SCHWARMENERGIE

Bundesgerichtshof stärkt die dezentrale Energiewende

Im ZuhauseKraftwerk sind die Zähler direkt integriert - und das zu Recht, Foto: LichtBlick
Im ZuhauseKraftwerk sind die Zähler direkt integriert – und das zu Recht, Foto: LichtBlick

In der alten Energiewelt wurde ein Stromzähler immer analog außerhalb einer Energieanlage – wie einem Blockheizkraftwerk, einer Wärmepumpe oder einer Solarbatterie –  angebracht. In einem wegweisenden Urteil zum Einsatz von Stromzählern hat der Bundesgerichtshof nun die dezentrale und digitale Energiewende gestärkt: künftig sind auch fernauslesbare digitale Stromzähler, die im Kraftwerk integriert werden, gestattet. Auf diese Weise werden Energieanlagen für Verbraucher preiswerter und können einfacher in den Strommarkt eingebunden werden.

Rechtsstreit zwischen LichtBlick und EWE

Die in diesen Tagen veröffentlichte Grundsatzentscheidung (BGH EnVR 45/13) beendet einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen LichtBlick und dem nordwestdeutschen Unternehmen EWE Netz, der auch Schützenhilfe vom Branchenverband BDEW erhalten hatte. Dabei war die Rechtsauffassung von LichtBlick bereits 2012 von der Bundesnetzagentur bestätigt worden. EWE Netz hat nun bis zum Bundesgerichtshof erfolglos dagegen prozessiert.

Seit 2011 hat die Netzgesellschaft des Energiekonzerns EWE versucht, den Anschluss unserer ZuhauseKraftwerke in ihrem Netzgebiet zu verhindern. Als Begründung hieß es: der fernauslesbare Stromzähler – die Schnittstelle des ZuhauseKraftwerks zum Stromnetz – sei nicht am sogenannten „zentralen Zählerplatz“ und damit an der falschen Stelle installiert.

Fernauslesbare Zähler versus Vor-Ort-Ablesung

Bisher werden Stromzähler am zentralen Zählerplatz (vor allem in Schaltschränken) eingebaut – auch damit sie vom Netz-Unternehmen vor Ort abgelesen werden können. Um Kosten zu sparen, ließ LichtBlick fernauslesbare Zähler in seine Kraftwerke integrieren, die die Messdaten im 15- Minuten-Takt auswerten und übertragen. EWE Netz bestand jedoch auf der Vor-Ort-Ablesung und zwang LichtBlick, zusätzlich einen weiteren, teuren Viertelstundenzähler in einem Zählerschrank des Kunden zu installieren. Das ist nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs nun nicht mehr erforderlich.

Teure Zähler und Ableseverfahren in Zukunft überflüssig

Mit diesem Grundsatzurteil können Zähler zukünftig preiswert in dezentrale Energieanlagen integriert werden. Und die Entwicklung schreitet weiter voran: Elektroautos, Solarbatterien oder Blockheizkraftwerke werden immer intelligenter. Über integrierte Steuergeräte – eine Art „Mini-Computer“ – werden schon heute alle nötigen Daten erfasst und in Echtzeit übertragen. Teure Zähler und Ableseverfahren werden damit überflüssig. Von den sinkenden Kosten profitieren vor allem die Verbraucher.

 


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