MEINUNG & POSITION

Umfrage: Mieterstrom von vielen Mietern gewünscht

In Berlin-Hellersdorf im Gelben Viertel freuen sich die Mieter besonders, wenn die Sonne scheint. Denn auf ihren Dächern sind Solaranlagen installiert und den grünen Strom, den die Anlagen erzeugen, können die Bewohner direkt als Mieterstrom nutzen. Wir hatten beispielsweise mit Heidi Lube gesprochen – eine der ersten ZuhauseStrom-Kunden, wie das Produkt bei LichtBlick heißt. Ihr Strom ist lokal, grün – und preiswert. LichtBlick hat mit diesem Projekt erstmals Mietern ermöglicht, Teil der Energiewende zu werden und von den günstigeren Strompreisen zu profitieren. Doch noch hat Mieterstrom den Massenmarkt nicht erreicht – bislang fehlen einheitliche Rahmenbedingungen. Das soll sich nun ändern.

Die LichtBlick-Umfrage zeigt: Es wird höchste Zeit, dass Mieterstrom einfacher und für mehr Mieter umgesetzt wird, Grafik: LichtBlick
Die LichtBlick-Umfrage zeigt: Es wird höchste Zeit, dass Mieterstrom einfacher und für mehr Mieter umgesetzt wird, Grafik: LichtBlick

Ja zu Mieterstrom

Am morgigen Mittwoch verabschiedet das Kabinett voraussichtlich das Mieterstromgesetz. Damit ist der Weg für die Förderung von Mieterstrom geebnet und Unternehmen sowie Dienstleister können sich bei der Umsetzung neuer Projekte auf einheitliche Rahmenbedingungen verlassen. Dass ein Handeln seitens der Gesetzgeber dringend notwendig ist, zeigt eine repräsentative Umfrage, die wir durchgeführt haben: 66 Prozent der befragten Mieter können sich vorstellen, Mieterstrom zu beziehen.

Erneuerbare Anlagen auf Mietshäuser

Die größte Hürde bei der Etablierung dürfte nicht die Akzeptanz der Bewohner sein, sondern fehlende erneuerbare Anlagen. Die LichtBlick-Umfrage zeigt, dass in 82 Prozent der Mietswohnungen keine Anlagen installiert sind, mit denen vor Ort grüner Strom erzeugt werden könnte, also beispielsweise Blockheizkraftwerke oder PV-Anlagen. Nur 12 Prozent der befragten Mieter geben an, dass ihrer Kenntnis nach erneuerbare Anlagen in ihrer Mietswohnung vorhanden sind. Um das Potenzial von 3,8 Millionen Wohnungen, die für Mieterstrom in Deutschland laut einer Studie vom Bundeswirtschaftsministerium in Frage kommen, voll auszuschöpfen, müssen in den kommenden Jahren rund 370.000 Solaranlagen installiert werden.

Strom vom eigenen Dach - grün, nachhaltig und preiswert, Foto: STADT&LAND Berlin
Strom vom eigenen Dach – grün, nachhaltig und preiswert, Foto: STADT&LAND Berlin

Mieterstrom-Anbieter der ersten Stunde

LichtBlick war das erste Unternehmen, das lokal erzeugten Strom für eine Vielzahl von Bewohnern zugänglich gemacht hat. Das erste und größte Projekt steht in Berlin-Hellersdorf. Seit 2013 setzen wir uns dafür ein, dass Mieterstrom gesetzlich geregelt wird. Bislang mussten alle Projekte einzeln unter anderem mit Netzbetreibern abgestimmt werden, da es keine einheitlichen Rahmenbedingungen gab. Die Dringlichkeit eines Mieterstromgesetzes zeigt auch die LichtBlick-Umfrage: Nur vier Prozent aller Befragten beziehen nach eigenen Angaben bereits grünen Strom vom eigenen Dach.

 

Energieblogger Andreas Kühl hat die Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf zusammengefasst.


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3 Kommentare

  • Matthias Zwerschke sagt:

    Mieterstrom hört sich erst mal gut an. Die Frage die sich stellt. In wie weit ist die Ersparnis höher als die Modernisierungsumlage die der Vermieter dann auf die Miete aufschlägt. Bei einem Verbrauch von 3000 kwh und ca. 80 Euro monatliche Kosten für Ökostrom müsste die Ersparniss schon ganz schön hoch liegen damit sich das zumindest Kostenneutral realisieren lässt.


    • Anke Blacha | LichtBlick Autorin antwortet:

      Hallo Herr Zwerschke,

      natürlich macht Mieterstrom am meisten Sinn, wenn es direkt zu einer Entlastung der Mieter führt, da haben Sie Recht. So waren bei unseren Projekten, die wir bislang umgesetzt haben, die PV-Anlagen bereits installiert oder Mieterstrom wurde bei Neubauten direkt mitgedacht. Dadurch entstanden den Mietern keine zusätzlichen Kosten für die Modernisierung, sondern sie hatten sofort eine Entlastung.

      Und Anfang Juli wissen wir dann voraussichtlich auch genau, wie hoch die Förderung – und damit die Entlastung für die Nutzer – ausfallen wird. Dann soll das Gesetz zur Mieterstrom-Förderung beschlossen werden. Wir halten Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden in unserem Blog.

      Viele Grüße
      Anke Blacha


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