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Ökostrom-Reform: Die 5 wichtigsten Neuerungen für Verbraucher

Das neue EEG bringt einige Änderungen mit sich, Foto: PantherMedia
Das neue EEG bringt einige Änderungen mit sich, Foto: PantherMedia

Heute, am 1. August 2014, tritt das reformierte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) in Kraft. Im LichtBlickBlog stellen wir die wichtigsten  Neuerungen für Verbraucher vor.

1.  Strompreise für Verbraucher bleiben wohl stabil

Eines der wichtigsten Ziele der Bundesregierung mit der EEG-Reform sind stabile Strompreise. Vor allem die EEG-Umlage, über die alle Verbraucher den Ausbau von Windkraft und Solaranlagen finanzieren, soll nicht weiter steigen.

Nach Ansicht  von Experten wird die Ökostrom-Umlage in Höhe von 6,24 Cent pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel tatsächlich stabil bleiben oder sogar leicht sinken. Das liegt allerdings nicht an der aktuellen Reform. Vielmehr ist die Umlage in diesem Jahr eher zu hoch kalkuliert, so dass Ende des Jahres mit einem Überschuss auf dem EEG-Konto gerechnet wird.

Die ungleiche Verteilung der Energiewende-Kosten zwischen Verbrauchern und Industrie bleibt auch nach der Reform bestehen . Würden Unternehmen angemessen beteiligt, könnten die Stromkosten für Verbraucher sogar sinken.

Die Verbraucher sind allerdings sehr skeptisch. Laut einer LichtBlick-Umfrage glauben 83 Prozent, dass die Strompreise in den nächsten zwei Jahren steigen. Das kann aber auch andere Gründe haben wie zum Beispiel steigende Netzgebühren oder höhere Einkaufspreise für Strom.

2. Eigenverbrauch bleibt für Kleinanlagen abgabenfrei

Gute Nachrichten gibt es für Einfamilienhausbesitzer, die eine Solaranlage auf dem Dach  oder ein Blockheizkraftwerk (BHKW) im Keller planen. Der kostengünstige Eigenverbrauch von Strom mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowatt bleibt auch für nach dem 1. August  2014 installierte Anlagen von der EEG-Umlage befreit.

Für Betreiber größerer Neuanlagen über 10 Kilowatt entfällt die Befreiung. Sie zahlen zunächst 30 Prozent der EEG-Umlage. Dass sind 2014 rund 1,9 Cent pro Kilowattstunde. Dieser Anteil steigt bis 2016 auf 40 Prozent der dann gültigen EEG-Umlage.

Solaranlagen und BHKWs, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden, werden nicht belastet. 2017 soll dies allerdings nochmals überprüft werden.

3. Mieter zahlen mehr für lokalen Ökostrom

Mieter zählen zu den Verlierern der EEG-Reform. Beziehen Mieter Solarstrom oder BHKW-Strom, der im Gebäude erzeugt wird (Mieterstrom), müssen sie künftig für diesen Strom die volle EEG-Umlage zahlen. Bisher war die Umlage für Mieter um 2 Cent reduziert. Die Bundesregierung nimmt so eine sich weiter verschärfende soziale Schieflage zwischen Eigenheimbesitzern und Mietern hin .

LichtBlick wird den Tarif für sein Mieterstrom-Produkt „ZuhauseStrom“ allerdings nicht erhöhen. Wir übernehmen die Mehrkosten für unsere Kunden.

Es gibt aber noch Hoffnung: Die SPD will im Herbst nachbessern  und per Verordnung Mieterstrom-Modelle besser stellen. Ob es soweit kommt, ist aber noch offen. Allerdings sollte die SPD handeln, denn 81 Prozent ihrer Wähler kritisieren die Benachteiligung der Mieter im EEG.

4. Deutscher Ökostrom bleibt für Verbraucher tabu

Ein Ärgernis ist die Regel, dass EEG-Strom von Energieanbietern wie LichtBlick nicht als Ökostrom an Verbraucher geliefert werden darf. Dadurch fließt Ökostrom aus Deutschland auch weiter nur an die Strombörse. Verbraucher finanzieren die Energiewende, dürfen den Strom aber nicht nutzen. Energiewende absurd.

Immerhin enthält das neue Gesetz eine Klausel, mit deren Hilfe die Bundesregierung in den kommenden Monaten die Vermarktung  von EEG-Strom an Endkunden noch ermöglichen könnte. Das federführende Wirtschaftsministerium zeigt bisher aber wenig Interesse an einer solchen Regelung.

5. Ein Plan für die Energiewende fehlt

Deutschland hat viel erreicht bei der Energiewende. Im ersten Quartal 2014 stammten bereits fast 29 Prozent des Stromes aus grünen Quellen. Ein erneuerter Rekord.

Der Bundesregierung fehlt aber noch ein Plan, wie nach dem Atomausstieg auch der Abschied von der Kohle gelingen kann. Zuletzt wurde sogar wieder mehr Kohlestrom erzeugt , der CO2-Ausstoss ist sogar gestiegen. Die Klimaziele Deutschlands sind so kaum noch zu erreichen. Die Bundesregierung setzt noch immer zu stark auf die „alte Energiewelt“ aus Konzernen und Stadtwerken und ihre Großkraftwerke.

Neue, dezentrale Konzepte und Bürger, die in erneuerbare Energien investieren wollen, werden eher benachteiligt. So weitet die Regierung die Förderung der teuren Meeres-Windparks der Konzerne aus, belastet aber kleinere Investoren stärker durch die Eigenverbrauchs-Umlage. Auch innovative Konzepte wie SchwarmEnergie von LichtBlick  spielen in den Konzepten der Regierung noch keine angemessene Rolle.


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