MEINUNG & POSITION

Was die Bürger den Parteien zutrauen …

Es stehen die nächsten Bundestagswahlen an, Foto: PublicDomain Pixabay, blickpixel
Es stehen die nächsten Bundestagswahlen an, Foto: PublicDomain Pixabay, blickpixel

In knapp 11 Wochen ist Bundestagswahl. Uns hat interessiert, welche Bedeutung die Energiepolitik für die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger hat. Dafür haben wir eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, die durchaus einige überraschende Ergebnisse zeigt. Die Energiepolitik ist für einen Großteil der Deutschen ein wahlentscheidendes Thema. Für 29 Prozent der Befragten hat die Positionierung einer Partei bei diesem Thema einen „sehr großen“ oder „großen“ Einfluss bei der Stimmabgabe. Bei weiteren 39 Prozent spielt es zumindest eine Rolle. Dabei ist das Vertrauen in die Energiewende-Kompetenz der Parteien sehr unterschiedlich.

Große Unterschiede zwischen den Parteien

Der FDP mit dem energiepolitisch verantwortlichen Bundeswirtschaftsminister Rösler trauen lediglich zwei Prozent zu, die die Energiewende erfolgreich umzusetzen. Die jüngste Forderung Röslers nach einem vorläufigen Förderstopp für neue Öko-Kraftwerke dürfte das Vertrauen der Wähler kaum stärken. Besser sieht es da für den Regierungspartner CDU und ihren Bundesumweltminister Altmaier aus. Immerhin 22 Prozent vertrauen am ehesten auf die Kompetenz der Union.

Bei den Oppositionsparteien schneidet Bündnis 90/Die Grünen mit 24 Prozent am stärksten ab. Der SPD hingegen trauen nur elf Prozent ein erfolgreiches Energiewende-Management zu, der Partei „Die Linke“ fünf Prozent.

Preise, Speicher & Netze

Gefragt haben wir auch nach den wichtigsten Themen für die Wahlentscheidung. Die Sicherung bezahlbarer Energiepreise ist für 86 Prozent der Bürgerinnen und Bürger „sehr wichtig“ oder „wichtig“. Überraschend folgt schon auf Platz zwei der Ausbau von Speichern zur Sicherung der Stromversorgung bei wetterbedingt schwankender Produktion von Wind- und Sonnenstrom (72 Prozent). Auch der Netzausbau (71 Prozent) und der Ausbau der erneuerbaren Energien (62 Prozent) sind bedeutsam.

Einen geringeren Einfluss auf die Wahlentscheidung haben die Themen Atomausstieg (58 Prozent), Klimaschutz (57 Prozent) und Ausstieg aus der Kohlekraft (52 Prozent). Umgekehrt spielen allerdings auch diese Themen nur für eine Minderheit keine wesentliche Rolle – auch Atom, Kohle und Klima sind also bedeutsame Themen für die Wähler.

Die Energiewende ist gesetzt

Die Energiewende ist vor allem dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken. Der jahrzehntelang anhaltende Protest gegen die Atomkraft, das zunehmende Bewusstsein über die Klimazerstörung durch die Kohlekraft, der massenhafte Wechsel zu Ökostrom – das sind wesentliche Triebfedern, die die Politik schließlich in mehreren Schritten zu Atomausstieg und Energiewende bewegten. Unsere Umfrage spiegelt auch das wieder. Die Energiewende ist für die Deutschen gesetzt, sogar komplexe Fragen wie der Aufbau von Speicherkapazitäten werden reflektiert. Energie ist ein wahlentscheidendes Thema, hier können Parteien und Politiker punkten – oder auch verlieren.

Hier finden Sie die Ergebnisse unserer Umfrage Energiepolitik zum Download.


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