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Weg von Kohle und Atom – Selbst ein Zeichen setzen

Die bevorstehende Rodung des Hambacher Waldes ist für viele zum Zeichen für den Kampf gegen die Kohle geworden. Wer selbst vor Ort nicht unterstützen kann, hat andere Möglichkeiten ein Zeichen zu setzen: Zeigen Sie den Kohle- und Atomkonzernen mit einem Wechsel zu einem echten Ökostromanbieter die rote Karte! Doch nicht überall, wo öko draufsteht ist auch öko drin. Wir geben Ihnen einige Tipps.

Wie finde ich den richtigen Ökostromanbieter?

Verbraucher sollten insbesondere darauf achten, dass der jeweilige Versorger in allen Tarifen ausschließlich Ökostrom anbietet. Der Stromanbieter verzichtet also komplett auf Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken. Zudem gibt es keine Verflechtung mit der Kohle- oder Atomindustrie gibt. Die Organisation Robin Wood gibt hierfür beispielsweise eine gute Übersicht. Gute Anhaltspunkte bieten auch die Siegel wie ok-power, Grüner Strom Label und Öko-Test.

Innogy und Eon liefern ihren Kunden besonders klimaschädlichen Strom, Grafik: LichtBlick
Innogy und Eon liefern ihren Kunden besonders klimaschädlichen Strom, Grafik: LichtBlick

Wie grün sind Energiekonzerne und Stadtwerke wirklich?

Inzwischen bieten gefühlt alle Anbieter mindestens einen Ökostrom-Tarif an – von den großen Energiekonzernen bis zum kleinsten Stadtwerk. Doch gerade hier lohnt sich ein zweiter kritischer Blick. In unserem aktuellen Stromanbieter-Check haben wir uns die 50 größten Versorger in Deutschland genauer angeschaut. Die RWE-Tochter innogy, die sich selbst Ökostrom-Anbieter nennt, kauft gerade mal drei Prozent Ökostrom ein, die restlichen 97 Prozent sind Kohle- und Atomstrom. Ähnlich sieht es bei Eon aus – sie kommen auf einen Anteil von gut sieben Prozent Ökostrom. Doch auch viele Stadtwerke, geben sich grüner als sie sind: Die Stadtwerke Erfurt haben einen Anteil von sieben Prozent Ökostrom, knapp 89 Prozent sind Kohlestrom. Auch die Stadtwerke Kiel werben mit einer „nachhaltigen Stromversorgung“. Doch Ökostrom macht bei ihnen nur acht Prozent aus.

Wer wenig Ökostrom im Angebot hat, kann auch bei den CO2-Emissionen nicht wirklich klimafreundlich sein. Den klimaschädlichsten Strom aller untersuchten Versorger liefert die RWE-Tochter innogy. Im Durchschnitt aller von innogy angebotenen Tarife verursacht jede Kilowattstunde Strom 813 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid (CO2). Das sind 64 Prozent mehr als der offizielle Wert von 495 Gramm. Höhere durchschnittliche CO2-Emissionen als offiziell angegeben verursachen auch die Stromangebote bekannter Anbieter wie EWE, Vattenfall, Eon, E wie Einfach, DB Energie und Yello Strom. Beim Anbieter eprimo liegt der tatsächliche CO2-Austoß sogar 83 Prozent über dem im Anbieter-Strommix veröffentlichten Wert.

Wie erkenne ich, wie grün ein Stromanbieter tatsächlich ist?

Leider ist auf den ersten Blick meist nicht leicht zu erkennen, wie grün ein Anbieter ist. Wer auf Vergleichsportalen das Kriterium Ökostrom auswählt, bekommt eine Vielzahl an Tarifen – doch es fehlen die Informationen zu den Anbietern. Jeder Stromanbieter muss jedoch auf der eigenen Webseite Angaben zum Strommix machen. Die Angaben sind meist auf irgendwelchen Unterseiten gut versteckt. Wenn Sie die Stromkennzeichnung gefunden haben, können Sie sehen, wie hoch der Anteil an erneuerbaren Energien ist. Wir bieten Ihnen zudem eine Übersicht der  größten Anbieter. Sollte Ihr regionaler Versorger nicht dabei sein, schreiben Sie einen kurzen Kommentar unter den Beitrag. Wir berechnen Ihnen den Stromeinkauf und den CO2-Ausstoß jedes Stromanbieters.

Was ist der Unterschied zwischen Strom aus Erneuerbaren und EEG-Strom?

Neben dem Anteil aus Erneuerbaren gibt jeder Stromanbieter auch den Anteil aus EEG-Strom an. Das ist allerdings für die Verbraucher eine zusätzliche Verwirrung. Denn die Anbieter können sich bei der Stromkennzeichnung auf die gesetzlichen Vorgaben berufen. Der Gesetzgeber verpflichtet Versorger, einen EEG-Stromanteil von bis zu 46 Prozent auszuweisen – obwohl die Unternehmen den subventionierten EEG-Strom nicht für ihre Kunden beschaffen. Die Folge: Der Anteil Atom- und Kohlestrom wird in der Kennzeichnung zu niedrig angegeben. Für den Kunden sehen viele Stromtarife umweltfreundlicher aus, als sie tatsächlich sind. Unsere Forderung ist daher: Da Verbraucher mit der Zahlung der EEG-Umlage den Ausbau von Windrädern und Solaranlagen finanzieren, sollen sie künftig auch in verständlicher Weise auf ihren Energiewende-Beitrag hingewiesen werden. Die EEG-Umlage hat jedoch keinen Einfluss auf den Stromeinkauf der Versorger. Deshalb darf der EEG-Strom künftig nicht mehr in der Stromkennzeichnung der Energieanbieter auftauchen.

Worauf gilt es bei einem Wechsel noch zu achten?

Ein Stromanbieter sollte neben Ökostrom auch faire Konditionen und guten Service bieten, Foto: LichtBlick
Ein Stromanbieter sollte neben Ökostrom auch faire Konditionen und guten Service bieten, Foto: LichtBlick

Für Verbraucher ist neben der Stromqualität noch wichtig, dass sie zu einem seriösen, verlässlichen Anbieter wechseln. Sie sollten auf faire Vertragskonditionen, gute Erreichbarkeit und transparente Preisgestaltung achten.

LichtBlick gehört, wie unter anderem auch Greenpeace Energy und Naturstrom, zu einem der wenigen echten Ökostromanbietern in Deutschland. Wir bieten unseren Kunden 100% Ökostrom, eine Unternehmensphilosophie die komplett auf die Energiewende ausgerichtet ist, einen mehrfach ausgezeichneten und kompetenten Kundenservice sowie mit dem Schutz von Regenwald einen zusätzlichen Klimaschutz-Mehrwert. Alle Informationen zu unserem Stromtarif und zum Wechsel finden Sie auf unserer Webseite.

Übrigens: Wenn Sie bis zum 31. Oktober 2018 zu LichtBlick wechseln, sparen Sie bis zum 31. März 2019 die Grundgebühr.

 

 


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