MEINUNG & POSITION

Protest im Wendland

LichtBlicker protestieren gegen Atomkraft im Wendland, Foto: Astrid K.
LichtBlicker protestieren gegen Atomkraft im Wendland, Foto: Astrid K.

Wer am Wochenende, so wie ich, im Wendland unterwegs war, konnte sich vom friedlichen Protest und vom Irrsinn der Atomenergienutzung ein Bild machen. Vor lauter Polizisten war der Wald kaum noch zu sehen.  Was ein Irrsinn: alle 50 Meter Polizei. Mit und ohne Kampfmontur, mit und ohne Helm, mit und ohne Hund, freundlich und grimmig, meistens müde, teilweise übermüdet und offensichtlich erschöpft, verfroren und gelangweilt. Muss das ein Mist-Job sein. Und das alles für Merkel, Röttgen, die Atomindustrie und deren Müll, der Jahrtausende strahlen wird. Was ein Irrsinn. Jedweder Versuch zur Motivation muss fehlschlagen.

Die Protestler – lachend und ernst in der Sache….

Und auf der anderen Seite die Bürger, die Demonstranten, die Protestler. Motiviert, lachend, ernst in der Sache aber immer gut gelaunt und genau wissend, warum sie die Nässe und Kälte, den Schlafmangel und die sonstigen Strapazen des Protestes in Kauf nehmen.  Immer und in allen Dingen überlegen. Nicht zuletzt wegen der unzähligen, freundlichen, netten und motivierenden Gespräche und Diskussionen. Über die Politik, die Aktionen der letzten Jahre, die Atompolitik, den Strommarkt, den Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Preisentwicklung usw. Ein Herr fragte mich, ob wir (LichtBlick) immer noch den Deutschen Bundestag versorgen würden. Ja, antwortete ich mit etwas Stolz. Tja, manchmal könne man sich eben seine Kunden nicht aussuchen, seine Antwort. So endete das Gespräch mit einem netten Lacher.

Was ein Irrsinn…

Ich wendete mich einer Frau zu, die auf ihrem Anorak einen selbst gemalten Aufkleber hatte: „Ich bin nicht Schuld, ich habe nicht CDU gewählt.“ Ich bin mir sicher, sie wird es auch das nächste Mal nicht tun. Denn irgendwann werden alle Castoren wieder weg müssen aus Gorleben. Was ein Irrsinn.


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2 Kommentare

  • Katinka Königstein sagt:

    Eingestellt für Gero Lücking:

    Hallo Michael,

    Der Deutsche Bundestag hatte seine Stromversorgung ausgeschrieben. So sieht es die öffentliche Vergabeverordnung bei öffentlichen Auftraggebern vor. Auf Initiative von Hans-Josef Fell (MdB Bündnis 90/Die Grünen) wurde explizit Ökostrom gefordert. Wir haben die Ausschreibung gewonnen. Ein schöner Referenzkunde für uns. Jedes Gesetz, also auch die Laufzeitverlängerung, wurde und wird mit Ökostrom debattiert und verabschiedet.

    Schöne Grüße
    Gero Lücking


  • Michael sagt:

    Mal im Ernst:
    Der deutsche Bundestag ist Lichtblick-Kunde???

    Ich glaube aber das viele solcher „Nicht-Großparteien-Wähler“ die großen Parteien indirekt unterstützen, indem sie gar nicht zur Wahl gehen. Jedes mal zu erkennen an der geringen Wahlbeteiligung. Dann brauchen CDU & Co viel weniger Stimmen um mit ihren krummen Vorhaben durchzukommen.

    Wer politisch protestieren will, sollte kleine Parteien wählen, damit mehr Wettbewerb herrscht (wie in der Wirtschaft) und die großen mehr Stimmen benötigen.


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