Netzbetreiber erhöhen 2016 wieder die Netzentgelte

MEINUNG & POSITION

Strompreise 2016: Steigende Netzentgelte belasten Haushalte

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe (45/2015) berichtet, haben die Netzbetreiber in Deutschland seit Jahren zu hohe Gebühren von den Energiekunden verlangt. Der SPIEGEL beruft sich dabei auf Dokumente der Bundestnetzagentur.

Bei LichtBlick betrachten wir das Treiben der Strom- und Gasnetzbetreiber seit Jahren sehr kritisch. Denn leider ist es so, dass die Kosten für das Netz nach wie vor intransparent sind. Die staatlichen Kontrollen der Netz-Monopolisten sind noch immer zu lasch. Deshalb kommt es immer wieder zu Mißbrauch auf Kosten der Energieverbraucher.

Neue Preisrunde in 2016

Auch 2016 erhöhen die Netzbetreiber wieder Kosten – und zwar  für den Strom- und den Gastransport.

Stark steigende Strom-Netzentgelte in Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen

Wir haben die vorläufigen Netzentgelte der 29 größten Strom-Verteilnetzbetreiber analysiert und kommen zu folgendem Ergebnis:

Einem 3-Personen-Haushalt entstehen 2016 Mehrkosten von bis zu 38 Euro pro Jahr. Besonders stark betroffen sind Stromverbraucher aus Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen.

255 Euro zahlt ein Haushalt für das Stromnetz

Nach unserer Analyse erhöhen 22 der 29 untersuchten Strom-Netzbetreiber zum 1. Januar 2016 ihre Entgelte. Danach zahlt ein 3-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden Strom im nächsten Jahr durchschnittlich 255 Euro brutto für Netzgebühren. Das sind gut 10 Euro mehr als in diesem Jahr. Die Netzentgelte machen damit fast ein Drittel des Strompreises aus.

Kostenhöhe variiert

Besonders teuer wird es 2016 für Haushalte im Gebiet der Netze BW in Baden-Württemberg. Sie müssen 15 Prozent mehr zahlen. Und auch die Betreiber Energienetz Mitte in Hessen und Niedersachsen sowie die Schleswig-Holstein Netz AG lassen Verbraucher im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Beide Unternehmen erhöhen ihre Netzentgelte um rund 10 Prozent.

Auch die Höhe der Kosten variiert. Auffallend hoch fallen die Gebühren der Netzbetreiber Schleswig-Holstein AG und der E.dis AG in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aus. Mit rund 12 Cent pro Kilowattstunde rufen sie doppelt so hohe Kosten auf wie zum Beispiel die Wesernetz Bremen GmbH mit 6 Cent.

Gebühren für den Gastransport steigen um über 7 Prozent

Auch Gaskunden müssen 2016 tiefer in die Tasche greifen. 25 der 30 größten Gas-Netzbetreiber in Deutschland erhöhen zum Jahreswechsel die Gebühren. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden steigt das Netzentgelt um über sieben Prozent. Das entspricht  einem Plus von rund 29 Euro brutto. Die Netzentgelte machen mittlerweile fast 30 Prozent der Kosten auf der Gasrechnung eines Haushaltes aus.

Kostentreiber: Renditen von über 20 Prozent und mangelnde Kontrolle

Unser Fazit: Die Kostensteigerungen sind Preistreiberei auf Kosten der Verbraucher. Die Netz-Unternehmen profitieren von staatlich genehmigten Traumrenditen. Die Netzbetreiber garantieren von einer gesetzlich garantierte Eigenkapitalrendite von über neun Prozent (!).  Allein diese müsste schon deutlich gekürzt werden.

In der Praxis verdienen die Netzunternehmen aber noch viel mehr Geld: Viele Betreiber erzielen aufgrund der unzureichenden Behördenaufsicht sogar Renditen von über 20 Prozent.

Ganz klar: Wir brauchen endlich Transparenz bei den Netzkosten und schärfere Kontrollen durch die Bundesnetzagentur. Nur so können alle Energiekunden – auch unserer LichtBlick-Kunden – endlich von zu hohen Netzkosten entlastet werden.


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2 Kommentare

  • Katinka Königstein sagt:

    Hallo Michael,

    Derzeit planen wir keine Preiserhöhung.

    Schöne Grüße
    Katinka Königstein


  • Michael sagt:

    Und, wie sieht es jetzt bei Lichtblick aus? Wird’s ab 2016 teurer? Ne vorherige Info, damit man Zeit zum tagegenauen Ablesen hat wäre angemessen.


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