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Elektromobilität – Jetzt eigene Ladesäule installieren

Wer sich mit Elektromobilität befasst, wird früher oder später über die Frage stolpern: Muss erst das Ladenetz ausgebaut werden, damit es mehr Elektroautos gibt? Oder lohnt sich ein ausgebautes Ladenetz erst, wenn es ausreichend E-Fahrzeuge gibt? Egal wie die Diskussion ausgeht – viele Unternehmen können jetzt einfach die Initiative ergreifen und selbst tätig werden. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Installation von Ladesäulen.

Wie finde ich das richtige Ladesäulen-Modell?

Wer seinen Kunden oder Gästen mit E-Auto einen Lade-Service anbieten möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Ladesäulen-Typen, Grafik: LichtBlick
Wer seinen Kunden oder Gästen mit E-Auto einen Lade-Service anbieten möchte, hat die Wahl zwischen verschiedenen Ladesäulen-Typen, Grafik: LichtBlick

Ladeleistung

Im Grunde gibt es zwei gängige Ladesäulen-Typen: Ladesäulen mit Wechselstrom und Schnellladestationen mit Gleichstrom. Die öffentlich oder halb-öffentlich zugänglichen Ladesäulen bieten in der Regel Wechselstrom. Die Ladeleistung einer Säule gibt an, wie schnell das Auto geladen werden kann. Mit Wechselstrom sind Leistungen bis 22 Kilowatt (kW) üblich. Ein E-Auto kann hier in einer Stunde 150 Kilometer Fahrstrecke laden. Zum Vergleich: Lädt das Auto an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose lädt es in der gleichen Zeit nur bis zu 30 Kilometer Fahrstrecke. An einer Gleichstrom-Säule sind es bei 50 kW Ladeleistung bis zu 350 Kilometer Fahrstrecke in einer Stunde.

Wer seinen Kunden eine Lademöglichkeit bieten möchte, sollte daher eine Ladestation aufbauen. Dafür spricht – neben der langen Ladezeit– dass normale Steckdosen nicht für eine intensive Dauer-Belastung geeignet sind.

Für eine Wechselstrom-Ladesäule reicht eine Ladeleistung von elf Kilowatt vollkommen aus und ist bei den meisten Elektroinstallationen auch ohne größere Umbaumaßnahmen zu betreiben.

Ladepunkte

An einer Ladesäule gibt es bis zu vier Ladepunkte, also die Möglichkeit einen Stecker anzuschließen. Beim Installieren sollte natürlich darauf geachtet werden, dass alle Ladepunkte gut zu erreichen sind. In der Regel kommen meist Säulen mit zwei Ladepunkten zum Einsatz.

Stecker-Typ

Neben Ladeleistung und Anzahl der Ladepunkte ist der Stecker-Typ ein wichtiges Kriterium. Nach einem anfänglichen Durcheinander wurde von der EU der Typ-2-Stecker als Standard-Ladesteckverbindung festgeschrieben. In Asien und Amerika ist eher der Stecker Typ 1 verbreitet. E-Autos, die dort hergestellt wurden, haben jedoch stationsseitig den Typ-2-Stecker. Sollten die Ladekabel jedoch fest an der Säule installiert sein, könnten E-Autos mit dem Typ-1-Stecker nicht an einer Typ-2-Stecker-Säule laden. Zu den Typ 1-Autos gehört unter anderem der weit verbreitete Nissan Leaf (Modelle vor 2018). Elektroautos von Tesla, die Gleichstrom laden können, können auch an den Typ-2-Ladepunkten mit Wechselstrom geladen werden.

Ihre Ladestation sollte also mit einem Typ-2 Stecker versehen sein, so können alle Fahrzeuge bei Ihnen laden.

Besser eigene Ladesäulen oder von Drittanbieter?

Bei eigenen Ladesäulen haben Sie die komplette Hoheit über die Ladesäulen, aber auch alle Pflichten. Es gibt inzwischen Anbieter, wie NewMotion oder demnächst auch LichtBlick, die Service-Leistungen anbieten. Wenn sie den Betrieb der Ladesäule übernehmen, sind sie verantwortlich für die Installation, den reibungslosen Betrieb, die Wartung und die Abrechnung der Ladevorgänge. Welche Stromqualität angeboten wird und die Höhe der Ladekosten können Sie festlegen. Sollten Sie die Lademöglichkeiten nur für Ihre Mitarbeiter, Gäste oder Kunden anbieten und den Strom kostenlos zur Verfügung stellen, benötigen Sie für die Abrechnung in der Regel keinen Drittanbieter. Sobald Kosten pro Ladevorgang entstehen, kann die Unterstützung von erfahrenen Anbietern vor allem bei der Installation erster Ladesäulen sehr hilfreich sein.

Wie wird die Ladesäule installiert?

Die Installation einer Ladesäule sollte immer von einem Elektriker durchgeführt werden. Bei der Installation einer Ladesäule bis 11 KW sind vorab keine besonderen Genehmigungsverfahren zu beachten, jedoch sollte der örtliche Netzbetreiber informiert werden. Ab 11 KW kann gegebenenfalls eine Genehmigung seitens Ihres Netzbetreibers notwendig sein, hierzu kann Ihr Elektriker informieren. Vor der Installation müsste geklärt werden, wo die Säule stehen soll, wie sie erreicht werden kann, ob eine Funkverbindung nötig ist etc. Anschließend muss geprüft werden, ob vorhandene Stromleitungen, die mit Ihrem Hausanschluss verbunden sind, genutzt werden können oder zusätzliche verlegt werden müssen. Wenn Sie weitere Leitungen verlegen müssen, sollten Sie gleichzeitig überlegen, sogenannte Leerrohre zu verlegen. So können Sie später mit relativ geringem Aufwand weitere Säulen installieren.

Einen eigenen Zähler für die Ladesäule benötigen Sie in der Regel nicht.

Vor allem bei einem kostenpflichtigen Ladeangebot ist eine Funkverbindung nötig. Dafür muss eine Kommunikationsschnittstelle mit Netzverbindung vorhanden sein. Die meisten Ladesäulen haben diese Schnittstelle bereits integriert.

Der Typ-2-Stecker hat sich in Europa als gängiger Stecker für das Laden von Elektroautos durchgesetzt, Foto: LichtBlick
Der Typ-2-Stecker hat sich in Europa als gängiger Stecker für das Laden von Elektroautos durchgesetzt, Foto: LichtBlick

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Deutschlandweit gibt es sehr viele unterschiedliche Förderprojekte. Der Ausbau der Elektromobilität ist von der Regierung gewünscht und wird daher von Kommunen, Ländern oder Bund gefördert. Viele Bundesländer, wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen haben eigene Förderprogramme, die Unternehmen bei Ausbau einer Ladeinfrastruktur unterstützen.

Was ist rechtlich zu beachten?

Wenn Sie Betreiber der Ladesäule sind, müssen Sie diese nach der Installation bei dem Netzbetreiber anmelden. Wenn es eine halb-öffentliche Ladesäule ist, muss diese nicht zusätzlich bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Bei einer öffentlich zugänglichen Ladestation ist dies Pflicht und die Vorgaben der Ladesäulenverordnung sind zu beachten.

Als Arbeitgeber können Sie Ihren Mitarbeitern den Strom kostenlos zur Verfügung stellen. Es gilt nach dem Parlamentsbeschluss von Mai 2016 nicht als „geldwerter Vorteil“ für den Arbeitnehmer.

LichtBlick unterstützt Geschäftskunden dabei, Lademöglichkeiten für E-Autos zu schaffen. Bei Fragen und Interesse melden Sie sich gerne telefonisch unter 040-6360-1710 oder per Mail an fahrstrom@lichtblick.de.


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