MEINUNG & POSITION

Lückings Woche: Strafzölle und Dashboard

Regelmäßig kommentiert Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei LichtBlick, aktuelle Energiethemen. Diese Woche geht es unter anderem um die Strafzölle für Solarmodule aus China sowie unser Energiewende Dashboard, das wir gemeinsam mit unserem Partner dem WWF entwickelt haben und das aktuelle sowie relevante Zahlen zur Energiewende zeigt. Die Fragen stellte unser Medienpartner klimaretter.info.

Strafzölle gegen chinesische Solarmodulle bleiben erst einmal bestehen, doch ist das der richtige Weg?, Foto: Fotolia
Strafzölle gegen chinesische Solarmodulle bleiben erst einmal bestehen, doch ist das der richtige Weg?, Foto: Fotolia

Strafzölle verkehrter Weg

Herr Lücking, die EU-Kommission plant neue Strafzölle für chinesische Solarmodule. Ist das die Rettung oder der Untergang der deutschen Solarwirtschaft?
Keiner kann sich dem internationalen Wettbewerb entziehen und globale Entwicklungen ignorieren. Zudem stelle ich die Gegenfrage: Wollen wir die Energiewende in Deutschland verteuern und dadurch verlangsamen, um einige wenige Firmen hierzulande, speziell Solarworld, zu schützen? Ich denke, das wollen wir nicht.
Wir begrüßen die Entscheidung der Kommission. Die Diskussion um die Strafzölle wurde gestartet, um die Zölle um fünf Jahre zu verlängern. Jetzt bleiben sie nur weitere 18 Monate erhalten. Zudem hat man sich darauf verständigt, in diesen 18 Monaten Mindestimportpreise und Zölle schrittweise zu reduzieren. Das sind sehr wichtige Schritte in die richtige Richtung.

Solarstandort Deutschland hat Zukunft

Zudem berichtet die Süddeutsche Zeitung in dieser Woche, dass beispielsweise die Chemnitzer Firma Heckert Solar weiter auf Wachstumskurs ist und ihre Produktionsstandorte in Deutschland ausweitet. Ein anderes Beispiel ist die britische Firma Oxford PV. Sie hat einen Standort in Brandenburg an der Havel gekauft, um eine ganz neue Generation von folienbeschichteten Solarzellen mit höherer Stromausbeute fertigen zu können. Man sieht also, dass die fachkundigen Ingenieure dafür sorgen, dass die Solarindustrie auch in Deutschland weiterhin eine Zukunft haben wird.

Energiewende live: Unser Energiewende Dashboard

Energiewende-Zahlen in Echtzeit - das Dashboard von LichtBlick und dem WWF, Foto: LichtBlick/WWF, h3design
Energiewende-Zahlen in Echtzeit – das Dashboard von LichtBlick und dem WWF, Foto: LichtBlick/WWF, h3design

Sie haben zusammen mit der Umweltstiftung WWF das „Dashboard Energiewende“ eingerichtet. Worum geht es da?
Gemeinsam mit dem WWF wollen wir nicht nur für die Energiewende begeistern, sondern auch aufklären. Mit dem Dashboard – also einer Art Armaturenbrett – kann sich jeder im Internet einen schnellen Überblick über wichtige Kennzahlen und Entwicklungen verschaffen. Wie viele Windräder drehen sich im Land, wie viele Solaranalagen erzeugen Strom? Wie sieht der Strommix zu dieser Stunde aus? Und wann geht das nächste AKW vom Netz? Auf diese und viele andere Fragen gibt es dort stets aktuelle Antworten. Wir zeigen mit unseren animierten Grafiken, wie viel Deutschland bereits erreicht hat. Anhand dieser Übersicht können Menschen die Energiewende live nachvollziehen.


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