MEINUNG & POSITION

Strommarkt-Liberalisierung in Japan & Deutschland

Für uns in Deutschland ist es inzwischen ganz normal, unseren Stromanbieter auszuwählen und zu wechseln, wie es uns passt. Seit 1998 ist der Strommarkt hierzulande liberalisiert – es ist das Jahr, in dem LichtBlick gegründet wurde. 17 Jahre später öffnet sich nun auch der japanische Strommarkt – eine Folge der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor fünf Jahren.

Fünf Jahre nach Fukushima öffnet sich der Strommarkt in Japan, Foto: PantherMedia
Fünf Jahre nach Fukushima öffnet sich der Strommarkt in Japan, Foto: PantherMedia

Freie Wahl beim Stromanbieter

Seit dem 1. April 2016 können japanische Stromkunden aus mehr als 150 Anbietern wählen. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es inzwischen über 1.000 Stromanbieter. Die neuen Energieunternehmen und -dienstleister sind eine Mischung aus Gasanbieter und Mobilfunkunternehmen, die ihren Kunden nun auch Strom anbieten wollen. Dazu gesellen sich Ölgesellschaften und Tankstellenbetreiber, Eisenbahngesellschaften, Handelshäuser und Einzelhandelsketten. Wie in Deutschland wird sich zeigen, welche Unternehmen sich tatsächlich am Markt behaupten können. Auch hierzulande hat es im Laufe der Jahre Konsolidierungen gegeben, sind schwarze Schafe aufgetaucht und wieder Pleite gegangen.

Ja zu Ökostrom

Für viele Kunden in Deutschland war die Öffnung des Strommarkts auch endlich die Möglichkeit, sich gegen Atom- und Kohlestrom und für umwelt- und klimafreundlichen Ökostrom zu entscheiden. In Deutschland beziehen heute rund sechs Millionen Haushalte Strom aus erneuerbaren Energien. In Japan steht diese Entwicklung erst am Anfang. Zwar haben viele neue Energieanbieter eigene Kapazitäten für die erneuerbaren Energien aufgebaut. Sie wollen mit ihrem grünen Strom die Verbraucher erreichen, die spätestens seit Fukushima konventionelle Energie ablehnen. Die Chancen stehen nicht schlecht: Seit der Atomkatastrophe ist die Mehrheit der Japaner gegen Atomstrom.

Wechseln lohnt sich

Wenn Stromanbieterwechsel dann am besten zu Ökostrom, Foto: PantherMedia
Wenn Stromanbieterwechsel dann am besten zu Ökostrom, Foto: PantherMedia

Wie wechselwillig die Japaner letztendlich sind, wird sich noch zeigen. In Deutschland ist 17 Jahren nach der Strommarktliberalisierung noch fast jeder dritte Kunde bei seinem Grundversorger. Werden die Verbraucher dazugerechnet, die mit einem Sondervertrag beim Grundversorger sind, so werden laut Daten der Bundesnetzagentur noch 76 Prozent aller Haushalte durch den Grundversorger beliefert. Dabei ist ein Wechsel nicht nur einfach, sondern spart häufig auch noch Geld. Wer sich zudem für einen Ökostromanbieter entscheidet, zeigt den Atom- und Kohlekonzernen die rote Karte. Doch auch bei Ökostrom gilt: Nicht überall, wo Ökostrom draufsteht, ist auch Ökostrom drin.
Wie Sie ganz einfach zu LichtBlick wechseln können, erfahren Sie hier.


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