MEINUNG & POSITION

Sechs Jahre nach Fukushima

Am 11. März jährt sich das schwere Erdbeben in Japan und damit der GAU im Atomkraftwerk Fukushima zum sechsten Mal. Sechs Jahre – und immer noch gibt es regelmäßig Hiobsbotschaften aus den zerstörten Reaktoren.

Fukushima strahlt

Die Strahlungen sind so hoch, dass selbst Erkundungsfahrten mit Robotern in den Reaktoren aufgegeben werden mussten. Ein millionenteurer

Auch sechs Jahre danach sind die Bilder vom GAU im AKW Fukushima erschreckend, Foto: Flickr, Jun Teramoto
Auch sechs Jahre danach sind die Bilder vom GAU im AKW Fukushima erschreckend, Foto: Flickr, Jun Teramoto

Eiswall um die Reaktoren herum, der radioaktiv-verseuchtes Grundwasser aufhalten sollte, ist an vielen Stellen undicht. Erst im Februar wurde die höchste Strahlung seit dem GAU gemessen – 530 Sievert pro Stunde. Zum Vergleich: Bereits sechs Sievert lösen eine tödliche Strahlenkrankheit aus und in Deutschland sind Menschen durchschnittlich einer Dosis von 2,1 Millisivert pro Jahr ausgesetzt.

Rückkehr in ein verseuchtes Gebiet

Trotz aller Probleme sollen demnächst wieder Menschen in das nur 60 Kilometer entfernte Iitate zurückkehren. Greenpeace hat vor kurzem Messungen in dem Dorf durchgeführt, die zeigen, dass die Strahlenbelastung deutlich zu hoch ist. Doch die japanische Regierung unterstützt mit dem geplanten Ende der Evakuierung den Betreiber des AKW, der dann keine Entschädigung mehr an die betroffene Bevölkerung zahlen muss. Das Risiko der Bevölkerung, vor allem der Kinder, aufgrund der erhöhten radioaktiven Strahlung zu erkranken, wird anscheinend in Kauf genommen.

Veranstaltungen zum Jahrestag

Mit "Lesen ohne Atomstrom" gegen das Vergessen, Bild: Lesen ohne Atomstrom
Mit „Lesen ohne Atomstrom“ gegen das Vergessen, Bild: Lesen ohne Atomstrom

Damit die Katastrophe auch hier in Deutschland nicht vergessen wird und auf die aktuelle Lage aufmerksam gemacht wird, finden zum Jahrestag verschiedene Veranstaltungen statt. In Hamburg laufen rund um den 11. März die Lesetage „Lesen ohne Atomstrom“. Am Samstag liest unter anderem Tomohiko Suzuki aus seinem Buch ‚Inside Fukushima‘, für das er monatelang, zum Teil undercover in und um die Ruine des AKW Fukushima recherchiert hat. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei und die Lesung wird zudem als Livestream übertragen.

 


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