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Projekt für günstigen FahrStrom

Projekt für günstigen FahrStrom, Foto: Fotolia
Projekt für günstigen FahrStrom, Foto: Fotolia

Im deutschen Energiewirtschaftsgesetz gibt es bereits seit Jahren eine Regelung, die einen günstigen Fahrstrom Tarif für Elektroautos möglich macht. Das Problem für den Verbraucher: bislang wurde die Regelung noch von keinem Unternehmen umgesetzt. Zusammen mit Stromnetz Hamburg GmbH machen wir nun in einem gemeinsamen Projekt erstmals vor, wie mit der Umsetzung der Regelung die Stromkosten für Elektroautos um rund 30 Prozent reduziert werden können.

Wie sieht die Regelung für günstigen FahrStrom aus?

Sie sieht grundsätzlich vor, dass Netzbetreiber Elektroautos ähnlich wie Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen als sogenannte „steuerbare Verbrauchseinrichtungen“ behandeln können. Allerdings fehlt es derzeit noch an der erforderlichen Ausführungsbestimmung, die Rechtssicherheit für alle Beteiligten schaffen würde. Ohne die dringend erforderliche Ausführungsverordnung zum Energiewirtschaftsgesetz müsste ein Energieanbieter wie wir in der Praxis komplizierte Vereinbarungen mit jedem einzelnen der fast 900 Stromnetzbetreiber treffen, um bundesweit günstigen FahrStrom für private Ladesäulen anbieten zu können. Der enorme Verwaltungsaufwand würde die Kostenersparnis wieder zunichtemachen.

Was machen Stromnetz Hamburg und LichtBlick?

Wir zeigen erstmals beispielhaft, wie eine praktische Umsetzung des §14a EnWG auch bundesweit funktionieren könnte. Elektroautos können an der privaten Ladesäule von abends 21 Uhr bis morgens 6 Uhr vergünstigt FahrStrom beziehen. Für die zeitliche Einschränkung sinken die Kosten für die Netznutzung (Netzentgelt), die in jeder Stromrechnung enthalten sind. Möchte der Fahrer eines Elektroautos tagsüber tanken, kann er das natürlich auch. Dann kann er einfach seine normale Haushaltssteckdose zum Tanken nutzen. In diesem Fall lädt er allerdings wieder zu seinem normalen Haushaltsstromtarif und nicht mehr zum vergünstigten FahrStrom-Tarif.


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