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Heldenmarkt – es geht weiter in Frankfurt, Stuttgart und Berlin

Im Oktober und November werden drei Heldenmärkte in Frankfurt Main, Stuttgart und Berlin stattfinden. LichtBlick ist als Premiumpartner auf allen drei Messen dabei. Uns interessiert natürlich, was hinter dem Heldenmarkt und seinen Organisatoren steht und daher wir haben ein paar Fragen gestellt.

Der Heldenmarkt ist eine Messe für nachhaltigen Konsum
Der Heldenmarkt ist eine Messe für nachhaltigen Konsum

Daniel Sechert, welche Beweggründe gab es und was hat den Anstoß für den Heldenmarkt gegeben?
Mein Geschäftspartner Lovis Willenberg hatte die Idee. Er hatte im Greenpeace Magazin Turnschuhe aus zu 99% recycelten Materialien entdeckt und wollte sie unbedingt haben. Leider war das schwieriger als gedacht, denn in Deutschland war dieses Paar nicht verfügbar. Bei der tiefergehenden Recherche verstärkte sich die These, dass es „guten Produkten“ an Bekanntheit und professioneller Vertriebsstruktur mangelt. Solchen Produkten eine Plattform zu geben, ist der Ansatz der Heldenmarkt-Idee.

Aussteller und Besucher sind unsere Helden

Und mittlerweile hat sich die Idee gut verwirklichen lassen und weiterentwickelt…
Ja, wir veranstalten die Messe für nachhaltigen Konsum mehrmals im Jahr in verschiedenen Städten. Nach München, Stuttgart, Frankfurt und dem Ruhrgebiet soll im kommenden Jahr auch in Hamburg ein Heldenmarkt stattfinden. Aktuell stehen wir in Verhandlungen mit geeigneten Locations.
Neben dem Bereich der Aussteller gibt es ein Rahmenprogramm aus Workshops,  Fachvorträgen, interaktiven Ausstellungen und auch grüne Modenschauen oder vegane Kochshows gehören mittlerweile zum Programm. Wir wollen den sehr abstrakten Begriff ‚Nachhaltigkeit‘ in allen Lebensbereichen greif-, fühl- und erlebbar machen: Nachhaltiger Konsum ist wie ein Mosaik aus bunten Steinen, angefangen bei der Ernährung über Kosmetik bis zur Bankberatung und Energieversorgung. 2010 haben wir mit 65 Ausstellern und 3.000 Besuchern in Berlin angefangen. Dieses Jahr erwarten wir 160 Aussteller zum Hauptstadt-Heldenmarkt. Dabei steigt das Angebot nicht nur quantitativ, auch die Vielfalt wird größer.  Bio-Essen, vegane Lebensmittel, grüne Mode, Schmuck aus fairem Handel, Elektro-Fahrräder, Carsharing, Möbel aus alten wieder aufgebarbeiteten Materialien, echter  Ökostrom, sogar die Krankenversicherung gibt es als grüne Alternative.

Wer sind die Aussteller? Und darf eigentlich jeder ausstellen, der möchte?
Wir wollen vor allem kleineren Herstellern eine Plattform zur Präsentation geben. Das sind unserer Meinung nach Helden, weil diese ihre Vision so kompromisslos verfolgen ohne primär wirtschaftliches Denken. Zweidrittel der Aussteller kommen aus der unmittelbaren Region, was wir toll finden, denn so hat jeder Heldenmarkt sein eigenes Gesicht. Nachhaltigkeit schreibt sich zwar inzwischen fast jeder auf die Fahnen. Aber wir schauen uns die Bewerber ziemlich genau an und bekommen schnell mit, wer es nicht ernst meint. Zum guten Produkt gehören im besten Fall ein Zertifikat (z.B. Bio, Fair Trade), CO2-optimierte Transportwege und soziale Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter. Der Einsatz von Energie aus erneuerbaren Quellen oder auch das Geschäftskonto bei einer ethisch-sozialen Bank sind weitere Indikatoren dafür, dass konsequent bis zu Ende gedacht wird. Etwa 10 bis 15% der Bewerber müssen wir leider ablehnen.

Wer kommt zu den Heldenmärkten?
Helden sind natürlich auch die Konsumenten und Besucher auf unseren Märkten. Viele von ihnen haben ein starkes Interesse und gute Vorkenntnisse bei nachhaltigen Themen. Die Aussteller schätzen sehr, dass so gezielt und wissbegierig, aber auch kritisch nachgefragt wird. Aber natürlich richten sich unsere Angebote gleichwohl an Einsteiger, die sich Impulse holen möchten und noch Informationsbedarf haben. Zum Heldenmarkt kommen alle Altersgruppen, Junge, Ältere, Familien und das quer durch alle Einkommensschichten – denn letztlich betrifft das Thema uns alle.

Best-in-class für die Helden

Worauf kommt es euch an und was unterscheidet euch von anderen?
Wir Konsumenten sind die wahren Entscheider, aber wir wollen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger dogmatische Thesen vertreten.  Das große Konzept der Nachhaltigkeit muss lebbar gemacht werden. Wir wollen informieren, begeistern und verändern und zwar mit Lebensfreude! Der Heldenmarkt bezieht alle Lebensbereiche ein: Ernährung, Wohnen, Geld, Reisen, Kleidung. Aufgrund der Zulassungskriterien können sich die Besucher darauf verlassen, dass auf der Messe sozusagen nur die best-in-class für die einzelnen Bereiche vertreten sind. Das stärkt die Glaubwürdigkeit und schafft Vertrauen.

Foto: Sandra Hermannsen . Forum Futura
Foto: Sandra Hermannsen . Forum Futura

Natürlich interessiert uns auch, warum ihr LichtBlick angesprochen habt, Premiumpartner zu werden?
Energieversorgung ist ein grundlegender und sehr wichtiger Bereich in unser aller Leben – egal, ob zu Hause, im Büro oder eben auf einer Messe. Echten Ökostrom zu beziehen, ist da nur konsequent! Der Markt für echten Ökostrom ist ja sehr überschaubar. Umso mehr freut uns die Kooperation mit dem Marktführer.

„Be the change you want to see in the world!“

Welche Herausforderungen müssen gemeistert werden, um die ursprünglichen Ideen auch wirklich umsetzen zu können?
Wir verfolgen den Ansatz, dass Geld ein gesellschaftliches Gestaltungsmittel ist und wir tagtäglich mit unserem Einkaufsverhalten entscheiden, welche Produkte und Dienstleistungen am Markt bestehen. Wir konzentrieren uns darauf, kontinuierlich genau das über die Plattform Heldenmarkt zu vermitteln und möchten vor allem die neuen Standorte stabilisieren und noch attraktiver machen sowie den Heldenmarkt in weitere Städte bringen. Aktuell sind wir an Hamburg dran und suchen noch nach einer passenden Location. Wer einen Tipp hat, darf sich gerne bei uns melden.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus, wenn gerade keine Messe ist?
Oft wird unterschätzt, wie lange so eine Messe eigentlich für einen Veranstalter andauert. Für Besucher ist die Veranstaltung nur an zwei Tagen sichtbar. Die Organisation dahinter läuft aber über viele Monate. In der Regel ist das Sprichwort „Nach der Messe ist vor der Messe“ ziemlich zutreffend. Die Zeiten zwischen den Messen sind ruhiger, aber enorm wichtig, weil es dann gilt, die Verbesserungspotentiale der letzten Veranstaltung zu erschließen und die Umsetzung neuer Ideen voranzutreiben. Zudem gehen wir viel auf andere Veranstaltungen und halten Ausschau nach neuen Ausstellern oder auch interessanten Programmpunkten.

Und nun ist Zeit fürs Schlusswort!
„Be the change you want to see in the world!“ (Mahatma Gandhi)

 

Das Interview führte Laura Welle aus der Unternehmenskommunikation


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