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5. Teil: Die Energiebranche und ihr Fachchinesisch

Energiebranche-Fachchinesisch: Stromanbieter-Wechsel, Foto: LichtBlick
Energiebranche-Fachchinesisch: Stromanbieter-Wechsel, Foto: LichtBlick

Blogbeitrag von Sarah Fenster, Kundenmanagement

Obwohl der Energiemarkt in Deutschland schon seit Jahren liberalisiert ist, ist die Wechselrate bescheiden. Nur etwa 5 Prozent der Haushalte wechseln beispielsweise den  Stromanbieter. Die Gründe liegen zum einen in einer gewissen Bequemlichkeit der Verbraucher und in der unbegründeten Angst vieler, plötzlich ohne Strom dazustehen. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen in diesem Beitrag erklären, wie ein Anbieterwechsel funktioniert.

Stromversorgung  – ohne Unterbrechung

Ihre Strom- und Gasversorgung bleibt nach ihrem Wechsel genauso sicher und zuverlässig wie zuvor. Im Falle einer Störung ist auch weiterhin der örtliche Netzbetreiber für Sie zuständig. Und keine Sorge, es wird auch weder der  Zähler ausgebaut noch sind bauliche oder technische Änderungen erforderlich. Ein Wechsel ist mittlerweile völlig unkompliziert. Zunächst steht die Entscheidung an, welcher neue Anbieter es sein soll.

Nachdem die Wahl getroffen wurde, beauftragen Sie diesen mit der Energieversorgung. Der neue Anbieter benötigt einige Daten wie zum Beispiel die Zählernummer und den bisherigen Versorger. Im Idealfall kennen Sie Ihren Jahresstromverbrauch. Das ist hilfreich bei der Bemessung Ihrer Abschlagszahlungen. Ist diese kleine „Hürde“ erstmal genommen und der Versorger in spe beauftragt, kümmert dieser sich um den Rest. Er übernimmt die Kündigung bei Ihrem alten Anbieter und meldet zeitgleich die sogenannte Netznutzung beim örtlichen Netzbetreiber an. Die ganze Zeit über werden Sie natürlich ohne  Unterbrechung mit Strom beliefert.

Um den Wechsel kümmert sich Ihr Versorger

Von dem Verbraucher unbemerkt wird im Hintergrund emsig am Wechsel gearbeitet. Die Kündigung wird verschickt und bestätigt, Ab- und Anmeldung der Netznutzung gehen an den Netzbetreiber und Zählerständen werden auch noch übermittelt. Hierbei haben die Beteiligten (bisheriger und neuer Versorger, Netzbetreiber) vorgeschriebene Regeln und Fristen einzuhalten.

Sobald der Altversorger und der örtliche Netzbetreiber der Umstellung zugestimmt haben,  erhalten Sie in der Regel eine schriftliche Bestätigung, worin ihnen das endgültige Datum der Lieferumstellung mitgeteilt wird. In den meisten Fällen ist dies der 1. des übernächsten Monats. Bei einer langfristigen Vertragsbindung an den bisherigen Versorger ist ein so schneller Wechsel natürlich nicht möglich. Es ist empfehlenswert, ihrem Alt- und Neuversorger den Zählerstand vom Tag der Umstellung mitzuteilen, um eine exakte Abgrenzung zu ermöglichen. Dieser Zählerstand wird dann Ihrer Abrechnung zugrunde gelegt. Noch Fragen? Gerne beantworte ich sie Ihnen gleich hier im Blog!

 


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2 Kommentare

  • Sarah Fenster sagt:

    Lieber Herr Hartmann,

    ein wirklich sehr gelungener Vergleich, der den Stromsee bildlich darstellt.
    Vielen Dank dafür.

    Hoffen wir, dass durch Ihre Beschreibung mehr Menschen zu einem Wechsel bewegt werden.

    Besten Gruß
    Sarah Fenster


  • Michael Hartmann sagt:

    Als bereits gewechselter Kunde möchte ich für die möglichen Neukunden, die noch überlegen anmerken, dass auch hier alle Kabel voll erhalten bleiben und Sie keinen direkten Anschluss zum Anbieter haben, der möglicherweise ausfallen könnte.

    Gibt es einen Stromausfall, sind alle Stromkunden in der Nachbarschaft betroffen, unabhängig davon bei welchem Lieferanten Sie sind.

    Durch den Stromsee stehen Sie, selbst wenn Lichtblick pleite gehen sollte, nicht ohne Strom da.
    Stellen Sie sich ein großes Bierfass vor, das von oben mit z. B. 5 Zuläuften befüllt wird (Stromlieferanten). Unten sind 10 Zapfhähne dran (Anschlüsse zu den Kunden). Ist ein Zulauf verstopft, ist im Fass immer noch genug Bier drin damit es nicht zu einem plötzlichen Ausfall könnt. Bei einem endgültigen Ausfall (z. B. Lieferant ist pleite) springt dann der örtliche Anbieter ein und schickt wieder die Rechnungen.

    Beim Strom teilen sich alle Lieferanten ein Leitungsnetz. Sie haben kein separates Kabel was nur bei Ihnen ausfallen kann. Abgesehen von den letzten paar Metern zu Ihrem Haus. Aber diese Meter werden auch beim Anbieterwechsel nicht verändert sondern eher durch Wurzeln von Bäumen.

    Wenn Sie beim Wechsel von Telefonanbietern, insbesondere im Festnetz schon von viel Ärger gehört haben: Diese Probleme sind beim Wechsel von Stromanbietern gar nicht möglich.

    Ich bin schon bald ein Jahr bei Lichtblick, habe zum halben Jahr schon meine Endabrechnung bekommen und hatte absolut keine Probleme. Ich habe mir noch nicht mal als Reserve eine Kerze ans Bett gestellt 😉

    Sollte ich als Kunde etwas falsch beschrieben haben, bitte ich um Richtigstellung.


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