RATGEBER & SERVICE

My Boo: Nachhaltig gefertigte Bambusräder

Ein grüneres Fortbewegungsmittel als ein Fahrrad gibt es eigentlich nicht. Doch auch bei der Herstellung der Fahrräder sollte das Thema Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Das Kieler Unternehmen my Boo setzt nämlich bei seinen Rädern auf den schnell nachwachsenden Rohstoff Bambus. Bei der Herstellung der Fahrradrahmen eng mit einer ghanaischen NGO zusammen, damit diese unter sozial nachhaltigen Bedingungen produziert werden. Wir haben uns mit Felix Habke von my Boo unterhalten.

Grüner und nachhaltiger geht es nicht - Bambusräder von my Boo, Foto: My Boo
Grüner und nachhaltiger geht es nicht – Bambusräder von my Boo, Foto: My Boo

Bambusräder aus Ghana

Wie ist die Idee zu my Boo entstanden?
Die Idee zu my Boo entstand Ende 2012, nachdem sich unsere beiden Gründer Maximilian Schay und Jonas Stolzke im Rahmen ihres Studiums kennen lernten und Maximilian von einem Schulfreund ein Foto von einem ihnen bis dato unbekannten Bambusfahrrad bekam. Dieser absolvierte zu dem Zeitpunkt ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ghana und entdeckte dort ein Bambusfahrrad. Maximilian und Jonas waren sofort begeistert und begannen zu recherchieren. Dabei stießen sie auf den jetzigen Partner – das Yonso Project. Das ist ein lokales soziales Projekt, das unter anderem aus Spenden finanziert war. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Projekt schon einige erste Erfahrungen mit dem Bau von Bambusfahrrädern und so flogen die beiden Gründer nach Ghana, um sich vor Ort ein Bild zu machen.
Eineinhalb Jahre später feierten wir dann unseren offiziellen Verkaufsstart. Inzwischen kann sich das Yonso Project größtenteils selbst finanzieren und ist nicht mehr ausschließlich auf Spenden angewiesen.

Soziale Nachhaltigkeit

Noch einige Worte zu unserem Partner: Ziel des Projektes ist es, die Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Es werden zum Beispiel Schul- und Studienstipendien vergeben, Bibliotheken ausgestattet und Mikrokredite an junge Frauen vergeben. Vor allem aber arbeiten junge Menschen in der Bambus-Rad-Fertigung. Als wir das erste Mal in Ghana waren, arbeiteten in der Werkstatt drei, vier Menschen, heute sind es rund 20. Alle haben eine spezifische Ausbildung erhalten, werden fair bezahlt, sind sozialversichert und haben eine Perspektive!

Das war seit Anfang an fester Bestandteil unserer Idee – wir wollen konkretes soziales Engagement, ein innovatives Produkt und nachhaltiges wirtschaftliches Handeln miteinander verbinden. Außerdem können wir auf diese Weise aufzeigen, dass genau das kein Widerspruch sein muss, sondern es auch für größere Unternehmen ein Anspruch sein kann oder vielleicht sogar sein sollte.

Rad aus nachwachsenden Rohstoffen

Was ist das Besondere an einem Bambus-Rad?
Der Bambus wächst vor Ort in Ghana und zählt zu den am schnellsten nachwachsenden Rohstoffen. Zudem sind die Bambusrohre sehr leicht und durch ihre harte Außenwand extrem stabil. Vor allem durch seine dämpfenden Eigenschaften ist der Bambus sehr gut zum Bau von Fahrradrahmen geeignet. Er verbindet perfekt die beiden wichtigsten Vorteile von Stahl und Aluminium – hoher Fahrkomfort und ein dynamisches Fahrverhalten. Bei unseren Bambusfahrrädern spielt dann vor Allem die soziale Nachhaltigkeit eine besondere Rolle.

Einzigartiges Konzept von my Boo

Regelmäßig besuchen die Gründer Ghana und engagieren sich vor Ort, Foto: My Boo
Regelmäßig besuchen die Gründer Ghana und engagieren sich vor Ort, Foto: My Boo

Ist my Boo einer der wenigen Anbieter von Bambusrädern oder gibt es mehrere Hersteller?
Es gibt weltweit einige wenige Firmen, die Bambusfahrräder verkaufen. In Deutschland werden Bambusfahrräder immer gefragter. Beliebt sind auch Selbstbau-Kurse, um sein eigenes Rad zu bauen. Mit unserem Ansatz aber, soziale wie ökologische Nachhaltigkeit zu verbinden und dabei qualitativ hochwertige Bambusfahrräder für den Fachhandel zu produzieren, sind wir weltweit einmalig.

My Boo – beim Händler Ihres Vertrauens

Wo kann ich die Räder zu kaufen?
Wie erwähnt, vertreiben die Fahrräder über den Fachhandel. In Deutschland gibt es rund 60 Händler, in denen my Boo Bambusfahrräder zu kaufen sind. Außerdem haben wir in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden, Dänemark und Italien noch mal rund 20 Händler. Wir sind genauso erhältlich, wie eine „normale“ Fahrradmarke.

Bambusrad wird elektrisch

Der E-Bike-Markt boomt. Wird es demnächst ein E-Bambus-Fahrrad geben?
Es wird für die Saison 2017 ein my Boo Bambus-E-Bike mit integriertem Mittelmotor geben. Viel können wir dazu noch nicht sagen, aber auf der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen am Bodensee können Interessierte im September einen ersten Eindruck davon bekommen. Und wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann my Boo natürlich auf Facebook folgen.

Echte Alternative

Was wünschen Sie sich für my Boo in den kommenden fünf Jahren?
Ziel ist es, für den jeden Fahrradfahrer eine ernsthafte Alternative zu seinem herkömmlichen Fahrrad zu werden. Wir sind auf einem guten Weg, dass das Thema Bambusfahrrad in der öffentlichen Wahrnehmung noch präsenter wird.
Unser großes Ziel in Ghana ist es, gemeinsam mit unserem Partner vor Ort eine eigene Schule zu errichten, um noch nachhaltiger die Entwicklung dort prägen zu können.

Webseite mit Händlerkarte: www.my-boo.de


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