MEINUNG & POSITION

Lückings Woche: Berliner Kohleausstieg

Regelmäßig kommentiert Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei LichtBlick, aktuelle Energiethemen. Diese Woche geht es unter anderem um den Kohleausstieg in Berlin sowie um die Ausschreibungen für Windkraft.

Kohleausstieg: Berlin plant dieses Jahr den Ausstieg aus der Braunkohle, spätestens 2030 ist dann komplett Schluss mit Kohle, Foto: PantherMedia
Berlin plant dieses Jahr den Ausstieg aus der Braunkohle, spätestens 2030 ist dann komplett Schluss mit Kohle, Foto: PantherMedia

Kohleausstieg ein wichtiges Signal

Herr Lücking, Berlin hat den Braunkohle-Ausstieg geschafft: Das dortige Heizkraftwerk Klingenberg hat am Mittwoch seine letzte Schaufel mit dem klimaschädlichsten aller fossilen Brennstoffe gesehen und soll jetzt auf Erdgas umgestellt werden. Kommt jetzt Schwung in die Wärmewende?

Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und natürlich ein Signal in Richtung Braunkohle-Industrie. Sie wird nicht mehr gebraucht und ist nicht mehr gewollt.

Der sogenannte Fuel-Switch, also der Wechsel von Brennstoffen mit spezifisch hohen CO2-Emissionen wie Braunkohle zu Brennstoffen mit spezifisch niedrigeren CO2-Werten wie Erdgas, reduziert in einem Schritt die CO2-Emissionen um mehr als die Hälfte. Das sind vergleichsweise einfache, aber natürlich absolut notwendige Maßnahmen.

Die nächsten Schritte werden schwieriger. Denn bei dieser einen Maßnahme darf es nicht bleiben. Bis zur CO2-freien Wärmeversorgung ist es noch ein langer Weg.

LichtBlicker im Schwarm

Die Bürgerbeteiligung am Umbau zum regenerativen Energiesystem muss dringend verbessert werden, mahnen Forscher. Wie bezieht Lichtblick die Bürger ein?

Wir versorgen die Bürger mit umweltfreundlich erzeugtem Strom. Gleichzeitig entwickeln wir mit unserem SchwarmEnergie®-Ansatz Lösungen, um die Anlagen der Kunden in den Energiemarkt zu integrieren – um den Effekt der Investitionen der Bürger in Photovoltaik-Anlagen, Batterien und Elektroautos für die Energiewende nochmals zu erhöhen.

Bürgerbeteiligung trotz Ausschreibung

Ausschreibungen für Onshore-Parks zeigen, dass Windkraft inzwischen absolut konkurrenzfähig ist, Foto: PantherMedia
Ausschreibungen für Onshore-Parks zeigen, dass Windkraft inzwischen absolut konkurrenzfähig ist, Foto: PantherMedia

Durch die erste Ausschreibungsrunde für Windkraft an Land können gut 800 Megawatt Windkraft neu gebaut werden – für eine Förderung von durchschnittlich 5,7 Cent je Kilowattstunde. Wie bewerten Sie das Ergebnis?

Das sind sehr ermutigende Ergebnisse. Erstens gehen die notwendigen Förderbeträge immer weiter nach unten. Kein fossiles Kraftwerk kann zu diesen Vollkosten Strom erzeugen. Zweitens ist bei dieser Ausschreibungsrunde die Quote der Projekte mit Bürger-Beteiligung sehr hoch. Ob dies ein einmaliger Effekt ist oder sich mit dieser Quote halten wird, bleibt abzuwarten.

 

Die Fragen stellte unser Medienpartner klimaretter.info.


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