst vor allem mit Ökostrom und Ökogas, aber nicht direkt mit Speichertechnologien und Forschung. Doch unsere Kollegen im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigen sich schon seit einiger Zeit mit Speichertechnologien. Da fragt man sich, warum? Ich habe mich mit meinem Kollegen Johannes Kehl unterhalten…

Warum beschäftigt ihr euch bei LichtBlick mit Speichertechnologien?

Speichersysteme und ein intelligentes Zusammenspiel zwischen Speichern, Stromerzeugungsanlagen wie Photovoltaik-Anlagen und dem Stromnetz sind essenziell für die Zukunft der erneuerbaren Energieversorgung. Die alleinige Nutzung von Ökostrom ist ein sehr guter Anfang, um einen Beitrag für die Energiewende zu leisten, reicht das aber nicht aus.

Speichersysteme flexibilisieren den Verbrauch

Warum reicht Ökostrom nicht aus?

Einerseits weil die Energiewende keine Stromwende ist – wir brauchen einen umfassenderen und ganzheitlicheren Blick. Andererseits vor allem, weil Sonne nicht zu jeder Zeit scheint und Wind nicht immer weht. Wir brauchen also Speichersysteme, damit wir flexibel Strom und Energie nutzen können. Das passiert zum Beispiel durch große Lösungen wie Pumpspeicher. Aber schon bald können auch die Menschen zu Hause ihren Beitrag leisten und sozusagen unsere Kooperationspartner bei der Umsetzung der Energiewende werden.

Batteriesystem Engion der Firma VARTA Storage (c) VARTA Storage
Batteriesystem Engion der Firma VARTA Storage (c) VARTA Storage

Wie genau soll die Energiewende-Kooperation funktionieren?

Besitzer von Häusern oder anderen Immobilien, die zum Beispiel eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder ein BHWK im Keller stehen haben, können schon heute eine Batterie anschließen und dadurch den Anteil von eigenverbrauchtem Strom erhöhen: Oft produziert man nämlich mehr Strom als man direkt selbst verwenden kann. Der überflüssige Strom wird dann ins Netz eingespeist. Wenn man nun eine Batterie anschließt, kann man seinen eigenen Photovoltaik-Strom speichern und ihn abends verbrauchen, wenn die Sonne nicht scheint. Scheint nun mal längere Zeit keine Sonne, steht der Speicher nutzlos rum. Genau dann kommen wir und speichern z.B. überflüssigen Windstrom ein. Tausende kleine Batteriespeicher werden dann im Schwarm zu einem hoch flexiblen Großkraftwerk, das Strom dort zwischenspeichert und bereitstellt, wo er gebraucht wird. Wir nennen das SchwarmBatterie.

Partizipation im Schwarm

Und warum sollte man sich dem Schwarm anschließen?

Naja, es ist wirtschaftlich lukrativ, denn es ist davon auszugehen, dass die Strompreise steigen werden. Außerdem kann jeder von uns einen Beitrag leisten und wir überlassen nicht mehr nur den Konzernen die Arena. Auch für das gesamte Energiesystem leistet jeder häusliche Speicher einen Beitrag: Wenn nämlich jeder ein bisschen Strom speichert, muss im Gesamtsystem nicht mehr soviel Energie parat gehalten werden und es müssten zum Beispiel weniger große Stromtrassen gebaut werden. Durch unsere Schwarm-Integration von Batteriespeichern bekommt zudem jeder Teilnehmer noch eine Prämie oben drauf und der Speicher rentiert sich sogar noch früher!

Reicht das, damit wir die Energiewende schaffen oder kann ich noch mehr machen?

Batteriesystem Eco der Firma Sonnenbatterie (c) Sonnenbatterie
Batteriesystem Eco der Firma Sonnenbatterie (c) Sonnenbatterie

Neben der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und dem Aufbau von Speicherkapazitäten müssen wir auch unseren Verbrauch flexibilisieren. Gut wäre es also darauf zu achten dann beispielsweise zu waschen, wenn die Sonne scheint.

Und warum genau engagiert LichtBlick sich jetzt? Speichersysteme verkaufen wir ja keine…

Das stimmt. Wir sind in einer Konzeptentwicklungs- und Testphase, wie man Speicher und Energieerzeugungsanlagen zusammenschließen kann. Wir testen verschiedene Technologien und prüfen, welche die besten Eigenschaften hat und am langlebigsten ist. Dazu arbeiten wir herstelleroffen mit Produzenten und Händlern von Speichersystemen zusammen. LichtBlick kann mit dem SchwarmDirigenten – dem Betriebssystem der Energiewende –  die einzelnen Speicher und Erzeugungsanlagen intelligent miteinander verknüpfen. Dadurch steigt der Nutzen für das Gesamtsystem und langfristig sinken die Kosten für die Energieversorgung in Deutschland.

Der SchwarmDirigent verknüpft und steuert Speicher und Erzeuger

Und das funktioniert?

Klar, wir haben mit dem virtuellen Zusammenschluss von Blockheizkraftwerken vom Typ ZuhauseKraftwerk sowie weiteren Erzeugungsanlagen im Schwarm schon gezeigt, dass es funktioniert. Optimiert werden solche Zusammenschlüsse, wenn wir auch Speichersysteme einbeziehen.

Gibt es derzeit Probleme mit denen ihr konfrontiert werdet?

Derzeit sind die Kosten von Speichersystemen relativ hoch und es muss weiter geforscht werden, um die einzelnen Technologien weiterzuentwickeln. Dabei helfen staatliche Förderprogramme, die einerseits die Installation von Speichern für die Menschen günstiger machen und andererseits Forschungsprogramme ermöglichen, damit viele Projekte zur technologischen Weiterentwicklung initiiert werden können.

Und wie geht’s weiter?

Aktuell findet in München die InterSolar statt. Dort sind zwei unserer Partner, VARTA Storage und Sonnenbatterie, vor Ort und präsentieren den aktuellen Stand. Danach geht es hoffentlich spannend weiter…

Weitere Infos zum Projekt SchwarmBatterie gibt es auf der Medienseite oder Webseite von LichtBlick.

Das Interview führte Laura Welle, Unternehmenskommunikation bei LichtBlick


Zurück zur Übersicht »

2 Kommentare

  • Katinka Königstein sagt:

    Hallo Herr Hartmann,
    eine Speicherlösung rechnet sich erst in Kombination mit einer PV-Anlage.
    Beste Grüße


  • Michael Hartmann sagt:

    Hallo Frau Welle,

    kann man sich auch nur den Speicher auf den Speicher (Dachboden) oder in den Keller stellen, ohne Solarzellen auf dem Dach liegen zu haben?

    Ich bin nur Mieter, aber wenn es darum geht, im Endeffekt Geld zu verdienen, was es doch ab einem bestimmten Zeitpunkt tun dürfte, könnte meine Vermieterin vielleicht Interesse haben.

    Haben Sie kostenmäßig einen Richtwert? Wenn ich mir den Kasten auf dem Bild oben anschaue, der würde mindestens in den Keller passen. Da ist es allerdings feucht. Am Speicher sollte der aber auch Platz finden. Nur ist es da im Sommer heiß.

    Gruß

    Michael Hartmann


Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.