SCHWARMENERGIE

Barbara Hendricks besucht LichtBlick SchwarmHaus®

Am 28. Juli war ein besonderer Tag für LichtBlick: Wir hatten in unserem SchwarmHaus® in Hamburg-Wilhelmsburg Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks zu Besuch. Die Umweltministerin machte im Rahmen ihrer Sommertour einen Zwischenstopp bei uns. Das Programm war schon sehr straff organisiert: Begrüßung, kurzer Vortrag, Besichtigung des Hauses und ein kurzes Gespräch mit einem der SchwarmHaus®-Bewohner und dann ging es auch schon wieder weiter. Doch so kurz der Besuch auch gewesen ist, Barbara Hendricks hat sich sichtlich für unser Forschungsprojekt interessiert.

Barbara Hendricks mit Gero Lückings von LichtBlick, Foto: LichtBlick
Barbara Hendricks mit Gero Lückings von LichtBlick, Foto: LichtBlick

Eigene Energie und E-Mobilität

Warum ist der Besuch für uns so wichtig gewesen? Das SchwarmHaus® – oder wie es offiziell heißt, das 3E-Mehrfamilienhaus (die drei E stehen für Eigenerzeugung, Eigenverbrauch und Elektromobilität) ist das Haus der Zukunft. In Hamburg-Wilhelmsburg versorgen ein Blockheizkraftwerk und PV-Anlagen die Bewohner mit Strom und Wärme. Wird zu viel Strom erzeugt, kann dieser in einer großen Solarbatterie oder in zwei Batterien der beiden Elektroautos zwischengespeichert werden. So deckt die grüne, im Haus erzeugte Energie einen Großteil des benötigten Stroms und lädt zugleich die beiden E-Autos mit preiswertem Strom aus Erneuerbaren. Die Herausforderung bei dem Forschungsprojekt war das Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten: die eigene, grüne Energieerzeugung, die Prognosen für den Verbrauch im Haus und das optimierte und zugleich nutzerfreundliche Laden der E-Autos für möglichst preiswerten E-Fahrspaß für die Bewohner.

E-Autos grün laden

Wir haben mit dem Projekt jedoch gezeigt, dass es möglich ist und wie nachhaltige Energieversorgung und Mobilität in einem Mehrfamilienhaus schon heute aussehen könnte. Und was besonders wichtig ist: Die Bewohner waren von dem Projekt absolut begeistert – vor allem davon, dass sie so viel eigene erneuerbare Energie im Haus nutzen können und vom E-Auto. Dazu gehörte nicht nur der Fahrspaß, sondern durch die von uns optimierte Energieversorgung konnten die Bewohner im Sommer rund zwei Drittel des für die Elektroautos benötigten Stroms selbst erzeugen. Im Winter wurde der Fahrstrom sogar zu hundert Prozent im Haus selbst produziert.

Mit dem SchwarmHaus® in die Zukunft

Bundesumweltministerin im Gespräch mit Christian Appel von LichtBlick, Foto: LichtBlick
Bundesumweltministerin im Gespräch mit Christian Appel von LichtBlick, Foto: LichtBlick

Was könnte das für die Zukunft bedeuten? Vor allem in Städten könnte das SchwarmHaus® ein richtungsweisendes Baukonzept sein. Mit der vor Ort erzeugten und verbrauchten Energie werden die Stromnetze entlastet, mit den E-Autos im Carsharing-Modell verpesten zum einen keine Abgase mehr die Luft und zum anderen stehen weniger Autos (ungenutzt) herum. Das beste: Im Prinzip sind alle Komponenten für das SchwarmHaus® vorhanden und müssen nicht erst entwickelt werden.

Daher hoffen wir, dass Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks nicht nur die vielen, tollen Eindrücke vom Mehrfamilienhaus der Zukunft mit nach Berlin nimmt, sondern auch unsere politischen Empfehlungen.

Unsere politischen Empfehlungen

Denn mit dem Mieterstromgesetz hat die Regierung einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur dezentralen Energiewende gemacht. Doch bis Projekte wie das SchwarmHaus® sich im Markt etablieren können, muss auf politischer Seite noch einiges passieren. Dazu gehört unter anderem ein verbessertes Zusammenspiel der Erneuerbaren in allen Bereichen – also bei Strom, im Verkehr und bei der Wärme, wie bei unserem Projekt. Zudem müssen Speicher, ob stationär im Keller oder mobil im E-Auto, wie andere systemdienliche Speicher behandelt werden. Das heißt, dass sie von Umlagen und Netzentgelten befreit werden müssen.

Wir haben gezeigt, dass das SchwarmHaus® funktioniert, dass es Vorteile für die Energiewende und den Klimaschutz mit sich bringt, dass es die E-Mobilität fördert und vor allem: dass die Bewohner es lieben. Daher setzen wir jetzt auch alles daran, dass aus dem Forschungsprojekt bald echte Projekte werden.

Das Forschungsprojekt 3E-Mehrfamilienhaus wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert und 2015 von der Bundesregierung zum „Leuchtturmprojekt der Elektromobilität“ ernannt.


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