MEINUNG & POSITION

Ökostrommarkt im Wandel

Ökostrom von LichtBlick, Foto: LichtBlick SE
Ökostrom von LichtBlick, Foto: LichtBlick SE

Wer sich heute einmal die Mühe macht, verschiedene Zeitungen aufzuschlagen, wird sich vermutlich verwundert die Augen reiben. So schreibt die Frankfurter Rundschau „Starker Zuwachs beim Ökostrom“, die Mitteldeutsche Zeitung meint: „Ökostrom boomt“. Hingegen ließt man in der Badischen Zeitung „Ökostrom kein Renner“ und die Norddeutsche Rundschau behauptet „Deutsche verlieren Interesse an grünem Strom“. Ja, was denn nun? Alle Artikel beziehen sich auf die gleiche Quelle – die aktuelle Ökostrom-Umfrage des Fachmagazins „Energie & Management“. Die hat zunächst einmal zwei erfreuliche Nachrichten: LichtBlick konnte seine Marktführerschaft beim Ökostrom und bei Gasprodukten mit klimafreundlichem Biogas deutlich behaupten. Und die Zahl der Ökostrom-Kunden ist bundesweit von vier auf fünf Millionen gestiegen. Wie kommt es aber zu den unterschiedlichen Bewertungen in den Medien?

Unseriöse Geschäftsmodelle und Pleiten verunsichern Verbraucher

Das Marktwachstum beruht darauf, dass sich mehr Unternehmen als in den Vorjahren an der Umfrage beteiligten und ihre Kundenzahlen offen legten. Vor allem aber haben einmal mehr einige Stadtwerke getrickst und ihre Kunden einfach auf Ökostrom umgestellt. Ein aktiver Wechsel fand da nicht statt. Und viele Anbieter sehen die Marktentwicklung 2013 skeptisch. Fazit: Es gibt zwar nominell mehr Ökostromkunden, die Wechselbereitschaft ist derzeit eher verhalten.

Tatsächlich befindet sich der Strommarkt im Umbruch. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Die Pleiten der großen Discounter Flexstrom und Teldafax mit ihren ruinösen Billigpreisstrategien haben viele Verbraucher verunsichert. Auch im Ökostrom-Segment gibt es Billiganbieter, deren Geschäftsmodelle von Verbraucherschützern und Medien stark kritisiert werden und die Strom weit unter Einstandskosten anbieten. Weitere Insolvenzen sind also zu erwarten.

Das Phänomen der „Falschwechsler“

Zudem bieten heute fast alle Stromversorger „grüne Tarife“ an und das Marketing von Stadtwerken und Konzernen sieht oft so aus, als gäbe es  nur noch Grünstrom. Dass die Anbieter noch immer vor allem Kohle- und Atomstrom verkaufen und oft einen enormen Anteil ihrer Gewinne in Kohle investieren, bleibt dabei häufig unerwähnt. Kunden, die echten Ökostrom wollen, müssen sich für Anbieter entscheiden, die ohne wenn und aber auf grüne Energie setzen. Denn was nutzt es der Umwelt, zum Grünstromtarif eines Konzerns zu setzen, der aus seinen Gewinnen dreckige Kohlekraftwerke baut? Kunden, die ihren Ökostrom von Atom- und Kohleunternehmen kaufen, hat ein Kollege von mir mal als „Falschwechsler“ bezeichnet.

Die Energiewende ist noch lange nicht in trockenen Tüchern

Außerdem haben offenbar viele Bürgerinnen und Bürger das Gefühl, die Energiewende sei „abgehakt“, sie bräuchten nach dem erneuten Atomausstiegs-Beschluss 2011 nicht mehr aktiv zu werden. Hier geht es darum, aufzuklären – denn natürlich ist die Energiewende noch lange nicht in trockenen Tüchern. Das zeigen zum Beispiel die immer neuen Angriffe von Politik und Industrie auf die Förderung erneuerbarer Energien. Sie versuchen, die Energiewende auf eine falsche Kostendebatte zu reduzieren. Und verschweigen dabei, dass die Industrie von extrem niedrigen Börsenpreisen für Strom profitiert, die eine Folge der vermehrten Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom sind. Das Öko-Institut hat zudem kürzlich ausgerechnet, dass die Belastungen für die Bürger sinken würden, wenn die ungerechtfertigte Befreiung der Industrie von den Ökostrom-Kosten reduziert würde.

Wechsel zu echtem Ökostrom: Ein Zeichen gegen klimaschädliche Kohle

Nach dem Atomausstieg ist das nächste klimapolitisch wichtige Ziel der zügige Ausstieg aus der Kohlekraft. Neue Kohlemeiler wie z.B. in Moorburg oder Datteln sind gigantische CO2-Schleudern, die Deutschland auf Jahrzehnte die Klimabilanz verhageln. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können mit ihrem Wechsel zu echten Ökstromanbietern wie LichtBlick ein Zeichen gegen diese rückwärtsgewandte Energiepolitik setzen.

LichtBlick konnte in diesem insgeamt schwierigen Marktumfeld 2012 zwar nicht wachsen, aber wir konnten unsere Kundenzahl nahezu halten. Das ist aus unserer Sicht ein Erfolg. Wir wollen und werden in Zukunft viele neue Kunden gewinnen. Heute versorgen wir über 600.000 Privat- und Gewerbekunden mit Ökostrom und Ökogas, unser mittelfristiges Ziel sind 2 Millionen.

LichtBlick peilt zwei Millionen Kunden an

Derzeit beginnt eine Konsolidierung des Marktes. Unseriöse Billiganbieter werden verschwinden. Stadtwerke sind mir ihrem Versuch, ihren Vertrieb überregional oder gar bundesweit auszuweiten, gescheitert – die Kosten sind einfach zu hoch. LichtBlick hat in diesem Jahr bereits das Unternehmen Nordland Energie und die Kunden der Ökostrommarke DRIFT übernommen. Eine weitere Übernahme ist in Vorbereitung.

Mit neuen Vertriebskooperationen stärken wir unsere Positionierung am Markt. So bieten wir gemeinsam mit Borussia Dortmund den Tarif Strom09 an. Und mit Volkswagen und Porsche haben wir Ökostrom-Produkte für E-Mobilitätskunden entwickelt. Dabei geht es auch darum, neue Kundensegmente für Ökostrom zu gewinnen.

SchwarmStrom ist ein echter Mehrwert für LichtBlick-Kunden

Neben dem Wachstum im Ökostrom- und Ökogas-Markt setzen wir bei LichtBlick auf unsere Innovation SchwarmStrom. In Zukunft wird es nicht mehr nur darum gehen, grüne Kilowattstunden an Endkunden zu vermarkten. Denn immer mehr Kunden werden ihre Energie mit Blockheizkraftwerken oder Photovoltaikanlagen selbst erzeugen. LichtBlick wird zum Energiedienstleister für die Kunden, wir optimieren mit unserer intelligenten Steuerungssoftware SchwarmDirigent die dezentrale Energieerzeugung unserer Kunden. So wird dezentrale Energie wirtschaftlicher und stabilsiert die Stromnetze. LichtBlick betreibt bereits 800 dezentrale ZuhauseKraftwerke mit SchwarmStrom,  wir haben schon im letzten Jahr erstmals einen Windpark gesteuert und forschen mit Volkswagen, SMA und Fraunhofer IWES an der Einbindung von E-Mobilen in den Strommarkt.

LichtBlick leistet damit einen ganz wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende. Wir entwickeln mit dem SchwarmDirigent das Betriebssystem der Energiewende. Ohne unsere über 600.000 Kunden wäre das nicht möglich. Unsere Kunden beziehen also nicht nur saubere Energie – sie wissen auch, dass wir nur in innovative und klimafreundliche Projekte investieren. Ein echter Mehrwert für LichtBlick-Kunden!


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