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Die Gänsebratenspitze – ein Energiemärchen?

Ist die Gänsebratenspitze nur ein Energiemärchen aus alten Zeiten, Foto: Gellinger, pixabay
Ist die Gänsebratenspitze nur ein Energiemärchen aus alten Zeiten, Foto: Gellinger, pixabay

Die Gänsebratenspitze ist eine scherzhafte Bezeichnung für den starken Anstieg des Stromverbrauchs am 25. Dezember. Denn dann, so die Annahme, schieben zahlreiche Familien ihre Gans in den Ofen. Stimmt diese Annahme oder ist die Gänsebratenspitze nur ein Energiemärchen aus alten Zeiten?

Da wir Energiedienstleister und nicht Netzbetreiber sind, kennen wir den Jahresverbrauch aber nicht den Tagesverbrauch unserer Kunden. Ob unsere Kunden am Vormittag des 25. Dezembers mehr Strom verbrauchen als an einem anderen Tag im Jahr, können wir daher nicht nachvollziehen. Allerdings verfügen wir über viertelstundengenaue Prognosedaten. Denn, um zu wissen wieviel Ökostrom wir für unsere Kunden ins Netz einspeisen müssen, prognostizieren wir sehr genau wie viel sie aller Voraussicht nach verbrauchen werden. Diese Daten erhalten wir vom örtlichen Netzbetreiber.

Man kann diesen Daten zum Beispiel entnehmen, dass der Strombedarf in der Regel an einem frühen Abend eines Wochentags ansteigt, da dann viele Menschen nachhause kommen und kochen, das Licht, den Computer oder den Fernseher anschalten. Niedrig ist er hingegen in der Nacht und am Nachmittag.

3.3038 Kilowattstunden in einer Viertelstunde

Laut der Prognosedaten des Hamburger Netzbetreibers für den 25. Dezember von 11:45 bis 12 Uhr verbrauchen unsere Hamburger Kunden in dieser Viertelstunde 3.3038 Kilowattstunden. Exakt eine Woche vorher, am 18. Dezember zur gleichen Zeit, werden – so die Prognose – die Hamburger ein Drittel weniger verbrauchen. Liegt dieser Unterschied tatsächlich an dem Gänsebraten im Ofen? Um diese Frage zu beantworten, ist es hilfreich sich weitere Tage vor und nach Weihnachten anzuschauen: Dann fällt auf, dass für die Wochenenden vor und nach Weihnachten fast der gleiche Strombedarf angenommen wird wie für die Weihnachtstage.

Fazit zur Gänsebratenspitze

Es lässt sich bei den Prognosen erkennen, dass für den 25. mehr Stromverbrauch erwartet wird. Allerdings spielt die Gans hierbei wahrscheinlich nur eine untergeordnete Rolle. Denn an Samstagen und Sonntagen fällt der Strombedarf laut Prognose ähnlich hoch aus. Sprich der höhere Strombedarf an Weihnachten lässt sich wahrscheinlich damit erklären, dass die meisten Deutschen dann frei haben und zuhause sind und nicht damit, dass sie einen Gänsebraten zubereiten.


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