SCHWARMENERGIE

Bürger wollen eigene Kraftwerke

Energie selbst erzeugen, das ist der Wunsch vieler Bürger, Quelle: LichtBlick
Energie selbst erzeugen, das ist der Wunsch vieler Bürger, Quelle: LichtBlick

In Deutschland gibt es bereits mehr als 1,3 Millionen dezentrale Kraftwerke. Vor allem Solaranlagen auf dem Dach, aber auch Kraftwerke im Keller. Der eigentliche Boom der dezentralen Energie steht aber erst noch bevor. Laut einer aktuellen LichtBlick-Umfrage wollen 76 Prozent der Deutschen in Zukunft ihren Strom selbst erzeugen. Kein Wunder. Denn während der Strom vom Versorger teurer wird, sinken die Preise für Solaranlagen und Mini-Kraftwerke.

Desertec und Offshore-Windkraft sind der falsche Weg

„Die Ära der großen Kraftwerke geht zu Ende. Die Zukunft ist das Kleinkraftwerk im eigenen Keller“, schrieb kürzlich der Energie-Journalist Daniel Wetzel in der Welt. Diesen Trend bestätigt auch unsere Umfrage.  Solaranlagen auf dem Dach zum Beispiel rechnen sich schon heute ohne staatliche Förderung, wenn möglichst viel Strom vor Ort verbraucht wird.

Zentralistische Kraftwerksprojekte sind auch im Bereich der erneuerbaren Energie der falsche Weg. Große Offshore Windparks oder Megaprojekte wie Desertec würden die alten, zentralen Machtverhältnisse im Energiemarkt nur wieder zementieren. Kein Wunder, dass sich vor allem die großen Konzerne für neue Großkraftwerke engagieren. Diese Großprojekte würden die Verbraucher erneut mit Milliardenkosten belasten. Dezentrale Energie ist schon heute volkswirtschaftlich sinnvoller. So nennen die befragten Bürgerinnen und Bürger auch Kosteneinsparungen als wichtigsten Grund für ihr Streben nach Energie-Autonomie.

Die Energiepolitik der neuen Bundesregierung muss also mindestens zwei Entwicklungen berücksichtigen: Unser Strom wird nicht nur erneuerbar, er wird auch zunehmend dezentral. Dieser Trend muss zum Beispiel in die Planung der Stromnetze einfließen.

SchwarmStrom als Lösung für die dezentrale Energiewelt

Mit dem Trend zur Dezentralisierung verändert sich auch die Rolle von Energieanbietern wie LichtBlick. In Zukunft steht nicht mehr die schlichte Lieferung von Energie im Vordergrund, sondern das intelligente Management dezentraler Kraftwerke und Speicher. Denn Solaranlagen und Mini-Kraftwerke können nur wirtschaftlich betrieben werden, wenn man sie ins Stromnetz integriert. Eine vollkommene Energie-Autonomie jedes einzelnen Gebäudes oder Haushaltes wäre schlicht zu teuer.

LichtBlick entwickelt mit der Software SchwarmDirigent eine Plattform für die wirtschaftliche Optimierung und Vernetzung kleiner Energieanlagen. Der SchwarmDirigent ermittelt anhand von Markt- und Verbrauchsdaten, wo der Strom die höchsten Einnahmen einspielt. Wahlweise kann er an der Börse vermarktet, dem Netzbetreiber als Regelenergie verkauft oder im eigenen Haus verbraucht werden. So verdient der Kunde mit seinem Kraftwerk Geld. Und der Schwarm dezentraler Kraftwerke und Batteriespeicher kann so gesteuert werden, dass das Netz jedezeit stabil bleibt. LichtBlick setzt dieses Konzept bereits erfolgreich mit 900 dezentralen ZuhauseKraftwerken um.


Zurück zur Übersicht »

1 Kommentar

  • Sigwart Zeidler sagt:

    es freut mich, hier zu lesen, daß Desertec und Offshore-Windkraft der falsche Weg sind, da sie die zentralen Machtverhältnisse im Energiemarkt wieder zementieren. Dies entsprich nämlich exakt der Aussage, die ich selbst im Blogbeitrag „Von der Energiewende zur Energierevolution“ http://url9.de/qAB getroffen habe.
    Interessant ist dieser nun offiziell von Lichtblick vertretene Standpunkt deshalb, weil in der Studie „2050 Die Zukunft der Energie“ http://url9.de/MXG, welche ja von LB in Auftrag gegeben worden ist, noch von etwa 45% Anteil Offshorewindkraft an der gesamten Stromversorgung für das Jahr 2050 ausgegangen wurde. Zu dieser Einsicht mein herzlicher Glückwunsch.
    Dennoch scheint mir der Hinweis notwendig, daß die konventionellen BHKW nicht die endgültige Lösung auf dem Weg zur dezentralen Energieversorgung sein können. Mittel- bis langfristig kann nur die Nutzung der Vakuumenergie die Energieprobleme der Menschheit umweltgerecht und im Einklang mit den Naturgesetzen lösen. Ansätze dafür gibt es bereits. Ich erwähne hier nur die Nutzung der kalten Fusion durch den Italiener Rossi in seinem ECat, der in einer 1 MW-Version bereits lizensiert ist http://url9.de/MXF.
    Die Grundlagen und physikalischen Fakten zur Vakuumenergie sind am vollständigsten von Prof. Claus Turtur zusammengefasst worden: http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=0e-w56VaO9A

    Sigwart Zeidler


Artikel kommentieren


Ich habe die Datenschutzhinweise von LichtBlick, insbesondere die Hinweise zur Kommentarfunktion und dem dort erläuterten Zweck der Datenverarbeitung gelesen und bin damit einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck gemäß der Datenschutzerklärung verarbeitet werden. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Bei Fragen zum Datenschutz wenden Sie sich bitte an datenschutz@lichtblick.de.