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Die Brennprobe – Oder: Wie wir überprüfen, ob ein Stromzähler eventuell defekt ist

Was hat eine Brennprobe mit dem Stromzähler zu tun, Foto: PantherMedia
Was hat eine Brennprobe mit dem Stromzähler zu tun, Foto: PantherMedia

Nachdem unsere Kunden die Turnusabrechnung erhalten haben, kommt es immer wieder vor, dass ein Kunde  sich mit dem Anliegen bei uns meldet, der abgerechnete Verbrauch auf seiner Abrechnung sei zu hoch. So auch wieder vor einigen Tagen:

Das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung meldet sich Frau Bauer. Sie ruft bei uns im Kundencenter mit folgendem Anliegen an: „Ich habe Ihre Abrechnung erhalten und ich bin mir sicher, dass ich im letzten Jahr nicht so viel Energie verbraucht habe, wie angegeben. Können Sie das einmal überprüfen?“

Die Ursachenforschung

Fall A
Gemeinsam mit Frau Bauer überprüfen wir, ob der Zählerstand ihrer Abrechnung mit dem aktuellen Zählerstand übereinstimmt. Die Kundin gibt uns ihren aktuellen Zählerstand durch – dieser ist geringer als der abgerechnete Zählerstand. Nun wenden wir uns mit dem aktuellen Zählerstand an den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber ist als Eigentümer des Zählers für die Messung der gelieferten Energie zuständig. Er liest entweder den Zähler ab oder bittet den Endverbraucher, den Zähler selbst abzulesen und den Stand mitzuteilen. Diesen Zählerstand gibt er dann an LichtBlick für die Erstellung der Abrechnung weiter. Sollte keine Ablesung stattfinden, ist der Netzbetreiber auch berechtigt, den Zählerstand zu schätzen. Unsere Kundin  hat Glück, denn der Netzbetreiber akzeptiert ihren Zählerstand. Wir senden Frau Bauer eine neue Abrechnung zu.

Fall B
In diesem Fall konnten wir unserer Kundin zu ihrem Wohle helfen. Doch der Fall hätte auch anders ausgehen können: Möglich wäre, dass sich nachdem Frau Bauer den Zählerstand abgelesen hat, herausstellt, dass der von uns abgerechnete Zählerstand richtig ist und sich der immens hohe Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr bestätigt. In diesem Fall fragen wir Frau Bauer, ob sie sich eventuell neue, stromintensive Geräte zugelegt hat. Wenn dem nicht so ist, empfehlen wir ihr eine BRENNPROBE durchzuführen.

Wie geht eine Brennprobe?

Wir fragen sie, ob die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

– Ein freier Zugang zum Stromzähler
– Ein freier Zugang zur Hauptsicherung

Frau Bauer bejaht alle drei Fragen.

Nun empfehlen wir Frau Bauer folgende Schritte:

1.)    Hauptsicherung ausschalten.
Achtung: Eine Festnetzleitung ist stromabhängig – und so ohne Strom nicht funktionsfähig. Von daher ist es ratsam die Hauptsicherung nicht während eines Telefonats auszuschalten.
Denn wir haben schon mit unseren Kunden das Vorgehen abgesprochen und plötzlich war nur noch ein “Tut – Tut – Tut – Tut“ zu  hören.

2.)   Nun sollte sich das Zählwerk nicht mehr drehen. Dreht sich das Zählwerk weiterhin, sind unsere Möglichkeiten hier erschöpft und es bleibt nur der Weg einer fachmännischen Überprüfung.
Eine Zählerüberprüfung wird von uns bei dem örtlichen Netzbetreiber beantragt. Stellt der Techniker des örtlichen Netzbetreibers einen Defekt des Stromzählers fest, wird der Stromzähler kostenfrei ausgetauscht. Ferner errechnet der Netzbetreiber den Zählerstand zum Ablesezeitpunkt anhand von Vorjahreswerten neu und stellt uns diesen zur Verfügung. Wir korrigieren anschließend die Rechnung von Frau Bauer. (Danke an dieser Stelle für den Tipp meines Kollegen, Andreas Schomann, um den dieser Artikel am 23.06.2010 ergänzt wurde.)

Sollte sich herausstellen, dass der Zähler einwandfrei funktioniert, erhebt der örtliche Netzbetreiber eine Pauschale zwischen 50,00 € und 400,00 €. Diese Kosten sind in unseren Tarifen nicht eingeschlossen und daher separat von unseren Kunden zu zahlen.

Die Beantragung einer Zählerüberprüfung stellt daher immer den letzten Schritt bei der Analyse eines Mehrverbrauchs dar und sollte nicht unbedacht erteilt werden.

Dieser Beitrag wurde geschrieben von Andreas Schelp/ LichtBlick Kundenmanagement


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1 Kommentar

  • Anne Radatz sagt:

    Hallo zusammen,

    kleiner Tipp: Um festzustellen, ob ein Haushaltsgerät der Übertäter ist (zum Beispiel der Kühlschrank einen unentdeckten Defekt hat und deshalb zum Stromfresser wird), kann man dessen Verbrauch mit einem Energiekostenmessgerät überprüfen. So ein Gerät gibt es unter anderem im LichtBlick Online-Shop zu bestellen… 🙂

    Viele Grüße,
    Anne


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