MEINUNG & POSITION

La Buena Vida – Kampf gegen Kohlemine

Vor einiger Zeit haben wir im Blog über das Thema Kohle aus Kolumbien berichtet. Wir bedrohen mit Kohlekraftwerken nicht nur hier das Klima, sondern sind auch verantwortlich für die Zerstörung der Natur und Vertreibung der Menschen in den Abbauregionen weltweit. Der Filmemacher Jens Schanze hat mit seinem beeindruckenden und preisgekrönten Dokumentarfilm „La Buena Vida“ das Thema Kohleabbau in Kolumbien wieder in die Öffentlichkeit gerückt.

El Cerrejón, eine der größten Kohleminen, nimmt vielen Dorfgemeinschaften ihre Lebensgrundlage, Foto: Börres Weiffenbach
El Cerrejón, eine der größten Kohleminen, nimmt vielen Dorfgemeinschaften ihre Lebensgrundlage, Foto: Börres Weiffenbach

Menschenrechtsverletzungen für Kohle

Kurz zum Hintergrund: Die meisten Kohlekraftwerke in Deutschland werden mit Steinkohle betrieben. Die wird in Deutschland nicht abgebaut und muss daher importiert werden. Kolumbien gehört neben Russland und den USA zu den drei Haupteinfuhrländern. Dass in Kolumbien für den Kohleabbau zwischen 1996 und 2006 fast 60.000 Menschen vertrieben und 2.600 Menschen ermordet wurden, hat bislang noch nicht zu einem Umdenken der deutschen Energiekonzerne geführt.

David gegen Goliath

Jairo Fuentes kämpft seit Jahren für mehr Gerechtigkeit - häufig ein Kampf David vs. Goliath, Foto: Börres Weiffenbach
Jairo Fuentes kämpft seit Jahren für mehr Gerechtigkeit – häufig ein Kampf David vs. Goliath, Foto: Börres Weiffenbach

Jens Schanze hat für seinen Dokumentarfilm über drei Jahre eine Gemeinschaft der Wayúu-Indígenas in dem Dorf Tamaquito begleitet. Das Dorf liegt in unmittelbarer Nähe zum Tagebau El Cerrejón im Norden Kolumbiens. Es ist der größte Tagebau Lateinamerikas. Die Wayúu-Indígenas sollten der Kohlemine Platz machen und umgesiedelt werden. Ihr altes Dorf bot den Bewohnern alles, was sie brauchten: Wälder zum Jagen, Flüsse für Fischfang und Wasserversorgung sowie Ackerflächen. In langen Verhandlungen mit dem Kohlekonzern haben sich die Dorfbewohner auf ein Gebiet für das neue Dorf geeinigt. Doch in Neu-Tamaquito ist alles anders als vereinbart.

La Buena Vida – das gute Leben

Der Dokumentarfilm La Buena Vida“ zeigt eindrücklich, welche verheerenden Auswirkungen unser Energiehunger weltweit hat: „So ein Film kann, wenn es gut läuft, zur Diskussion beitragen, vielleicht sogar die Diskussion anstoßen. Ein Nachdenken über die Konsequenzen unseres strammen Wachstumskurses ist dringend notwendig. Und sollte tatsächlich jemand beschließen, weniger Strom zu verbrauchen oder seinen Stromanbieter oder die Bank zu wechseln – umso schöner“, so Jens Schanze.

Jens Schanze ist Regisseur von "La Buena Vida" und rückt das Thema der dreckigen Kohle wieder in den Fokus, Foto: Sebastian Engbrocks
Jens Schanze ist Regisseur von „La Buena Vida“ und rückt das Thema der dreckigen Kohle wieder in den Fokus, Foto: Sebastian Engbrocks

Übrigens: Der Titel „La Buena Vida“ bezieht sich auf die Weltanschauung der indigenen Andenvölker „Sumak Kawsay“, deren zentrales Element das friedvolle Zusammenleben in Vielfalt und in Harmonie mit der Natur ist. Wir haben in Zusammenhang mit unserem Regenwald-Schutzprojekt in Ecuador bereits darüber berichtet.
Die DVD ist ab dem 17. Juni erhältlich. Ein absolut sehenswerter Film!

Der Trailer: www.dasguteleben-film.de/trailer/
Die DVD Special Edition: www.maschafilm.de/dvd_la_buena_vida.html


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