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Rezension: Gemeinsam den Klimawandel stoppen

24 Seiten, 55 Punkte – der Autor Jörg Matthée möchte mit seinem Buch „55 knackige Punkte, wie wir gemeinsam den Klimawandel stoppen können“ zeigen, dass es nicht viel Vorbereitung und Aufwand bedarf, um sich für den Klimaschutz zu engagieren. Wir haben uns die Tipps einmal angeschaut.

55 Klima-Tipps auf 24 Seiten

Nach einer wirklich kurzen Einleitung geht es direkt ins Thema. Jörg Matthée brachtet Alltagsthemen, wie die Wahl unserer Banken, unseren Lebensmitteleinkauf und natürlich auch unseren Energieanbieter, unter dem Aspekt grüner Entscheidungen. Beim Thema Banken rückt der Autor noch mal in den Fokus, dass unser Geld bei den Banken nicht einfach nur auf dem Konto liegt. Die Geldinstitute arbeiten natürlich damit, das heißt es anlegen und Investitionen tätigen. Doch wissen Sie, was genau Ihre Bank mit Ihrem Geld macht? Matthée zeigt, dass wir allein mit der Wahl unseres Kontos (Klima-) relevante Entscheidungen treffen können.

Was kann jeder von uns gegen den Klimawandel machen? Kleiner Ratgeber gibt Tipps, Foto: PantherMedia
Was kann jeder von uns gegen den Klimawandel machen? Kleiner Ratgeber gibt Tipps, Foto: PantherMedia

Anregungen für den Alltag

Beim Thema Lebensmittel geht der Autor vor allem auf die beiden Themen lange Transportwege und Fleisch- sowie Milchkonsum ein. Beides sind bei der CO2-Bilanz sicher die wichtigsten Punkte. Doch mir fehlt an der Stelle eine etwas differenzierte Betrachtung. Was ich zum Beispiel beim Buch „Vier fürs Klima“ mitgenommen habe, ist, dass die Klimabilanz eines regional angebauten Apfels in einigen Monaten des Jahres durchaus schlechter sein kann als die eines Apfels aus Neuseeland. Das liegt daran, dass die hier geernteten Äpfel in CO2-Lagern gelagert werden. Hier müssten neben regionalen auch saisonale Kriterien unseren Kauf entscheiden.

Die Politik nicht aus der Pflicht entlassen

Das Heft reiht sich mit seinen Tipps in eine lange Liste ähnlicher Aufrufe von Umweltverbänden und Institutionen ein. Neben den eigenen Maßnahmen, sein Leben so klimafreundlich und nachhaltig wie möglich zu gestalten, ist es jedoch wichtig, dass die Verantwortung fürs große Ganze nicht auf die oder den Einzelnen abgeschoben wird. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen und dass klimafreundliches Verhalten belohnt und klimaschädliches Verhalten erschwert wird. So wäre beispielsweise die Einführung einer CO2-Steuer, die auch viele Ökonomen fordern, eine solche Maßnahme. Weitere Schritte müssten ein konsequenter und schneller Umbau der Mobilitätsangebote sein – Abschied vom individuellen Auto und Ausbau eines guten und günstigen öffentlichen Nahverkehr – sowie ein viel stärkerer Ausbau der erneuerbaren Energien.

#FridaysForFuture als Vorbild

Uns allen zeigen gerade Tausende von Schülerinnen und Schülern bei den #FridaysForFuture-Demos, dass sie die Politik nicht aus ihrer Verantwortung lassen. Das ist konsequent, richtig und verdient den größten Respekt. Die Bundesregierung muss dieses Jahr, wie im Koalitionsvertrag beschlossen, endlich ein überzeugendes Klimaschutzgesetzt vorlegen, das alle Ressorts zu verbindlichen Zielen und Maßnahmen verpflichtet. Und natürlich muss der Kohleausstieg verbindlich geregelt werden. Nur so kann Deutschland seine CO2-Emissionen vermindern und seinen Beitrag zu den Pariser Klimazielen leisten.

Das Buch „55 knackige Punkte, wie wir gemeinsam den Klimawandel stoppen können“ von Jörg Matthée ist bei Book on Demands erschienen und kostet 3,67 Euro.

 


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3 Kommentare

  • Frieder Schulz sagt:

    Mir fällt noch was dazu ein. Das Buch erinnert mich auch an den alten Graffiti-Spruch „Stell‘ dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin!“ Übertragen auf den Klimawandel heißt das dann: all das nicht mehr mitmachen, was den Klimawandel bewirkt. Es kann so einfach sein…


  • Frieder Schulz sagt:

    Für nur 99 Cent habe ich mir das eBook gekauft und eben gelesen. Wirklich kurz. Lässt sich schnell lesen. Die Rezension dazu hier im Blog verstehe ich nicht. Für mich ist das absolut keine Broschüre mit gesammelten Tipps, sondern ein politisches Buch von Punkt 1 bis 55, so was wie ein Manifest mit dem roten Faden, wie wir mit unseren Geldausgaben auf politische Weise handeln und Macht ausüben können, zum Beispiel auf Banken, Energieversorger und Konzerne. Demos sind wichtig, aber Unternehmen verstehen die Sprache des Geldes am besten. Lesenswert, am besten 2mal lesen! Übrigens ist es nicht fair, ein Buch mit 24 Seiten und ein Buch mit 304 Seiten miteinander zu vergleichen. Gut an dem Buch finde ich auch, dass der Wille, den Klimawandel zu stoppen, auf 24 Seiten überschaubar und machbar wird. Auf geht’s!


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Herr Schulz,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir wollten den Wert des Buches nicht schmälern. Das Buch ist – auch Dank der 24 Seiten – ein guter Einstieg, wenn man sich für den Klimaschutz engagieren möchte. Es gibt viele gute Denkanstöße und zeigt, dass wir zum Teil nur Kleinigkeiten ändern müssen, um einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Ein Manifest würde ich es jetzt nicht nennen, aber ich finde es großartig vom Autor, dass er auf sein Honorar verzichtet, damit sich wirklich jeder das Buch leisten kann.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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