MEINUNG & POSITION

Photovoltaik-Messe mit Rekorden

„Erneuerbare Energien in Enkenbach-Alsenborn“ von Jan.boedeker
„Erneuerbare Energien in Enkenbach-Alsenborn“ von Jan.boedeker

Beitrag von www.klimaretter.info –  Journalist Hanno Börck

In Hamburg findet seit dem 5. und bis zum 08. Sepember 2011 die 26. European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition (PVSEC) statt. Obwohl viele Anbieter in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken, gibt sich die Branche optimistisch. Fortschritte bei der Technologie sollen schon bald einen subventionsfreien Betrieb der Anlagen ermöglichen.

Studie zur Konkurrenzfähigkeit

Die European Photovoltaics Industry Association (EPIA) präsentiert eine Studie zur Konkurrenzfähigkeit der Photovoltaik, die die Consultingfirma A. T. Kearney im Auftrag des Branchenverbandes angefertigt hat. Bereits 2013 könnten demnach in sonnigen Regionen Italiens Freiflächenanlagen subventionsfrei betrieben werden. Allerdings geht die Berechnung von einigen Voraussetzungen aus. Demnach müssten Subventionen für fossile Energieträger zurückgefahren und sogenannte externe Effekte – also Auswirkungen wie etwa Umweltschäden durch Energieproduktion – den Betreibern in Rechnung gestellt werden. Bis 2020 rechnet der Verband damit, dass die Preise für Photovoltaikstrom um bis zu 50 Prozent sinken könnten. In den fünf Ländern mit den größten Strommärkten in der EU (Italien, Spanien, Frankreich, Vereinigtes Königreich und Deutschland) wäre unter diesen Bedingungen ein wirtschaftlicher Betrieb ohne Subventionen möglich ist.

Rekorde bei Preisen und den Wirkunsgraden

Unterdessen nutzen viele Unternehmen die Messe, um neue Rekordwirkungsgrade zu vermelden: Das Unternehmen Avancis meldete, mit einem Dünnschichtmodul von 30 mal 30 Zentimetern Größe einen Wirkungsgrad von 15,8 Prozent erreicht zu haben. Der Hersteller Schott Solar vermeldet für monokristalline Solarzellen, die im sogenannten Siebdruck-Verfahren hergestellt wurden, mit 20,2 Prozent ebenfalls einen neuen Rekord. Die bislang dünnsten Solarmodule präsentiert die Thalheimer Firma Sovello mit 135 Mikrometern – durch dünnere Module kann der Siliziumverbrauch bei der Herstellung gesenkt werden.

Auch bei den Preisen deuten sich neue Rekorde an: Aufsehen erregte der chinesische Hersteller Zhong Jing Solar mit einem neue Tiefstpreis für multikristalline Module mit einer Leistung von einem Watt – für eine fertige Solaranlage würde das einen Wattpreis von 1,60 Euro bedeuten. Wie das ee-blog schreibt, liegt Zhong Jing Solar damit etwa 20 Cent unter den derzeit üblichen Preisen.

Die Solarmesse im Congress Center Hamburg (CCH) wird am Donnerstag (8. September) enden. Etwa 900 Branchenvertreter aus über 30 Ländern präsentieren ihre Produkte dem Fachpublikum.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren