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Sonnenfinsternis – Hype um den Blackout

Einige Medien haben mal wieder ein neues Katastrophenszenario für sich entdeckt. „Am 20. März droht Deutschland der doppelte Blackout“ titelt die Welt, die Zeit nennt es einen „Härtetest für die Energiewende“, „Droht Deutschland ein Blackout?“ fragt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Meldungen über die Sonnenfinsternis am 20. März und das damit verbundene Szenario eines Blackouts aufgrund der ausfallenden Solarenergie finden Leser seit Ende vergangenen Jahres in den Medien. Laut einer aktuellen Umfrage von PwC hält es tatsächlich jeder Dritte zumindest für nicht ausgeschlossen, dass es am Freitag einen Stromausfall geben könnte. Doch wie begründet ist die Sorge?

Was passiert bei der Sonnenfinsternis

In Deutschland schiebt sich der Mond am 20. März zwischen 9.30 Uhr und kurz vor 12 Uhr vor die Sonne und verdeckt diese zwischen 68 Prozent in München und 82 Prozent in Flensburg. Zwischen 10.30 Uhr und 10.45 Uhr soll die Sonne maximal vom Mond bedeckt sein und dann langsam wieder zum Vorschein kommen.

Medienhype um einen möglichen Blackout während der Sonnenfinsternis aufgrund des vielen Solarstroms, Foto: PantherMedia
Medienhype um einen möglichen Blackout während der Sonnenfinsternis aufgrund des vielen Solarstroms, Foto: PantherMedia

Kein Blackout in Sicht

Nein, es wird am 20. März nicht zu einem Blackout kommen. Zwei wesentliche Gründe sprechen dafür: Nehmen wir einmal an, dass wir tatsächlich einen strahlend blauen, wolkenlosen Himmel haben, so findet der Ausfall der Solaranlagen nicht schlagartig statt, sondern reduziert sich über eine Stunde und nimmt dann allmählich wieder eine Stunde zu. Lediglich wenige Sekunden während der maximalen Bedeckung fallen rund 15 Gigawattt Solarenergie für die Stromversorgung weg.

Netzbetreiber vorbereitet

Zudem ist eine Sonnenfinsternis kein plötzlich auftretendes Phänomen. Die Netzbetreiber haben Zeit, um sich auf das Naturschauspiel vorzubereiten. Das haben sie auch getan und in diversen Studien das Szenario durchgespielt. Neben mehr Regelenergie, die für den 20. März eingeplant wird, stehen zur Netzstabilität auch mehrere Pumpspeicher zur Verfügung.
Die Rede vom angeblichen Blackout ist einmal mehr ein Medienhype. Übrigens nicht zum ersten Mal. Schon nach dem Atomausstieg 2011 warten „Experten“ vor einem flächendeckenden Stromausfall – zu dem es nicht kam.

Genießen Sie die Sonnenfinsternis

Unser Tipp: Genießen Sie die Sonnenfinsternis live statt vorm Fernseher, denn die nächste wird es in Deutschland erst 2026 geben.


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3 Kommentare


  • Michael sagt:

    Also Solingen lebt noch. Hier war auch kein Stromausfall. Aber bei dem zugezogenen Himmel konnte man nix von der Sonnenfinsternis sehen.

    Wenn ich schon seit längerer Zeit was von RWE (festbetoniert sein) , EON oder gelegentlich Vattenfall höre, sind das immer Meldungen über Umsatzeinbußen mit Verklagung der Regierung, Stellenabbau, und anderen Dingen die eher auf den langsamen aber immer näher rückenden Blackout oder anders Bankrott bei den genannten Dinosauriern sprechen.

    Und einige Medien werden entweder subventioniert oder brauchen irgend einen Lückenfüller, erst recht wenn sie noch auf Papier gedruckt werden. Für diesen Druck geht Papier, Druckmaterial usw. drauf. Und wofür? Damit die an EINEM TAG von meist EINER PERSON EINMAL gelesen werden. Schon wandern die in im besten Fall die blaue Tonne, im schlimmsten Fall in den Wald oder an den Straßenrand und rotten dort vor sich hin. Und sowas 6x pro Woche.
    Da sind gedruckte Bücher ja noch besser gegen. Die werden häufig über einen längeren Zeitraum gelesen und nicht selten weiter gegeben und dann von anderen Leuten gelesen. Aber Zeitungen sind nach einem Tag nicht mehr aktuell und damit Müll. Sowas nenne ich Ressourcen-Verschwendung im großen Stil.


    • Anke Blacha sagt:

      Hallo Michael,

      ja die Blackout-Szenarien werden in regelmäßige Abständen immer wieder in den Medien gespielt – sei es wie im Beitrag genannt kurz nach dem Bekanntgeben des Atomausstiegs oder in der Winterzeit. Doch laut Bundesnetzagentur gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Ländern mit der höchsten Versorgungsqualität. Und am Freitag zeigt sich ja, dass die Erneuerbaren den Stresstest Sonnenfinsternis bestanden haben.

      Viele Grüße

      Anke Blacha


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