RATGEBER & SERVICE

3. Teil: Die Energiebranche und ihr Fachchinesisch

Der Strompreis setzt sich aus vielen unterschiedlichen Komponenten zusammen, Foto: PantherMedia
Der Strompreis setzt sich aus vielen unterschiedlichen Komponenten zusammen, Foto: PantherMedia

Heute geht es um die häufig gestellte Frage : Wie setzt sich eigentlich der Strompreis von LichtBlick zusammen?

So kommt der Strompreis zustande

Rund ein Drittel des Strompreises entstehen durch Abgaben (z. B. Konzessionsabgabe) und Steuern. Die Konzessionsabgabe geht an Städte und Kommunen . Während zum  Beispiel die Strom- und Mehrwertsteuern direkt an den Staat fließen. Ein weiteres Drittel zahlen wir an die Netzbetreiber, damit wir die Stromnetze nutzen dürfen. Das letzte Drittel und damit der Rest unseres derzeitigen Strompreises nutzen wir für den Stromeinkauf und weitere Leistungen – wie zum Beispiel  für Personalkosten.

Der LichtBlick-Strompreis setzt sich aus einem Arbeitspreis, auch Kilowattstundenpreis genannt, und einem Grundpreis zusammen:

  • Eine Kilowattstunde kostet bei uns 21,99 Cent .
  • Der Grundpreis beträgt 8,95 Euro pro Monat.

Beide Angaben sind Bruttopreise, da die 19 Prozent Mehrwert- oder Umsatzsteuer bereits enthalten ist.

Ein Beitrag von Katrin Winzer, im Kundenmanagement bei LichtBlick


Zurück zur Übersicht »

7 Kommentare

  • Katinka Königstein sagt:

    Hallo Frau Wunderlich,

    Herr Kampwirth ist derzeit unterwegs, daher antworte ich Ihnen:
    1. Wie bereits von Herrn Kampwirth geschrieben, kaufen wir Ökostrom in einem „rollierenden Verfahren“. D.h., den Strom, den wir Ihnen heute liefern, haben wir in den letzten vier Jahren eingekauft. Der Preis ist also ein Mischpreis aus den Strompreisen der letzten Jahre. So sichern wir uns – und unsere Kunden – gegen starke Preisschwankungen ab. So mussten wir z.B. im Rekordjahr 2008 den Strompreis nicht erhöhen. Im Gegenzug führen niedrigere Preise an der Börse aber auch nicht gleich zu Preissenkungen.
    2. wir bauen keine heimischen Großkraftwerke, sondern installieren seit Ende 2010 dezentrale ZuhauseKraftwerke, die bedarfsgerecht Strom und Wärme erzeugen. Aufgrund der hohen Flexibilität der Anlagen – sie können innerhalb von nur einer Minute zu – oder abgeschaltet werden – können sie die Erneuerbaren optimal ergänzen.
    3. Zu Anfang der Marktregulierung wurden die Netznutzungsgebühren gesenkt, zwischenzeitlich aber auch wieder überraschend gesteigert und im vorherigen Jahr kam es zu moderaten Absenkungen. Diese Entwicklungen fließen natürlich in unsere Preisberechnungen mit ein.

    Schöne Grüße
    Katinka Königstein


  • Kathe Wunderlich sagt:

    Hallo R.K.
    uns geht es wie Frau Pfeiffer: man wundert sich, dass unser Ökostrom-Lieferant ins gleiche Horn bläst wie die vier Strom-Oligarchen! Ihre Strombeschaffung samt EK-Strategie muss ein wesentlicher Teil Ihrer Leistung sein. Als Verbraucher müssen wir lesen, dass an der Leipziger Strombörse der Öko-Strom zu hökerpreisen verschleudert wird. Haben wir da gar nichts davon? Denn als Lichtblickkunden wollen wir das Extra am Preis in einer nützlichen Sache sehen. Und sind dabei keinesfalls blinde Melkkühe, die sich nicht für ökonomische Aspekte interessieren.

    Auch am Zubau heimischer Kraftwerke könnten Sie sich beteiligen, um Ihre EK-Position bei den Norwegern zu verbessern.

    Schlussendlich haben Sie vergessen zu erwähnen, dass durch die Marktregelung der Bundesnetzagentur die Netzdurchleitungsgebühren signifikant gesenkt wurden!
    sonnige Grüße
    Kathe W.


  • Ralph Kampwirth sagt:

    Liebe Frau Pfeiffer,
    da wir „zwischen den Jahren“ dünn besetzt sind, kommt unsere Antwort erst jetzt und auch nicht von Frau Winzer, sondern von mir. Die Sache mit dem Strompreis ist leider etwas komplizierter, als es derzeit in den Medien dargestellt wird. Von daher ist der Hinweis von Schinderhannes sehr treffend.

    Ich versuche es mal der Reihe nach:

    1. Es ist vollkommen richtig, dass die Beschaffungskosten für Strom (z.B. an der Strombörse) heute deutlich niedriger liegen als z.B. 2008 – als die Preise Rekordhöhen erreichten.

    2. Wie sich diese niedrigeren Beschaffungskosten auf die einzelnen Stromanbieter auswirken, ist aber je nach Einkaufsplan der Anbieter sehr unterschiedlich.

    3. Bei LichtBlick läuft es so: Wir haben einen langfristig angelegten Einkaufsplan für Strom. D.h., den Strom, den wir Ihnen 2011 liefern, haben wir über mehrere Jahre quasi „scheibchenweise“ eingekauft (Energiehändler sprechen von „rollierender Beschaffung“). Der Beschaffungspreis für Ihren LichtBlick-Strom ist also ein Mischpreis aus den den sehr stark schwankenden Strompreisen der letzten Jahre.

    4. Warum kaufen wir Ökostrom „scheibchenweise“? Wir sichern uns und unsere Kunden gegen starke Preisschwankungen ab. Als 2008 die Strompreise Rekordhöhen erreichten, mussten wir unseren Strompreis deshalb nicht erhöhen (wovon Sie, wenn Sie damals schon unsere Kundin haben, dann profitiert haben). Umgekehrt ist es aber so, dass wir jetzt, wo die Beschaffungspreise niedrig sind, nicht gleich den Strompreis senken können. Das ist wie bei soliden, nachhaltigen Aktienfonds – die machen auch nicht jede Kursschwankung mit.

    5. Wie sieht es konkret 2011 aus? 2011 liegt unser Beschaffungspreis für LichtBlick-Strom ziemlich exakt auf dem Niveau von 2010. D.h., wir hatten keinen Spielraum, die erhöhte EEG-Umlage auch nur teilweise durch niedrigere Einkaufskosten auszugleichen. Gleichzeitig haben wir aber nicht nur die erhöhte EEG-Umlage, sondern auch die sinkende Umlage für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Umlage) an unsere Kunden weitergegeben.

    6. Was ist noch wichtig: Die Beschaffungskosten für Strom machen weniger als ein Drittel des Preises aus. Der Rest sind Gebühren für den Stromtransport (darauf haben wir keinen Einfluß) sowie Steuern und Abgaben (auf die haben wir natürlich auch keinen Einfluß).

    Ich hoffe, diese Erläuterungen helfen weiter – und ich hoffe noch mehr, dass Sie uns treu bleiben!

    Ihnen und allen Leserinnen und Lesern bei dieser Gelegenheit einen guten Start ins neue Jahr!

    Beste Grüße
    Ralph Kampwirth


  • Schinderhannes sagt:

    @Anette Pfeiffer
    „Immerhin haben sich Ihre Beschaffungskosten für Strom in den vergangenen Jahren um bis zu 40% reduziert. “

    Es würde mich sehr interessieren, wie Sie zu dieser Aussage kommen? Kennen Sie Lichtblicks Beschaffungskosten? – Immerhin muß man bedenken, daß der „grüne“ Strommarkt eine andere Welt ist, als der traditionelle. Aber für konkrete Fakten bin immer ganz Ohr! 🙂

    Besten Gruß


  • Annette Pfeiffer sagt:

    Sehr geehrte Frau Winzer,
    ich bin seit mehreren Jahren Kundin bei Lichtblick. Auf Ihre Ankündigung (per mail)die Strompreise zum 1.1.2011 zu erhöhen habe ich eine Antwort gesendet aber bisher keine Antwort von Ihnen erhalten. Daher wende ich mich heute an Sie mit der Bitte, mir zu erklären, wie es sein kann, dass auch Ihr Unternehmen zum 1.1.2011 die Strompreise deutlich anheben wird obwohl Ihre enormen Gewinne es durch aus zulassen würden die Abgabe für die Einspeisung von Solarenergie nicht an die Stromkunden weiterzugeben. Immerhin haben sich Ihre Beschaffungskosten für Strom in den vergangenen Jahren um bis zu 40% reduziert. Diese Kostenersparnis haben Sie aber nicht an Ihre Kunden weitergegeben sondern im Gegenteil munter die Preise erhöht, sodass in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland die höchsten Strompreise gezahlt werden müssen. Sollten Sie bei Ihrer Strompreiserhöhung bleiben, werde ich mir sicherlich einen anderen Stromlieferanten suchen. Über einen Reaktion von Ihnen und auch anderen Kunden Ihres Unternehmens würde ich mich freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    A. Pfeiffer


  • Katrin Winzer sagt:

    Hallo Herr Hartmann,

    eine interessante Sichtweise und ein Aufruf, den wir sehr begrüßen.

    Warten wir ab, wie die Entwicklung auf diesem Gebiet voranschreitet, hoffentlich
    in die ökologisch positive Richtung.

    Besten Gruß, Katrin Winzer


  • Michael Hartmann sagt:

    Würde also heißen wenn Lichtblick sich mit „nur“ einem Drittel über Wasser halten kann, könnten die städtischen Stadtwerke das auch, selbst wenn alle Bürger zu alternativen (Öko-)Anbietern wechseln würden und die Stadtwerke nur noch von den Netznutzungsgebühren leben würden.

    Also noch nicht gewechselte Stromkunden: Auch wenn ihr eurer (verschuldeten) Stadt helfen wollt, wechselt trotzdem zu Lichtblick. 🙂


Artikel kommentieren