MEINUNG & POSITION

New York soll de-investieren

New Yorks Bürgermeister fordert: Stadt soll kein Geld mehr mit Kohle-Investitionen verdienen. (Foto: Reimer)
New Yorks Bürgermeister fordert: Stadt soll kein Geld mehr mit Kohle-Investitionen verdienen. (Foto: Reimer)

Die Pensionsfonds der Stadt New York sollen ihr millionenschweres Investment aus fossilen Unternehmen abziehen. Das fordert Bürgermeister Bill de Blasio. „Es ist Zeit, dass wir unsere Investitionen auf den neuesten Stand bringen – und mit dem Kohle-Divestment müssen wir anfangen“, sagte de Blasio. Bis 2050 will die Stadt an der Ostküste Nordamerikas ihre Emissionen um 80 Prozent senken.

Geld soll in erneuerbare Energein angelegt werden

Die fünf Pensionsfonds der Stadt halten Einlagen in Höhe von insgesamt 160 Milliarden US-Dollar. Davon stecken mindestens 33 Millionen in Unternehmen, die ihr Geld mit Kohle verdienen. Nach dem Willen des New Yorker Bürgermeisters soll das Geld künftig in erneuerbaren Energien angelegt werden. In den kommenden Monaten sollen sich die Gremien der städtischen Pensionsfonds mit dem Divestment befassen.

 

Bereits 400 Institutionen planen Anlagevermögen umzuschichten

Die Klimaschutzorganisation 350.org bewertete die Ankündigung de Blasios als weiteren großen Schritt zu klimafreundlichen Investitionen. Erst in der vergangenen Woche hatten mehr als 400 Institutionen – u.a. auch Oslo, San Francisco und Oxford- angekündigt, dass sie ihr Anlagevermögen in Höhe von 2,6 Billionen US-Dollar umschichten wollen. „Wir erwarten, dass Kommunalpolitiker auf der ganzen Welt Kenntnis von der Ankündigung des Bürgermeisters nehmen und sich New York mit weiteren Zusagen anschließen werden“, sagte May Boeve von 350.org.

Klimawandel wird New York besonders stark treffen

Ob das Divestment für New York noch rechtzeitig kommt, ist allerdings fraglich. Dramatische Überflutungen, wie sie der Hurrikan „Sandy“ im Oktober 2012 zur Folge hatte, werden New York künftig häufiger treffen. Alle 25 Jahre – statt nur einmal in 500 Jahren – muss mit vergleichbaren Flutkatastrophen gerechnet werden, schreibt ein US-amerikanisches Forscherteam im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences. New York City besteht aus mehreren Inseln und Halbinseln und hat etwa 1.000 Kilometer Küstenlinie. Eine drei Meter hohe Sturmflut würde Manhattan im Wasser versinken lassen.

Der Blogbeitrag wurde von unserem Medienpartner Klimaretter.info verfasst.

 


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