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Trotz Kälte: Das Stromnetz ist stabil

Immer wieder im Winter: Halten die Stromnetze oder droht ein Blackout? Foto: thephilippena, pixabay
Immer wieder im Winter: Halten die Stromnetze oder droht ein Blackout? Foto: thephilippena, pixabay

Wie es in diesen Wochen „Mode“ zu sein scheint, werden alle nur denkbaren Anlässe genutzt, um die Frage zu stellen, wann denn nun der Blackout des Stromnetzes mit all der erneuerbaren Energie endlich kommt (siehe dazu auch mein Blog-Beitrag dieser Tage).

Stromnetz im Winter

Nun also die Frage: Führt die Rekordkälte zum Blackout?

Die Umfrage des Fachdienstes Dow Jones Energy Daily hat jetzt dazu positive Äußerungen aller Übertragungsnetzbetreiber zusammengestellt. So berichtet die Sprecherin von Amprion (das ist die ehemalige RWE Transportnetz GmbH), dass Deutschland in diesen Tage trotz der witterungsbedingt hohen Nachfrage sogar Strom exportiert habe. Und weiter: „Dank des Sonnenscheins lieferten die Photovoltaik-Anlagen vor allem im Süden Deutschlands, wo es einen Engpass bei konventionellen Kraftwerken gibt, derzeit bis zu 9.000 Megawatt Leistung. Im Norden produzierten die Windkraftanlagen weitere 10.000 Megawatt an erneuerbarer Energie.“

Angst vor Blackout ist unbegründet

Zur Einordnung: 9000 MW Leistung ist mehr, als die Leistung aller letztes Jahr stillgelegten Atomkraftwerke zusammen! Bestimmt werden wir mit der Zeit lernen, dass viele kleine Anlagen in der Summe ausfallsicherer sind, als wenige große – und dass Sonnenschein und Stromverbrauch viel besser korrelieren als die „Abhängigkeit von der Natur“ vermuten lässt. Die sogenannte Mittagsspitze (also die Lastspitze um die Mittagszeit, die früher regelmäßig das Zuschalten von Spitzenlastkraftwerken erforderte) etwa ist nach Analysen der Bundesnetzagentur  deutlich flacher geworden.

Es bleibt dabei: Wir haben hervorragende Voraussetzungen für die Umsetzung der Energiewende – und wenn wir die anstehenden Aufgaben zum Ausbau des Netzes angehen, werden wir auch die Menge an grünem Strom im Netz noch viel weiter erhöhen können. Ohne Blackout.

Ein Beitrag von Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender bei LichtBlick


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1 Kommentar

  • Michael sagt:

    Es wird einen Blackout geben und zwar am 22.12.2012. 😉 Dann werden wir alle ohne Strom da stehen, was wegen unserer Abhängigkeit vom Strom einem Weltuntergang gleicht. *Einen panischen Anfall bekomm.* 😉

    Aber im Ernst: Schön zu wissen dass die Sonnenkraft doch nicht so ein Flop ist. Ich hatte die wegen Wolken und Nacht als beträchtlich weniger ertragreich eingeschätzt als die Windkraft.

    Liegt aber doch bestimmt auch daran, dass inzwischen fast jeder Neubau Solarzellen bekommt, aber niemand sein Windrad im Garten stehen hat. Somit liegen die Solarzellen wohl nur aufgrund der größeren Anzahl so knapp hinter den Windrädern.

    Es soll aber noch Leute geben, die aus optischen Gründen was gegen Windräder haben. Die hätten wohl lieber ein Atom- oder Kohlekraftwerk da stehen, als ein paar Windräder.


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