MEINUNG & POSITION

Tschüss Glühlampe! Das Ende der „leuchtenden Kleinheizungen“

Mit Energiesparlampen Kosten bis zu 80 Prozent senken, Quelle: dena
Mit Energiesparlampen Kosten bis zu 80 Prozent senken, Quelle: dena

Schritt für Schritt knipst die EU die Glühlampen aus. Nach dem Verbot von 100- und 75-Watt-Lampen ist ab heute auch der Verkauf von 60-Watt-Birnen untersagt. 2012 folgt dann das Aus für 40-, 25- und 15 Watt-Modelle.  Mit dem Umstieg auf alternative Leuchtmittel wird das Klima entlastet. Und Verbraucher können viel Geld sparen.

Zeitalter der Glühlampe bald vorbei

60-Watt-Glühlampen sind die wichtigsten Lichtspender der Deutschen und leuchten – noch – in jeder zweiten Fassung. Nach viel Kritik zu Beginn der „Zwangsumstellung“ haben die Menschen nun offenbar ihren Frieden mit dem Glühlampen-Abschied geschlossen. Laut einer aktuellen Infratest-Umfrage begrüßen 79 Prozent der Deutschen den Schwenk auf klimafreundliches Licht.

Alternative Leuchtmittel sparen 118 Euro

Als „leuchtende Kleinheizungen“ tituliert die Deutsche Umwelthilfe die Glühbirne. Zurecht, denn gerade mal drei Prozent des eingesetzten Stromes werden in einer Glühbirne in Licht umgewandelt – der Rest erzeugt Wärme, die keiner benötigt. Ineffizienter geht es kaum.
Das Klima profitiert also von dem Wechsel auf Energiespar- und LED-Lampen. Und auch der Geldbeutel.  Rund 118 Euro kann nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur derjenige einsparen, der eine 60-Watt-Glühlampe durch ein Energiesparmodell ersetzt. Das ist doch mal ein Wort!

Lampen für die Ewigkeit

Mich persönlich erstaunt die enorme Lebensdauer von Energiesparlampen . Ich habe mir 1999 zum ersten Mal fünf umweltfreundliche Lampen im Baumarkt gekauft, damals für 20 Mark das Stück. Trotz intensiver Nutzung machen sie auch heute – 12 Jahre später – noch immer ihren Job. Das ist doch mal was.


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13 Kommentare

  • Lacarian sagt:

    Hm. Einen Raum mit Glühlampen zu beheizen ist wohl die ineffizienteste Methode, die man sich vorstellen kann. Meine Lampen hängen alle relativ hoch über dem Boden, und da heiße Luft bekanntlich nach oben steigt, ist es unter der Decke (bzw. im Lampenschirm) warm, aber ich habe davon nichts. Und dass es im Dunkeln meistens kälter ist, na ja…

    Energiesparende Leuchtmittel haben sich aus verschiedenen Gründen bislang nicht durchgesetzt. Erstens sind Glühlampen billiger (Umweltschutz kostet ja leider in der Regel mehr Geld). Energiesparlampen sind außerdem immer noch in der Entwicklung, man muss dem technologischen Fortschritt Zeit geben. Thomas Edison jedenfalls kannte sich mit Energiesparen wohl kaum aus, und weil Umweltschutz viele Jahre gar nicht erkannt wurde, gab es keine Veranlassung, an der Glühbirne etwas zu ändern. Und dann kam der Klimawandel und damit die Notwendigkeit, Stromverbrauch und CO2-Ausstoß drastisch zu verringern. Die LED-Technik steckt überdies – zumindest was die Raumbeleuchtung betrifft – noch in den Kinderschuhen (siehe vorige Beiträge). Somit ist klar, warum diese sich bisher noch nicht so richtig durchgesetzt haben, ähnlich wie Elektroautos.

    Den „Stroboskop“-Effekt kenne ich schon, seit ich als kleiner Junge in der Küche meiner Eltern zu Abend gegessen habe, den gibt es schon so lange, wie es Leuchtstoffröhren gibt und ist keine Erfindung der Energiesparlampe, da kann Europa also nicht so richtig was für. Und die Wirkung auf Menschen wird man abwarten müssen, so wie damals bei der Erfindung des Fernsehers und Handys und Mikrowellen und und und…

    Was die Entsorgung betrifft bin ich dabei. Ich finde es auch ätzend, dass ich die nicht einfach in den Müll werfen darf. Das geht mir mit Batterien auch so, die muss ich auch in den Baumarkt bringen. Was die Herrschaften dort damit anstellen, ist dann deren Sache, und wenn sie das hinter der Kasse in den Container werfen, dann sollten die als Fachleute wissen, dass das nicht gesund ist. Da hoffe ich auf LED-Lampen, die ich erst nach ca. 25 Jahren entsorgen muss…

    Bei den Industrielampen kann ich nicht mitreden, davon verstehe ich nichts. Aber der Preis ist mir egal, ich brauch sie ja nicht.


  • Binder Eduard sagt:

    … (Kommentar wurde wg. beleidigenden Inhaltes gestrichen, siehe Kommentarregeln, die Red.)


  • Jan (Elektriker und Elektrogroßhändler) sagt:

    Wann schalte ich denn Licht ein!? wenn es Dunkel ist, und dann ist es auch meistens kälter…. 5% Licht 95% Wärme, kann ich mir alsò `n bischen Heizen sparen….
    komisch, ich habe bisher noch keinen getroffen, der sich über die neue EU Bevormundung mit den Energiesparlampen freut. Und warum war dann diese Aktion mit den „Heatballs“ so erfolgreich!? mich regt das Glühbirnenverbot auf. Wenn andere Leuchtmitten Geld sparen würden und besseres Licht machen würden, hätten die sich bestimmt auch so durchgesetzt.
    die EU hätte mal eher die Lampen/Leuchten Sockel etwas vereinheitlichen sollen.
    was mich besonders aufregt ist diese Scheinheiligkeit. der Stroposkop-effekt der Energiesparleuchtmittel und die wirkung auf den Menschen ist noch gar nicht richtig erforscht, auch die Elektro-Magnetische-Verträglichkeit ist etwas problematisch, so kann es bei einigen Herstlllern zum auslösen der Rauchmelder neben der Lampe kommen und der Hammer schlecht hin ist jawohl die entsorgung… nicht in den Müll werfen da sind giftige Gase drin, bitte über den Fachmarkt oder recyklinghof zurückgeben…. spätestens da wird das Leuchtmittel in den Kontainer getrümmert und das Gas geht in die Umwelt, besonders schön: direk bei den behältern hinter der Kasse, was ist denn da mit Arbeitsschutz.
    Das beste zum Schluss; Glühlampen gibt es auch weiterhin, sogar in matt bis 200W jedoch „Industrielampe Nicht für die Raumbeleuchtung im Haushalt geeignet!“ Preis jedoch statt ehemals ca 0,50 EUR jetzt fast 4 EUR
    VIELEN DANKE EUROPA !


  • Ralph Kampwirth sagt:

    @Lacarian: bisher sind LED-Lampen nicht so lichtstark wie Energiesparleuchten. Der Vergleich ist – auch wegen der zügigen Entwicklung der LEDs – nicht so einfach. Am besten beim Fachhändler nachfragen.


  • Lacarian sagt:

    Nochmal hallo. Ich konnte meinen LED-Fehlkauf im Baumarkt zurückgeben (wenn auch zähneknirschend seitens des Verkäufers, weil ich die Verpackung schon aufgerissen hatte….).
    Herr Kampwirth, Sie haben in diesem Blogpost eine schöne Übersetzung von Glühbirne auf Energiespar(leuchtstoff)lampen angeführt. Können Sie sowas nicht auch für LED anbieten? Im Internet kursieren mehrere Umrechnungsvarianten, wobei sich 5:1 anscheinend durchgesetzt hat. Aber stimmt das auch?


  • Kenny sagt:

    „Laut einer aktuellen Infratest-Umfrage begrüßen 79 Prozent der Deutschen den Schwenk auf klimafreundliches Licht.“

    Ich würde gerne mal wissen, wer dort befragt worden ist. Jedes Mal, wenn eine neue Glühlampen-Reihe stirbt, werden Hamsterkäufe getätigt. Die Baumärkte hier in der Gegend drücken dann nochmal riesige Kontigente in den Markt, die jedes Mal freudig aufgenommen und restlos leer gekauft werden. Da gehen die Leute dann schonmal mit 30 Glühbirnen nach Hause.

    Mich persönlich erschreckt, wie wenig Leute sich über die Gefahren der Energiesparlampen informieren und es macht mich sauer, welche horrenden Preise immernoch für die sichere LED-Alternative verlangt werden.


  • Ralph Kampwirth sagt:

    @ Marita, @Lacarian. Ich bin ganz sicher, dass die Angebote auf diesem Markt rasant zunehmen werden und das wir als Verbraucher uns schnell an die neuen Lampen und den Umgang damit – und die Frage, welche Lampe wir wo am besten nutzen, gewöhnen. @Laracian: Können Sie die LED-Birne nicht umtauschen?


  • Lacarian sagt:

    Ich habe vor wenigen Tagen das erste mal eine LED-Birne gekauft. Stolze 15 Euro habe ich dafür bezahlt. Das Ergebnis war leider enttäuschend. Die eine Watt-Größe, die ich im Baumarkt erhalten habe, reicht bei Weitem nicht aus um einen Raum zu beleuchten. Da fehlte mir noch die gewisse Grundinformation, also zum Beispiel, mit wieviel Glühbirnen-Watt meine LED-Birne mithalten kann – die hat nämlich nur noch supersparsame 0,3 Watt…


  • Marita sagt:

    Und wann werden im Baumarkt Lampenkörper angeboten, die mit beliebigen Leuchtmitteln und deren Formaten zurechtkommen? Die angebotenen wasserdichten Standardleuchten funktionieren nämlich nicht mit Sparlampen bzw. auch unter den LED-Lampen habe ich noch keine passenden Formate gefunden.


  • Maria Knapp Moisan sagt:

    Was mir hier fehlt, ist das Aufzeigen der Problematik der Energiesparlampen, nämlich die Entsorgung, die wegen des Quecksilbergehalts nicht zu vergessen ist! Und auch die Gefahr, die im Haushalt entstehen kann, falls man so eine Sparlampe mal fallen lässt. Warum kommt man nicht auf Glühbirnen von vor dem Weltkrieg zurück, die so lange anhielten, dass die Industrie Techniker aufgerufen hat, diese Birnen obsolet zu machen? (Siehe Infos auf utopia.de oder Film auf youtube: Kaufen für die Müllhalde).


  • Dietmar Maschke sagt:

    Hallo! Bei [da wir keine Werbung zulassen, müssen wir den Link auf den Anbieter streichen. Siehe auch unsere Kommentarregeln. Die Redaktion]gibt es eine ganze Palette dimmbarer Spots.
    Ein Energiesparknüller sind die LED-Röhren. Alle Lampen wurden von Anfang an von mir getestet und nachgemessen, auch in Bezug auf Elektrosmog. Die Herstellung erfolgt in einem chinesischen Betrieb, der vom TÜV Rheinland zertifiziert ist und in dem nach europäischem Standard gearbeitet wird.
    Als ich in unserer Kirchengemeinde vor Jahren alle Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt habe, wußte ich von den mehrfachen Giftproblemen und dem Elektrosmog dieser Lampen noch nichts. Jetzt wird jede Lampe, wenn sie ihren Giftgeist aufgibt, durch eine LED-Lampe ersetzt, auch wenn sie (noch) teuer ist. Das ist uns der Umweltschutz wert.

    Mit umweltfreundlichen Grüßen
    Dietmar Maschke, „Schöpfung bewahren e.V.“, Göppingen


  • KTeute sagt:

    Nachdem ich bei … [da wir keine Werbung zulassen, müssen wir den Llink auf den Anbieter streichen. Siehe auch unsere Kommentarregeln. Die Redaktion] bezahlbare LED-Leuchtkörper gefunden hatte, habe ich in meinen Haushalten (Zweitwohnung) so weit wie möglich umgestellt und habe für den letzten Abrechnugszeitraum, in dem die Strompreise ja gestiegen sind, eine nicht unerhebliche Rückerstattung bekommen.
    Anstelle einer 6x35W an 12V Halogenleuchten mit einem entsprechenden Trafo für die Spiegelausleuchtung im Bad tut es jetzt ein Trafo mit 20W und 6 Leuchtkörper mit ja 3W!
    Allein der Verluststrom des großen Trafos würde reichen, die Leuchtkörper mit hinreichend Energie zu versorgen.
    Beim ersetzen der Leuchter mit Hochvolthalogenstrahler mit je 35W mit Dimmung gibt es Probleme. Mit den eingebauten Dimmern geht das nicht.
    Weiß jemand da eine Lösung?
    Grüße aus dem schönen Braunschweig,
    Klaus


  • Lacarian sagt:

    Glühlampen haben wir schon vor einer Weile gegen Energiesparlampen eingetauscht. Statt der Kompakt-Leuchtstofflampen, die wohl immer noch den größten Anteil an Energiesparlampen ausmachen, würde ich allerdings in einigen Wohnbereichen viel lieber auf LED-Lampen umsteigen. Leider sind die immer noch sehr teuer. Bei den „Standard“-Energiesparlampen kommt es nach meiner Erfahrung sehr darauf an, welche Qualität man kauft. Ich habe vor anderthalb Jahren ein paar in einem schwedischen Möbelhaus gekauft. Von denen haben die ersten beiden jetzt schon aufgegeben. Da kam dann das Problem der Entsorgung auf, denn einfach in den Hausmüll dürfen die ja nicht. Bei uns in der Stadt kann man alte Energiesparlampen kostenlos im Baumarkt entsorgen lassen.


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