MEINUNG & POSITION

Wieviel Licht brauchen unsere Straßen und Plätze?

Ohne Straßen-Licht wäre es dunkel, Foto: Hans, Pixabay
Ohne Straßen-Licht wäre es dunkel, Foto: Hans, Pixabay

Wir haben nachgefragt und sind einigermaßen überrascht: 67 Prozent der Bundesbürger halten Einschränkungen bei der nächtlichen Straßenbeleuchtung für eine sinnvolle Möglichkeit, Energie zu sparen. Allerdings – so betonen viele Bürgerinnen und Bürger – müsse darauf geachtet werden, dass besonders belebte Straßen weiterhin gut ausgeleuchtet werden. Nur ganze 33 Prozent der Befragten lehnen Einschränkungen bei der öffentlichen Beleuchtung generell ab. Sie befürchten, weniger Licht auf den Straßen könnte ihre Sicherheit gefährden.

9 Millionen Straßen-Licht

Schätzungsweise neun Millionen Lampen sorgen in Deutschland für Licht auf öffentlichen Plätzen und Wegen. Die dafür anfallenden Betriebskosten sind mit 850 Millionen Euro sehr hoch. Rund die Hälfte ließe sich einsparen. Die EU schreibt – ähnlich wie beim Glühlampenverbot – auch den Kommunen in Zukunft die Nutzung effizienterer Lampen vor. Das trifft sich gut, denn die Gemeinden müssen angesichts klammer Kassen ja ohnehin sparen.

Innovative Techniken sparen bis zu 70 Prozent Energie

Eine technische Neuheit ist beispielsweise das sogenannte „mitlaufende“ Licht: Das Straßenlicht eilt dem Fußgänger voraus und geht hinter ihm wieder aus. Die Leuchten werden auf 20 Prozent ihrer Leistung gedimmt und entwickeln ihre volle Lichtstärke erst, wenn Verkehrsteilnehmer im Erfassungsfeld auftauchen. Mit Hilfe dieser Technik lässt sich bis zu 70 Prozent Energie einsparen.

LichtBlick versorgt 650 Kommunen mit Ökostrom für Straßenlampen

Immer mehr Kommunen setzen übrigens auf sauberen Ökostrom. LichtBlick beliefert 650 Städte und Gemeinden mit grüner Energie. Dazu zählen unter anderem Wolfsburg, Göttingen und Kiel sowie 600 Gemeinden in Schleswig-Holstein. 2012 stellen wir rund 68 Millionen Kilowattstunden grünen Strom für öffentliche Beleuchtung bereit. So sparen die Kommunen etwa 34.500 Tonnen klimaschädliches CO2 ein.


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6 Kommentare

  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Lacarian,
    wir sind als Unternehmen sehr schlank aufgestellt und können mit unseren Ökostrom-Angebot auch gegenüber den Stadtwerken punkten. Die Kommunen müssen die Versorgung öffentlicher Einrichtungen oder auch der Straßenbeleuchtung ausschreiben. Und sie müssen das wirtschaftlichst sinnvollste Angebot annehmen. Da wir hohe ökologische Qualität und faire Preise bieten können, können wir uns oft gegen Wettbewerber durchsetzen.


  • Lacarian sagt:

    Darüber würde ich gern mehr erfahren. Wie stark wird bei der Stadtentwicklung z.B. inzwischen auf effiziente Beleuchtung gesetzt? Was hat es mit der EU-Vorgabe auf sich und wie weit ist das umgesetzt? Wie gelingt es LichtBlick, sich bei der Energieversorgung von Kommunen gegen die örtlichen Stadtwerke durchzusetzen, die – häufig defizitär – durch „ihre“ Kommune am Leben gehalten werden? Gibt es Kooperativen zwischen LichtBlick und städtischen Betrieben, die diese Schwachstelle kompensieren und gleichzeitig grünen Strom fördern könnten?


  • Sören Senner sagt:

    Eigentlich müsste man doch die ganze Werbebeleuchtung mit einbeziehen. Wenn die ganze Straße schon von den Geschäften beleuchtet ist, können doch die öffentlichen Beleuchtungen abgeschaltet oder zumindest runtergedimmt werden. Ich kenne die Firma http://www.lichtloesung.de und was so an Leuchten verkaufen die ja alle auch mit die Straßen erhellen, würde sich das doch lohnen.



  • Ralph Kampwirth sagt:

    Hallo Herr Keller, eine solche Verordnung ist uns zumindest nicht bekannt. Unsere Recherchen haben ergeben, dass die EU die Effizienzvorschriften für die Straßenbeleuchtung in Zukunft verschärft. Dass die EU die Ein- und Auschaltzeiten für Straßenlampen vorschreibt, ist uns nicht bekannt.
    Mit besten Grüßen
    Ralph Kampwirth


  • Thorsten Keller sagt:

    Hallo,
    als Stadtverordneter bekomme ich immer eine Werbebroschüre der SÜWAG. Dort wurde vor kurzem gesagt, dass das Abschalten von Straßenbeleuchtung nicht mehr so einfach geht. Grund ist eine Verordnung auf EU- oder Bundesebene. Genau weiß ich es nicht mehr. Können Sie mir sagen, wie das mit Ihren Vorschlägen zusammenpasst?
    Viele Grüße
    Thorsten Keller


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