SCHWARMENERGIE

Der Markt der Kraft-Wärme-Kopplung steht erst am Anfang

Effizient dank Kraft-Wärme-Kopplung: ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG
Effizient dank Kraft-Wärme-Kopplung: ZuhauseKraftwerk von LichtBlick, Foto: LichtBlick AG

5.706 Blockheizkraftwerke wurden 2009 in Deutschland installiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die gestern zusammen vom Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung, dem Öko-Institut und dem Verlag Energie & Management veröffentlicht wurde. Damit hat der Markt zwar gegenüber 2008 einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Da aber die Förderung aus dem sogenannten Impulsprogramm zur Förderung von Mini-BHKW durch die neue Bundesregierung eingefroren wurde, dürften die Zahlen in 2010 nur schwer zu halten sein.

Kraft-Wärme-Kopplung noch in den Startlöchern

Angesichts der offensichtlichen Vorteile dieser Technologie in Bezug auf Ressourcenschutz, Effizienz und CO2-Einsparung und des enorm hohen Marktpotentials erscheinen die Zahlen niedrig. Das zeigt, dass der Markt erst am Anfang steht und wie ambitioniert die von uns gesetzten Ziele, langfristig 100.000 ZuhauseKraftwerke in Deutschland zu installieren, formuliert sind. Wir werden schon im nächsten Jahr mit unserem Projekt SchwarmStrom einen wesentlichen Beitrag zum Markterfolg der Kraft-Wärme-Kopplung leisten können. Das ist für uns nach einem arbeitsintensiven Jahr ein enormer Ansporn. Darauf freuen wir uns.


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3 Kommentare

  • Gunter Brandt sagt:

    Hallo,es wird ja auch langsam Zeit!
    Im Jahr 1977 habe ich im Rahmen eines Schweizer Ingenieurbüros genau eine solches Kompaktaggregat konstruiert und gebaut wie Lichtblick und VW es jetzt vermarkten. Wir haben damals dafür den ersten VW-Golf-Motor, der auch als Industriemotor erhältlich war verwendet und auf Erdgas umgerüstet. Die Anlage hatte 15 kW el und ca 32 kW Wärmeleistung und wurde mehrere Jahre in Münchenstein bei Basel betrieben.
    Trotz intensivster Überzeugungsarbeit für das Konzept und manch Lob war weder VW (ich habe dazu in Wolfsburg vorgetragen)noch sonst ein für den Serienbau prädestinierter Auto- oder Motorbaukonzern willens sich hier zu engagieren. So wurden 30 Jahre (eine Generation!) verschenkt.
    Das Prinzip habe ich auch damals publiziert z.B. unter RoRoRo Technologie und Politik Nr. 11 unter dem Titel „WKK statt KKW“ (Wärme-Kraft-Kopplung statt Kernkraftwerke) und schon damals nachgewiesen, dass diese Technik die effektivste und preiswerteste Brücke in eine nachhaltige regenerative Energieversorgung bildet.
    Vergebens wie sich gezeigt hat. Viele Anläufe folgten, wie dass Fiat TOTEM, SENERTEC Dachs, Oekopower, Energiewerkstatt etc. brachten aber nicht den Durchbruch aus immer demselben Problem:
    1. zu teuer, da nur Einzelstücke oder Mini-Serien in Handarbeit hergestellt wurden, mit entsprechend überhöhten Lohnstückkostenanteil (eine Golf würde bei gleicher Produktionsweise unerschwingliche 100.000 Euro kosten).
    2.langanhaltendere Widerstand der Stromwirtschaft, die erst jetzt beginnt umzudenken. Siehe Lichtblick und neuerdings sogar RWE. Deren damaliger Entwicklungschef Stoy hatte übrigens Kraft-Wärme-Kopplung vor allem in kleinen Einheiten aufs massivste zu behindern versucht.
    Lieber sollte damals wie auch heute wieder mittels Elektro-Wärmepumpen der Anteil von Strom am Wärmemarkt erhöht werden. Obwohl jeder der eins und eins zusammenzählen ermitteln kann, dass ein massiver Einsatz (aufgrund der Werbekampagnen dafür) von ElektroWärempumpen(WP) das Problem fehlender regenerativer Stromerzeugung im Winterhalbjahr verschärft und gegenwärtig die Bereitstellung weiterer fossil erzeugter Spitzenstrommengen erfordert. Zu allem Übel erhalten WP-Nutzer auch noch Vorzugstarife obwohl hier der höchste Verbrauch dann zu decken ist wenn es draussen sehr kalt ist und die Netzbelastung bereits am höchsten ist.
    Kraft-Wärme-Kopplung ist stattdessen kongenialer Partner jeglicher regenerativer Stromerzeuger und deshalb die beste Wahl auf dem Weg in eine sichere und verantwortbare Energiezukunft.
    Es ist ein Jammer dass nicht schon seit 3 Jahrzehnten die Verschwendung fossiler Energieträger in herkömmlichen Heizkessel durch Kraft-Wärme-Kopplung (in Großserie kostengünstig zu produzieren) ersetzt wurde.
    Das hier vermarktete Lichtblick -Aggregat kann nur ein Anfang sein. In Millionen von EFH und ZFH könnten Mikroaggregate – klein wie eine Therme mit elektrischer Leistung von 0,5 bis 2 kW – unzeitgemäße Kesseltechnologie und viel Großkraftwerke ersetzen.
    Hoffentlich wird dieser Trend nicht verschlafen. Am Ende werden sonst BHKW-Mikro-Aggregate zu Millionen und im Preissegment von 2.000 -4.000 Euro aus China angeliefert. Die wäre dann ein weiterer, Markt der an unserer Industrie vorbeigeht – obwohl wir hier dafür die Vorarbeit geleistet haben. Und ob wir dann bei der technologischen Weiterentwicklung (Mikro-Brennstoffzellen-BHKW) und Vermaktung noch vorn sein werden darf ebenfalls bezweifelt werden.


  • Gero Lücking sagt:

    Sowohl die Gas- als auch die Stromanschlussleitungen reichen aus, um unsere ZuhauseKraftwerke anzuschliessen. Darum kümmert sich LichtBlick natürlich im Vorfeld und bei der Installation der ZuhauseKraftwerke.
    Unser Konzept sieht vor, dass der gesamte, in den Anlagen erzeugte Strom ins Stromnetz eingespeist wird. Die Hausbewohner beziehen ihren eigenen Strom vom Stromversorger ihrer Wahl. (Wir hätten da einen Tipp!)


  • Jenny sagt:

    Ich wünsche Lichtblick viel Glück bei diesem ambitionierten Vorhaben! Leider kann ich mir nur schwer vorstellen, dass sich die kleinen BHKW in den Kellern deutscher Unternehmen und Haushalte so schnell durchsetzen werden. Müssen nicht auch erstmal die Leitungen für solche Kapazitäten geschaffen werden? Oder produziert man nur den Strom für den eigenen Bedarf und kann nicht ins „allgemeine“ Stromnetz einspeisen? Letzteres fände ich wirklich ein gutes – wenn auch natürlich noch mehr ambitioniertes Ziel…


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