MEINUNG & POSITION

„Kühlschränke statt Kraftwerke“

Energieeffizienz hilft Ressourcen einzusparen, Foto: PublicDomain Pixabay, OpenClips.jpg
Energieeffizienz hilft Ressourcen einzusparen, Foto: PublicDomain Pixabay, OpenClips.jpg

Dieser Beitrag wurde von Joachim Wille für das Onlinemagazin Klimaretter.info verfasst. Das Onlinemagazin ist Medienpartner des LichtBlickBlogs.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt davor, die Chancen zur Steigerung der Energieeffizienz und Stromeinsparung nicht voll auszunutzen. „Werden die Möglichkeiten der Energieeffizienz genutzt, sind alle Debatten über drohende Stromlücken obsolet“, sagte der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, im Gespräch mit klimaretter.info. Die sukzessive Abschaltung der acht in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke sei dann gut zu bewältigen.

Zehn Groß-Kraftwerke könnten eingespart werden

Flasbarth verweist auf neue Berechnungen aus seinem Amt. Danach kann in Deutschland die Leistung von rund zehn Groß-Kraftwerken eingespart werden, wenn alle die Stromsparmöglichkeiten ausgenutzt werden, also etwa Haushaltsgeräte nach Ende ihrer Lebensdauer durch sparsame Neugeräte ersetzt werden.

Erkennen kann man sie am Effizienzstandard A+++ oder dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Geräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank werden im Schnitt nach zehn Jahren ausgetauscht. Laut dem Freiburger Öko-Institut beträgt das Strom-Einsparpotenzial im Hausgeräte-Sektor bis zu 37 Prozent, wenn statt der marktüblichen Geräte nur die sparsamen Alternativen genutzt werden.

Ein Gewinn für Konto und Klima

„Die effizienten Geräte sind in der Anschaffung zwar teurer, unter dem Strich sparen sie den Käufern aber Geld, da die Stromkosten deutlich niedriger sind“, sagte Flasbarth. Es sei „ein Gewinn für Konto und Klima“. Für Haushalte mit geringem Einkommen seien gezielte Programme denkbar, um ihnen den Kauf der sparsamen Geräte zu ermöglichen.

Die EU hatte 2007 beschlossen, den Energieverbrauch bis 2020 um ein Fünftel zu senken, um die Klimaziele erreichen zu können. Auch im Energiekonzept der Bundesregierung findet sich diese Festlegung. Erreicht wird die dazu nötige jährliche Effizienzerhöhung in Haushalten, Industrie und im Gebäudebereich bisher nicht, obwohl die Einsparung meist billiger ist als andere Möglichkeiten der  CO2-Minderung. Flasbarth sagte: „Wir können das deutsche Ziel, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu verringern, nur schaffen, wenn wir die erneuerbaren Energien ausbauern und gleichzeitig spürbar mehr Energie sparen.“


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3 Kommentare

  • Berliner Sonne sagt:

    Leider „vergißt“ das Amt zu erwähnen, inwieweit denn ein neuer Kühlschrank (Plaste+Stahlgehäuse, Polystyrolisolierung, Lacke, Plasteinnenausstattung mit speziellen Weichmachern….) denn die Umwelt belastet. Meiner ist bspw. 13 Jahre alt, schließt exakt und verbraucht ca 40kWh=10€ proJahr mehr als ein A+++Gerät.
    Wäre das wirtschaftlich, ökologisch und würde das zur CO2-Emissionssenkung führen? Vor allem, weil ich jetzt schon über meinen Anbieter zu 100% Ökostrom beziehe!


  • Melik Hanceroglu sagt:

    Guter Beitrag man sollte schon achten was für Geräte man Heut zu tage kauft.
    http://www.imhaushaltsparen.de


  • Hans Baer sagt:

    Diesem Inhalt ist meinerseits nichts mehr hinzuzufügen.
    Der Neubau und Neuinstallation von Kraftwerken (Kohle – Kernkraft)gehören meiner Meinung nach nicht mehr in unsere neuzeitliche Lebens, politische
    wie auch menschliche,und natürliche Welt.Die Menschheit muss endlich begreifen,
    dass kein wirtschaftlicher Gewinn nur mit Kernkraft,Kohle und Erdöl auf Dauer zu machen ist . LG.H.Baer


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