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Umfrage: E-Autos fördern, aber richtig

Ihre Förderung wurde beschlossen - Kauf von E-Autos wird mit 4.000 Euro unterstützt, Foto: LichtBlick
Ihre Förderung wurde beschlossen – Kauf von E-Autos wird mit 4.000 Euro unterstützt, Foto: LichtBlick

Die Bundesregierung hat entscheiden: Ab Mai 2016 sollen E-Autos mit 4.000 Euro und Hybrid-Fahrzeuge mit 3.000 Euro gefördert werden. Zusätzlich soll der Ausbau der Ladenetz-Infrastruktur mit 300 Millionen Euro unterstützt. LichtBlick und unser Partner WWF hatten vorab in einer repräsentativen Umfrage von den Bundesbürgern wissen wollen, wie ihre Einschätzung zu einer Förderung ist.

Förderung nur bei Ökostrom

69 Prozent der Befragten bezweifeln, dass die Politik mit einer Fördermaßnahme ihr Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020 noch erreichen wird. Lediglich 15 Prozent glauben an einen Erfolg der Prämie. Eine Mehrheit der Bundesbürger (54 Prozent) ist der Meinung, dass Elektroautos nur dann gefördert werden sollten, wenn sie umweltfreundlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

„Damit der Verkehrssektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, ist eine schnelle Verbreitung von Elektroautos Pflicht. Die Bundesregierung hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, doch davon sind wir meilenweit entfernt. Eine Kaufprämie nützt nur dann, wenn sie so ausgestaltet ist, dass Elektroautos konventionelle Fahrzeuge vom Markt verdrängen“, sagt Viviane Raddatz, Klimaschutz-Expertin von unserem Partner WWF.

E-Autos – ja, aber

Doch was hält die Deutschen bislang davon ab, sich ein E-Auto zu kaufen. 65 Prozent der Befragten nennen den zu hohen Preis der E-Fahrzeuge als Grund. Eine zu geringe Reichweite sehen 59 Prozent als Problem an, sowie 57 Prozent eine unzureichende Ladeinfrastruktur. Rund ein Drittel der Deutschen kann sich allerdings grundsätzlich vorstellen, auf ein Elektroauto umzusatteln. Für rund die Hälfte davon würde der staatliche Zuschuss einen Anreiz darstellen, bereits in naher Zukunft auf ein elektrisch betriebenes Fahrzeug umzustellen. Hingegen haben 63 Prozent der Befragten derzeit keine Pläne zur Anschaffung eines Elektroautos.

Die beschlossene Kaufprämie sollte nach Meinung eines Großteils der Befragten (40 Prozent) anteilig von den Steuerzahlern und der Autoindustrie finanziert werden. Nur 7 Prozent sehen alleine die Steuerzahler in der Pflicht. Und 21 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Prämie aus einer Mineralölabgabe gespeist werden sollte.

E-Autos: Laden nur mit Ökostrom

Übrigens: Nur Elektroautos, die mit Ökostrom betrieben werden, entlasten das Klima. Wer bereits ein E-Auto in der Garage stehen hat, fährt am besten mit FahrStrom von LichtBlick – 100 Prozent Ökostrom und ein Ladechip für fast grenzenloses elektrisches Fahren.


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7 Kommentare

  • Michael sagt:

    Hallo Frau Blacha,

    das Lichtblick selbst die VRR-Rolle übernehmen kann, kam mir erst später beim Schreiben als Idee. Aber damit wäre dann sichergestellt, dass auch wirklich Ökostrom getankt wird. Dann könnten sich auch irgendwelche Leute melden, die Lust haben ne Strom-Tanke zu betreiben. Ganz wie bei den Benzin-Tanken. Und das bei Lichtblick Deutschlandweit, egal ob die Stadtwerke von Stadt xy Lust haben oder nicht. Da gibt es ja so manche Lokal-Patrioten.

    Ich würde aber vorschlagen hier ggf. mit den anderen 3 Ökostromanbietern zusammen zu arbeiten und nicht wegen einem kleinen Wettrennen wieder komplett getrennte Systeme zu haben wie es bei den Autoherstellern zur Zeit noch der Fall ist. Denn diese Inseln machen zu stark abhängig und man überlegt sich den Kauf des Elektroautos nicht nur 2x.

    Viele Grüße


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Michael,

      ich bin gespannt, was die Stadtwerke und Energiekonzerne dazu sagen 🙂 Ich bin aber absolut auf Ihrer Seite, dass es nicht wieder eine Kleinklein-Lösung werden darf. Unsere Vorstellung ist eigentlich, dass das Ladesäulennetz genauso funktionieren muss wie die Stromversorgung. Jeder Kunde soll sein Auto mit dem Strom laden, den er möchte (ideal natürlich mit Ökostrom) und die Batterieladung wird dann auch zu fairen, transparenten Preisen abgerechnet und nicht, wie es jetzt der Fall ist, dass jeder Ladesäulenbetreiber sein eigenes System hat.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Michael sagt:

    Hab da noch was für die Autofahrer zu zu sagen:

    Wie sähe es aus, wenn beim Thema Elektroauto die Prinzipien vom Vertragshandy und VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) angewendet würden? Soll heißen:
    Man kauft nur das Auto, ohne Akku wodurch dies billiger wird und man nicht nach x Jahren einen neuen Akku kaufen muss, wie z. B. beim Handy. Dann schließt der Kunde z. B. bei den örtlichen Stadtwerken einen Vertrag ab. Hier zahlt er auf einer monatlichen Rechnung neben einer Grundgebühr für jedes Tanken. Letzteres dürfte im Gegensatz zur Benzin-Tanke billiger sein. Dafür bekommt der Autofahrer einen voll aufgeladenen Leihakku den man innerhalb weniger Minuten ein- und ausbauen kann. Damit fährt er dann durch die Gegend bis der Akku nahezu leer ist. Dann zur Elektrotanke wo er den leeren Akku innerhalb weniger Minuten durch einen voll aufgeladenen ersetzt bekommt. Der volle wurde in den vergangenen Stunden aufgeladen, der nun leere wird über ein paar Stunden hinweg aufgeladen um dann einem anderen Kunden mitgegeben zu werden.

    Diese Elektro-Tanken muss es dann in jeder Stadt geben, sodass man nicht an einen Ort gebunden ist. Tankt er bei einer fremden Elektro-Tanke, weißt er sich mit seiner Kundenkarte seines lokalen Anbieters aus und bekommt den vollen Akku. Das Geld hierfür schiebt sein lokaler Versorger dem fremden zu und der Kunde bekommt das auf seiner nächsten Abrechnung. Stichwort Roaming im Ausland.

    Voraussetzungen: Die Akkus müssten standardisiert sein, wie Benzin dies auch ist. Sowohl technisch, wie auch von den Maßen her. Vielleicht 4 Sorten, aber nicht jeder Hersteller der sein eigenes Süppchen kocht.

    Für die Grundgebühr tauscht der Anbieter nach x Jahren auch die Akkus aus, wenn die keine vernünftige Kapazität mehr haben. Im Endeffekt zahlt es zwar der Kunde, aber in Raten wie beim Handyvertrag wo der Kunde nur 1 Euro fürs Handy zahlt, statt 500 und mehr.

    Somit könnte der Autofahrer überall hin fahren, und hat innerhalb weniger Minuten getankt und noch die Anschaffungskosten für den Akku als Sofortzahlung gespart. Wenn dann pro gefahrenem km Strom wirklich billiger als Benzin ist, ist dies das zweite Argument hierfür, neben dem Umweltschutz.

    Und wenn die Stadtwerke keine Lust haben sollten, könnte ja vielleicht Lichtblick als eine Art VRR auftreten, die die Oberkontrolle über die Elektro-Tanken haben und neutral sicherstellen, dass jeder Pächter zu seinem ihm zustehenden Geld kommt auch wenn der Kunde vom anderen Ende von DE kommt. Stichwort Dirigent in höherer Version.
    Müsste nur noch mindestens ein Autohersteller mit spielen um das ganze auszuprobieren. Wenn die Nachfrage sichtbar steigt, werden die anderen Hersteller schon aus wirtschaftlichen Gründen aufspringen müssen, sonst geht der Boom an ihnen vorbei, wie an Nokia.


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Deine Idee. Die klingt auf jeden Fall sehr spannend. Es muss definitiv mehr gemacht werden als 4.000 Euro Förderung. Der Ausbau des Schnellladenetzes muss beispielsweise auch zügig vorangehen. Wichtig bei allen Ideen und Maßnahmen ist – E-Autos helfen dem Klima und der Umwelt nur, wenn sie mit Ökostrom geladen werden, ansonsten ist die Bilanz der E-Autos nicht besser als von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Michael sagt:

    Wieso erscheint mein Kommentar hier nicht?
    Dachte erst ein Übertragungsfehler, hab den noch mal geschickt, da meckerte die Seite ich hätte doppelt kommentiert.


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Michael,

      Dein Kommentar ist auf der Seite erschienen. Eventuell hat es einen Moment gedauert, bis der sichtbar war.

      Sehr guter Kommentar übrigens 🙂

      Viele Grüße
      Anke Blacha


  • Michael sagt:

    Ich sag da immer noch: Der Fokus sollte nicht nur auf Autos gerichtet werden. Ich habe kein Auto und werde mir auf absehbare Zeit auch keins zulegen. Wofür?
    Es gibt auch noch andere elektrisch betriebene Fahrzeuge, z. B.
    http://www.zeromotorcycles.com/shop/index.php?main_page=product_info&cPath=1&products_id=154

    Die sind auch noch billiger als Autos und, wenn man nicht viel Gepäck transportieren will, kommt man damit auch gut von A nach B. Und man braucht einen kleineren Parkraum.

    Und wenn mehr Busse elektrisch fahren, kann man je nach gegebenen Möglichkeiten vor Ort auch die nutzen:
    http://solinger-bote.de/nachrichten/2016/02/23/solingen-sonnenenergie-soll-die-busse-der-klingenstadt-bewegen/


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