SCHWARMENERGIE

LichtBlick und VW bringen Schwung in den BHKW-Markt

Sarah Ullrich, Referentin Öffentlichkeitsarbeit B.KWK, Foto: Sarah Ullrich
Sarah Ullrich, Referentin Öffentlichkeitsarbeit B.KWK, Foto: Sarah Ullrich

Gastbeitrag von Sarah Ullrich, Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V.

Ende September veranstaltete der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK) in Berlin seinen 2. Branchen übergreifenden KWK-Kongress. Neben Politik und Strategien kamen viele praktische Fragestellungen rings um die Kraft-Wärme-Kopplung zur Sprache. Unter anderem ging es auch darum, wie wichtig und zugleich anspruchsvoll es ist, in der breiten Bevölkerung Interesse für solch technisch-wirtschaftlich komplexe Themen wie Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) oder Blockheizkraftwerke (BHKW) zu wecken.

Was ist eigentlich KWK?

Während die erneuerbaren Energien in aller Munde sind und selbst jeder Laie eine klare Vorstellung von sich drehenden Windrädern oder Dächern mit in der Sonne glänzenden Solaranlagen hat, ist die KWK abstrakt. Kaum jemand, der sich nicht schon intensiver damit beschäftigt hat, weiß, was das wirklich ist, geschweige denn hat er ein Bild dazu im Kopf. Dazu kommen der sperrige Begriff und der nicht einfache Zugang zu einer gewissen Emotionalität, den es aber braucht, um ein Thema so interessant zu machen, dass es bis in die Breite durchdringt.

LichtBlick-Vokabular schafft Bilder im Kopf

Wirklich gelungen ist dies im letzten Sommer LichtBlick. Mit einer Mischung aus Interesse und Verblüffung haben die KWK-Unternehmen LichtBlicks pfiffigen PR-Coup verfolgt.  Außergewöhnlich ist schon der neue Name „ZuhauseKraftwerk“, ein Mini-BHKW für fast jedermann, das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt. Also an sich nichts Neues, andere Anbieter verkaufen ähnliche Geräte längst mit wachsendem Erfolg am Markt, ohne dass dies je zu einem Medienrummel geführt hätte. Dennoch zog das LichtBlick-VW-Konzept enorme Aufmerksamkeit auf sich und sorgte für großes Medienecho nicht nur in den üblichen Fachzeitschriften, sondern in Tageszeitungen und Publikumsmagazinen. Gründe dafür gibt es wohl mehrere: Zum einen natürlich die Marke Volkswagen als das Zugpferd, mit der man eigentlich „das Auto“ und keine Heizungen verbindet. Außerdem das ungewöhnliche Vokabular: Schon das Wort „Zuhause“ hat etwas Vertrautes, vermittelt Nähe. Etwas, womit sich so gut wie jeder identifiziert. Dann die Vorstellung, dass man mit seinem „ZuhauseKraftwerk“ im eigenen Keller selbst Strom und Wärme erzeugen und damit unmittelbar etwas für Klimaschutz und Energiewende tun kann. Denn bisher verbinden viele mit KWK eher eine „Weit-weg-Technologie“. Und die Wortschöpfung „SchwarmStrom“ erzeugt ein sympathisches und kraftvolles Bild in vielen Köpfen: Zusammen sind wir stark.

Wachsende Aufmerksamkeit  für das Prinzip der KWK

Im B.KWK wissen wir aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, das abstrakte Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung an Otto-Normal-Verbraucher zu bringen. LichtBlick ist das gelungen. Aus zahlreichen Gesprächen mit Herstellern und Anbietern von Mini-BHKWs wissen wir, dass auch sie – trotz anfänglicher Skepsis und Sorge gegenüber dem neuen Mitbewerber – davon zum Teil durch zusätzliches Interesse und wachsende Nachfrage nach den eigenen Produkten profitiert haben. Ob zustimmend, skeptisch oder ablehnend – egal, wie man es bewertet und wie man diesem Projekt gegenüber stehen mag: Das Konzept von LichtBlick ist clever. Und gebracht hat es viel Aufmerksamkeit; und zwar nicht nur für das eigene Unternehmen, sondern für die gesamte Branche und das Prinzip der KWK.


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