MEINUNG & POSITION

Regierungsstudie bestätigt Konflikt zwischen Atom und Wind

Erneuerbare sind auf dem Vormarsch, Foto: global 2000
Erneuerbare sind auf dem Vormarsch, Foto: global 2000

Mit großem Interesse habe ich heute in der Frankfurter Rundschau gelesen, dass eine im Auftrag des Bundesumweltministeriums verfasste Studie zu Ergebnissen kommt, die gar nicht zu dem im vergangenen Herbst veröffentlichten Energiekonzept der Bundesregierung passen. Das BMU hat offensichtlich keine übermäßige Eile gehabt, die Ergebnisse der sogenannten „Leitstudie 2010“ an die Öffentlichkeit zu bringen.

Wesentliche Erkenntnisse der neuen Studie

1. Der weitere Zubau von Erneuerbaren Energien ist aus technischer Sicht weitgehend gesichert.
2. Das  Erneuerbare Energien Gesetz  muss als wirksamstes Instrument der Energiewende erhalten bleiben.
3. Schon 2020 können 40  Prozent  des Stroms aus Erneuerbaren kommen.
4. Es gibt den von LichtBlick immer hervorgehobenen Systemkonflikt zwischen Kernkraft und Erneuerbaren. Kernkraftwerke sind nicht flexibel genug, um die schwankende Windenergie auszugleichen, sie gefährden damit künftig eine sichere Versorgung.
5. Die Laufzeitverlängerung von Kernenergie war vor diesem Hintergrund ein Fehler. Sie erfordert im Gegenzug die Stilllegung von Kohlekraftwerken in großem Umfang, um Platz zu schaffen für die erneuerbaren Energien.
6. Kraft-Wärme-Kopplung  – wie das LichtBlick-ZuhauseKraftwerk – wird einen zunehmenden Anteil am verbleibenden fossilen Kraftwerkspark haben, weil sie flexibel steuerbar und umweltfreundlich ist.
7. Das Stromnetz muss beschleunigt ausgebaut werden und langfristig mit anderen Energieträgerinfrastrukturen (z.B. Gasnetze) koordiniert werden.

Dass Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Systemtechnik zu vielen ähnlichen Schlußfolgerungen kommen, wie Professor Hohmeyer von der Universität Flensburg in dem von LichtBlick in Auftrag gegebenen Energie-Konzept „2050. Die Zukunft der Energie“, bestärkt uns natürlich in unserer Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein. Ohne Kohle und Atom.

Ein Beitrag von Dr. Christian Friege, Vorstandsvorsitzender bei LichtBlick


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