MEINUNG & POSITION

Netzflexstudie – ein Meilenstein

Wenn es um das Thema Energiewende geht, kommen über kurz oder lang die Punkte Netzausbau und Speicher zur Sprache – und dass alles immer nur teurer wird und die Verbraucher viel Geld kostet.

Netzflexstudie mit revolutionären Aussagen

Die Dena, die Deutsche Energieagentur in Berlin, hat eine sogenannte Netzflex-Studie veröffentlicht. Sie enthält geradezu revolutionäre Aussagen. Beispielsweise die, dass ein Netzausbau auf Verteilnetz-Ebene in dem Ausmaß, wie er immer wieder von den Verbänden der Energiewirtschaft, dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU), postuliert wird, gar nicht notwendig sein wird.

Braucht es den Netzausbau für die Energiewende - Netzfelxstudie zeigt andere Wege, Foto: PantherMedia
Braucht es den Netzausbau für die Energiewende – Netzfelxstudie zeigt andere Wege, Foto: PantherMedia

„Problemstunden“ lassen sich ausräumen

In den untersuchten, sehr praxisnahen Anwendungen würde es schon unter heutigen Rahmenbedingungen nur in maximal fünf Prozent der Netze und Anwendungsfälle zu Netzengpässen kommen. Diese wenigen Stunden im Jahr stellen schon den „Worst Case“ dar. In allen anderen untersuchten Anwendungsfällen war die Bilanz noch deutlich besser. Und diese Problemstunden ließen sich durch marktnähere Regelungen, die Flexibilitäten befördern, komplett ausräumen. Das sind genau die Geschäftsmodelle, auf die wir bei LichtBlick mit unserem SchwarmEnergie®-Konzept setzen.

Lösungen finden statt Netze ausbauen

Smart, digital, vernetzt - SchwarmEnergie-Konzept zeigt Lösungen für stabile Energieversorgung mit Erneuerbaren, Foto: Fotolia
Smart, digital, vernetzt – SchwarmEnergie-Konzept zeigt Lösungen für stabile Energieversorgung mit Erneuerbaren, Foto: Fotolia

Darunter verstehen wir beispielsweise, dass Elektroautos in einem Straßenzug zukünftig intelligent nacheinander und nicht alle zur gleichen Zeit geladen werden. Oder aber, dass regenerativer Strom, der in einer Starkwindperiode „die Netze verstopft“, über elektrische Heizstäbe in den Heizungen der Haushalte zu Wärme umgewandelt wird. Damit müssen einerseits keine Windräder abgeregelt werden und andererseits kann Erdgas und damit CO2 eingespart werden. Das würde auch Kosten sparen, wenn der Strom in diesen wenigen Stunden nicht mit hohen Netzentgelten, Steuern und Abgaben belastet wäre.

Unternehmens- und spartenübergreifend arbeiten

Das Mantra von BDEW und VKU, wir bräuchten in Deutschland einen weiteren Ausbau des Verteilnetzes in Höhe von 25 Milliarden Euro, ist mit dieser Studie eindrücklich widerlegt. Es wäre volkswirtschaftlich unsinnig, diese 25 Milliarden Euro „in der Erde zu verbuddeln“. Es geht deutlich billiger, wenn Aggregatoren und Flexibilitätsanbietern – und damit dem Wettbewerb – ein Ordnungsrahmen angeboten würde, der die bestehenden Hemmnisse beseitigt und neue Geschäftsmodelle begünstigt. LichtBlick zeigt mit Forschungsprojekten und innovativen Produkten, wie SchwarmHaus, SchwarmMobilität, SchwarmBatterie® was möglich ist. Die nötigen Reformen, um die aktuellen Hindernisse für die Umsetzung dieser Projekte aus dem Weg zu räumen, werden in der Studie benannt.

An der Studie haben unter dem Dach der Dena Übertragungs- und Verteilnetzbetreiber, Regionalversorger, Stadtwerke und Unternehmen wie Lichtblick mitgearbeitet. Unternehmens- und spartenübergreifend waren wir uns in den Aussagen einig. Die Netzflex-Studie ist ein Meilenstein für die weitere Diskussion um die Energiewende in Deutschland.


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