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Hinter den Kulissen beim Anbieterwechsel…

Kurioses vom Anbieterwechsel: Ein Eckhaus-Sonderfall, zahlreiche Mails und Ohrwürmer aus Warteschleifen, Foto: LichtBlick
Kurioses vom Anbieterwechsel: Ein Eckhaus-Sonderfall, zahlreiche Mails und Ohrwürmer aus Warteschleifen, Foto: LichtBlick

Blogbeitrag von Cyrus Brocatti, Team Versorgerwechsel

Hallo liebe LichtBlick-Community,

ich werde Ihnen im Folgenden einen kurzen Einblick in den Arbeitsalltag des Teams „Versorgerwechsel“ geben.

Die Aufgabe unseres, aus 17 Menschen bestehenden Teams, liegt darin, Wechselprozesse in Kommunikation mit unseren Marktpartnern – den rund 900 Stromversorgern und 800 Netzbetreibern – zu betreuen, um unsere Neukunden mit Energie versorgen zu können.

Anbieterwechsel: Standartisierte Prozesse

Idealer Weise findet dies in Form von standartisierten Meldungen und Prozessen statt. Von den fleißigen Mitarbeitern im Versorgerwechsel werden diese Meldungen dann durchgesehen und analysiert, um mögliche Probleme rechtzeitig erkennen zu können. All das wird mittels E-Mails in einem Datenformat vollbracht, denen in kodierter Form bestimmte, von der Bundesnetzagentur festgelegte, Kategorien zugrunde liegen.

Diese Kategorien decken – zumindest theoretisch – sämtliche Belange, die einen Versorgerwechsel betreffen können ab; hierzu zählen zum Beispiel:

  • An- und Abmeldungen der Netznutzung beim Netzbetreiber
  • Kündigung der Versorgung bei den bisherigen Lieferanten
  • Bearbeitung von Zwangsabmeldungen durch den Netzbetreiber bei Auszug eines Kunden aus einer Lieferstelle
  • Bearbeitung von Neuversorgerkündigungen, wenn sich ein Kunde von einem anderen Versorger beliefern lassen will.

In den letzten 6 Monaten bearbeiteten wir über 4,5 Mio. solcher Meldungen. Doch damit ist es bei weitem nicht getan; denn darüber hinaus besteht unser täglich Brot im Versorgerwechsel darin, die Daten zwischen den Marktpartnern und LichtBlick ab- und anzugleichen. Um unseren Kunden den bestmöglichen Service zukommen lassen zu können, ist es unerlässlich, dass in regelmäßigen Abständen Zählerwechsel, Umfirmierungen, Namensänderungen etc. abgeglichen werden.

Auch damit der Stromhandel möglichst genau in der Beschaffung sein kann, ist einiger Aufwand notwendig. Voraussetzung hierfür sind möglichst genaue Prognosewerte, die wir u.a. durch den Abgleich der bisherigen Strom – und Gasverbräuche der Kunden ermitteln.

All dies geschieht per Eingang der Bestätigungen der Netznutzung oder in sogenannten Stammdatenänderungen, welche etwa nach Zählerablesungen versandt werden aber auch im monatlichen Abgleich von Gesamtkundenlisten zwischen den jeweiligen Marktpartnern.

Der Sonderfall: Mensch Meier

Spannend wird es, wenn sich aufgrund der Eventualitäten des Lebens im Allgemeinen und die des menschlichen im Besonderen eine Datenlage ergibt, die sich mit den oben genannten Mitteln des Datenaustausches nicht darstellen lässt. Dann schlägt die Stunde der Reklamationen und der Abstimmung mit den anderen Marktpartnern.

Nehmen wir an Mensch Meier zieht in ein neu gebautes Eckhaus an der Kreuzung zweier Straßen ein und möchte zu LichtBlick wechseln. Nehmen wir zudem an, dass dieses Gebäude gerade in einem Gebiet liegt, dessen Verteilnetz an einen neuen Netzbetreiber übergeben wurde. Auf diese Weise kann sich folgendes Szenario ergeben: Das fragliche Gebäude ist so neu, dass die Datenlage im Einzelnen zum Zeitpunkt der Gebietsübergabe beim alten Netzbetreiber noch nicht bekannt war und der neue Netzbetreiber deshalb gar keine Informationen über dessen bloße Existenz übermittelt bekommen hat. Aufgrund der speziellen Lage als Eckhaus stellt sich unter Umständen sogar die Frage unter welchem Straßennamen an der entsprechenden Kreuzung die Lieferstelle hinterlegt werden wird. Und ach so: nach jahrelangem Hin und Her wurde vom Stadtrat jüngst beschlossen die betreffenden Straßennamen aus historischen Gründen umzubenennen. Kein Problem, denn ohnehin war der Ort einer ungünstigen demografischen Entwicklung unterworfen und wurde deshalb in das Nachbarstädtchen eingemeindet…

Unangenehme Nebenwirkungen

Um eine solche Gemengelage zu entwirren, bedarf es einiges an Mail-Verkehr und vor allem an Telefonaten. Letztere können eine unangenehme Nebenwirkung entfalten: Warteschleifenmusik- Ohrwürmer. So begab es sich, dass ein Netzbetreiber, dessen Name dem Team bekannt ist, für jeden Tag eine andere Melodie in der Warteschleife programmiert hatte. Folge: Montags war der Tag an dem so des Öfteren Elton Johns „Nikita“ gesummt wurde und freitags erfreute man seine Kollegen mit den pfeifenden Tönen zum Schlager „Ein Bett im Kornfeld“.

So viel vom Team Versorgerwechsel


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1 Kommentar

  • Michael Hartmann sagt:

    Und ich dachte immer der Beruf des „einfachen Sachbearbeiters“ wäre eintönig und langweilig. So amts-typisch: Papier vom einen Stapel nehmen, an einer Stelle was eintragen oder Stempel drauf und auf den anderen Stapel legen.

    Aber bis auf die langweilige Wartemusik scheint es ja ziemlich Nerven beanspruchend zu sein. Alle Achtung!

    Aber das Gute an der wechselnden Wartemusik ist doch, dass Sie schon merken, wie nah das Wochenende ist 🙂


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