MEINUNG & POSITION

Lückings Woche: Stellenabbau bei RWE und E.ON

Bei LichtBlick stehen die Zeichen auf Wachstum, ganz im Gegensatz zu RWE & Co Foto: LichtBlick
Bei LichtBlick stehen die Zeichen auf Wachstum, ganz im Gegensatz zu RWE & Co Foto: LichtBlick

Alle fünf  Wochen stehe ich als Mitherausgeber dem unabhängigen Onlinemagazin www.klimaretter.info Frage und Antwort zu Energiepolitik und Klimawandel. Mit dazu gehört auch immer die Frage nach der “Überraschung der Woche”. Hier nun das Interview in voller Länge:

RWE und Eon bauen ab

RWE und E.ON bauen Standorte und Stellen ab. Geht es bei Lichtblick dagegen bergauf?

Bei LichtBlick geht es kontinuierlich bergauf. Stetig wechseln Kunden zu uns und wollen vom Original der Energiewende mit umweltfreundlichem Gas und Strom versorgt werden. Und wir nehmen inzwischen wöchentlich zehn ZuhauseKraftwerke in Betrieb. LichtBlick wächst. Und dazu brauchen wir stetig sehr gute und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Allein im letzten Jahr haben wir 109 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres konnten wir schon 81 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begrüßen. Und am vergangenen Montag, den 1. August haben allein 16 neue Kolleginnen und Kollegen begonnen, davon sechs Auszubildende. Wir freuen uns immer über tolle Bewerbungen. Derzeit sind 29 Stellen ausgeschrieben, darunter auch drei Praktikanten- bzw. Werkstudentenstellen. Details dazu – wie immer – auf www.lichtblick.de.

Der Ausbau der Erneuerbaren in Bayern

Bayern gründet eine Energieagentur und will Vorreiter bei der Energiewende werden. Wie sieht es mit dem Ausbau der Erneuerbaren im südlichen Bundesland aus?

Bayern steht traditionell in diesem Bereich gut da. Das liegt vor allem auch an der Wasserkrafterzeugung, die schon seit über hundert Jahren eine lange Tradition in Bayern genießt. Über 60 Prozent der gesamten Wasserkrafterzeugung in Deutschland erfolgt in Bayern. Aber auch wenn man den Wasserkraftanteil rausrechnet, liegt Bayern in vielen Bereichen über den bundesdurchschnittlichen Werten. So wird beispielsweise auch mehr als jede zweite Kilowattstunde Solarstrom in Bayern erzeugt. Die Scheunendächer in Bayern funkeln inzwischen ja überwiegend im kristallblau der Photovoltaikanlagen.

Hoch interessant ist ja auch die Kehrtwende der bayerischen Landesregierung in Sachen Atompolitik. Die Bundeskanzlerin hat ja für ihren Kurswechsel massive Unterstützung von CSU-Ministerpräsident Seehofer bekommen. Ohne dies wäre es wohl kaum gegangen. Wer hätte gedacht, dass jetzt auch in Bayern Atomkraftwerke abgeschaltet bleiben? Es bleibt abzuwarten, ob Bayern das erklärte Ziel, in den nächsten zehn Jahren den Anteil des regenerativen Stroms auf 50 Prozent zu erhöhen, erreichen und damit seinen Vorsprung noch weiter ausbauen kann.

Offshore-Windkraft und dezentrale Lösungen müssen miteinander kombiniert werden

Diese Woche gab es die Grundsteinlegung für den Windpark Borkum West 2. Offshore-Windkraft verstärkt ausbauen oder doch lieber auf dezentralere Möglichkeiten setzen?

Wir brauchen Beides. Die Offshore-Windparks machen im ersten Schritt Masse, sprich sie erzeugen viele, viele Kilowattstunden. LichtBlick trägt mit den ZuhauseKraftwerken zu hocheffizienten, dezentralen Lösungen bei, die sowohl im Wärme- als auch im Strombereich zur Energieeffizienz beitragen. Herausforderung wird sein, zentrale und dezentrale Ansätze mit einander zu verknüpfen. Deshalb brauchen wir die intelligente Steuerung so wie wir sie mit unserem SchwarmStrom-Konzept und den ZuhauseKraftwerken umsetzen. Jeder, der sich für eine dezentrale Lösung nach dem LichtBlick-Konzept entscheidet, leistet auch einen Beitrag zur Systemintegration der Windstromerzeugung auf Land und See.

Die Bundesregierung verabschiedet das 6. Energieforschungsprogramm – und betont die Forschung für die Energiewende. Doch weiterhin wird eine Milliarde für Kernfusion und Nuklearforschung ausgegeben. Verschwendetes Geld?

Zu begrüßen ist, dass die Mittel gegenüber dem jetzt auslaufenden Förderprogramm um 75 % erhöht werden. Das trägt den Herausforderungen des Gemeinschaftswerks Energiewende – wie es die Ethikkommission bezeichnet hat – sicherlich Rechnung. Weitere Gelder in die Kernfusion zu stecken, ist in der Tat rausgeworfenes Geld. Für Stillegung und Rückbau der Atomkraftwerke und die bundesweite Endlagersuche brauchen wir sicherlich auch noch Forschungsgeld und neue Erkenntnisse. Aber hier sind natürlich in erster Linie die Kraftwerksbetreiber in der Pflicht, die jetzt aus ihren Milliarden-Rückstellungen die Aufwende hierfür zu finanzieren haben.

Überraschungen der Woche

Und was war die Überraschung der Woche?

Die Überraschung der Woche waren für mich diesmal zwei Meldungen aus dem Verkehrsbereich. Nämlich erstens die, dass die neu zu gelassenen Fahrzeuge weiterhin immer leistungsstärker werden. Ich hatte gehofft, hier gäbe es aufgrund der Klima-, Energie- und Effizienzdebatte endlich mal eine Trendumkehr. Die zweite Überraschung für mich war, dass das unsinnige Labeling für Neuwagen tatsächlich verabschiedet wurde. Umweltschützer haben zusammen mit dem ADAC die Systematik des Labelings kritisiert (im Übrigen: was für eine Allianz!). Dass sparsame Kleinwagen nach diesem System schlechter bewertet werden als Spritschlucker, kann eigentlich nicht wirklich im Sinne der deutschen Autoindustrie sein. Aber vielleicht ja doch, denn beide Meldungen passen dann ja doch auch wieder gut zusammen.


Zurück zur Übersicht »

Artikel kommentieren