SCHWARMENERGIE

Smart-City: Digitalisierung der Energie

Was das SchwarmHaus ist und wie es sich darin lebt, berichteten Christian Appel (rechts) und Immanuel Lütjohann (links), Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)
Was das SchwarmHaus ist und wie es sich darin lebt, berichteten Christian Appel (rechts) und Immanuel Lütjohann (links), Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)

Wie leben wir in der Energiezukunft? Und wo steht Hamburg zum Thema Digitalisierung der Energiewende? Das waren die Themen auf der gemeinsam von LichtBlick und dem WWF veranstalteten Debatte am 24. Mai. Sie fand in den neuen LichtBlick-Büroräumen im Afrikahaus statt, in denen das Energie- und IT-Unternehmen seit einigen Monaten innovative Produkte für die internationale Energiewende entwickelt und vertreibt.

Impulse für die digitale Energiewende

Eberhard Brandes, CEO vom WWF, und Heiko von Tschischwitz, CEO von LichtBlick, diskutierten mit interessanten Impulsgebern, dem Hamburger Senator für Umwelt und Energie, Jens Kerstan, sowie 50 geladenen Gästen aus der Hamburger Politik, aus den Behörden, Unternehmen und Verbänden intensiv über drei große Themen.

Das intelligente SchwarmHaus

Intelligente Stromwelt: Christian Appel, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung bei LichtBlick, stellte das Forschungsprojekt „3E Mehrfamilienhaus“ vor. Mittels einer Solaranlage auf dem Dach, einem ZuhauseKraftwerk und Batterien sowie zwei E-Autos vor der Tür leben die 30 Menschen in diesem Haus energetisch schon in der Zukunft. Denn das Haus ist über den SchwarmDirigent® in den Strommarkt integriert und kann so den überschüssigen Strom dann verkaufen, wenn er im Netz gebraucht wird. Immanuel Lütjohann, einer der Bewohner, war ebenfalls vor Ort. Er sagt: „Eigentlich hat sich gar nichts verändert. Der Strom kommt weiterhin aus der Steckdose und ist genauso verfügbar wie vorher. Aber gefühlsmäßig ist es etwas anders auf dem Dach produzierten Strom selbst zu nutzen oder zu speichern. Es ist einfach ein gutes Gefühl.“

Hier finden Sie kurze Statements von Christian Appel und Immanuel Lütjohann zum SchwarmHaus

Für Verkehrswende braucht es mehr als E-Autos

Digitalisierung im Verkehr: Prof. Knie hat konkrete Vorstellung, wie das aussehen könnte, Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)
Digitalisierung im Verkehr: Prof. Knie hat konkrete Vorstellung, wie das aussehen könnte, Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)

Intelligent unterwegs? Digitale Verkehrswende vs. reale Stadtplanung: Professor Knie, Leiter des InnoZ (Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel) in Berlin und Mobilitätsforscher lobte Hamburg erst einmal für das erfolgreichste Radverleihsystem der Welt. Nutzen statt besitzen – egal ob Auto oder Fahrrad, das ist laut Prof. Knie die Zukunft, auch und gerade im Bereich der urbanen Mobilität. Lediglich ein Verbrennungsauto durch ein E-Auto zu ersetzen, wird der Herausforderung keinesfalls gerecht. Und auch wenn wir im Bereich der Stromwende schon einiges geschafft haben, in Hamburg und in Deutschland sind wir nach Meinung von Prof. Knie noch meilenweit entfernt von einer Verkehrswende. Deshalb schlägt er ein EMG, ein Elektromobilitätsgesetz vor. Analog zum EEG sollen private Besitzer von E-Autos, die mit Ökostrom betrieben werden, Mitfahrten anbieten und bekommen diese vom örtlichen ÖPNV Betreiber vergütet. Organisiert wird der Ablauf über eine Plattform. Dies könnte ein Beitrag zur Verkehrswende sein.

Hier finden Sie ein kurzes Statement von Professor Knie.

Harald Neidhardt sieht noch erheblichen Nachholbedarf zum Thema Digitalisierung in Hamburg, Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)
Harald Neidhardt sieht noch erheblichen Nachholbedarf zum Thema Digitalisierung in Hamburg, Foto: LichtBlick/WWF (Oliver Poppke)

Mehr digitale Beschleunigung gewünscht

Energie in der sharing economy: Harald Neidhardt, Mobile Entrepreneur, erwartet noch mehr Beschleunigung und digitalen Wandel in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Er sieht bisher nicht, dass Behörden und Ämter mit der Geschwindigkeit der Veränderungen zurechtkommen. Viele Initiativen, die zum Ziel haben, die digitale Infrastruktur in Hamburg zu verbessern und Unternehmen miteinander zu vernetzen, blieben Stückwerk. Die Menschen sind da schon ein Stück weiter, sie nutzen die Möglichkeiten, über die Digitalisierung Einfluss zu nehmen. Inwiefern eine von den Bürgern getragene sharing economy auch im Bereich der Energie funktionieren wird, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Stromtauschplattformen sind jedenfalls noch Zukunftsmusik.

Hier finden Sie ein Statement von Harald Neidhardt.

Auch die Energiewirtschaft nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung und entwickelt Produkte für eine Welt aus 100% Erneuerbaren. Das Spannungsfeld zwischen zentral und dezentral, Produzent, Prosumer und Konsument zwischen Stromlieferung und Eigenverbrauch ist noch in ständiger Veränderung.
Es bleibt spannend!

LichtBlick und der WWF sind überzeugt, dass der rasche Umstieg von fossil-nuklearen auf erneuerbare Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr die zentrale Voraussetzung für Klimaschutz, eine risikoarme Energieversorgung und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in den kommenden Dekaden ist. Wir wollen unsere Kräfte bündeln und gemeinsam die Energiewende beschleunigen. Weitere Informationen und mehr Energiewende-Zeugen finden Sie auf unserer gemeinsamen Webseite.


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