MEINUNG & POSITION

„Ja“ zum Atomausstieg – auch in Europa

Die große Mehrheit ist ungebrochen: Auch fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima und dem anschließenden Bundestagsbeschluss zum Atomausstieg ist die Zustimmung zum deutschen Ausstieg eindeutig. Mehr noch: eine breite Mehrheit der Deutschen wünscht sich auch einen europaweiten Atomausstieg nach deutschem Vorbild. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag von LichtBlick durchgeführt hat.

Mehrheiten für Atomausstieg in Deutschland und Europa
Mehrheiten für Atomausstieg in Deutschland und Europa, Grafik: LichtBlick

Dauerhafte Unterstützung

70 Prozent der Deutschen finden den Atomausstieg Deutschlands  richtig, nur 20 Prozent halten ihn für verkehrt.  Diese Zahlen haben sich im Vergleich zu Umfrageergebnissen kurz nach dem Beschluss für den Atomausstieg kaum verändert. Eine große Mehrheit der Menschen unterstützt also dauerhaft den Ausstieg und damit die Energiewende.  Gleichzeitig werden die Erneuerbaren immer wirtschaftlicher, sodass die Energiewende auch ökonomisch nicht mehr aufzuhalten ist.

67 Prozent für Atomausstieg in Europa

Am 30. Juni 2011 hatte der Deutsche Bundestag unter dem Eindruck der verheerenden Atomkatastrophe von Fukushima mit einer breiten Mehrheit für den Ausstieg aus der Atomkraft und für die Energiewende gestimmt. Eine solche Entscheidung wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen auch für ganz Europa. 67 Prozent und damit mehr als zwei Drittel der Bevölkerung,  halten einen europäischen Atomausstieg nach deutschem Vorbild für notwendig, 18 Prozent sind dagegen.

Misstrauen in die AKW-Sicherheit

Kein Vertrauen in die Sicherheit der Atomkraftwerke in anderen europäischen Ländern, Foto: PantherMedia
Kein Vertrauen in die Sicherheit der Atomkraftwerke in anderen europäischen Ländern, Foto: PantherMedia

Ein wesentlicher Grund für den Wunsch nach einem europaweiten Ende der Kernkraftnutzung ist die Sorge um die Sicherheit der Atomkraftwerke in den EU-Ländern. 74 Prozent der Befragten denkt, dass die Atomkraftwerke in anderen europäischen Ländern nicht ausreichend sicher sind. Gerade einmal 12 Prozent vertraut in deren Sicherheit. Dabei ist das Misstrauen in Bundesländern, die in direkter Nachbarschaft zu Atomkraftwerken an der deutschen Grenze liegen, besonders groß: In Rheinland-Pfalz halten sogar 81 Prozent und in Nordrhein-Westfalen 79 Prozent der der Befragten Atomkraftwerke in anderen EU-Ländern nicht für sicher. Die zahlreichen Störfälle und ungeklärten Mängel in den Pannenreaktoren Tihange und Doel in Belgien oder im französischen Fessenheim sorgen immer wieder für Schlagzeilen und Besorgnis bei den Deutschen.

Wachsendes Risiko mit alten AKW

Wachsendes Risiko und hochgifter Atommüll - Gründe genug für einen europaweiten Atomausstieg, Foto: PantherMedia
Wachsendes Risiko und hochgifter Atommüll – Gründe genug für einen europaweiten Atomausstieg, Foto: PantherMedia

Das Durchschnittsalter aller europäischen Atomkraftwerke liegt bei über 30 Jahren. Die Reaktoren von Tihange und Doel sind zum Beispiel schon über 40 Jahre alt. Mit zunehmendem  Alter werden die Atomkraftwerke immer störanfälliger. Dieses wachsende Risiko sowie die Tatsache, dass es weder in Europa noch weltweit ein Endlager für den hochgiftigen Atommüll gibt, sollten Gründe genug dafür sein, sich auch in Europa für ein schnelles Ende der Atomkraft auszusprechen!


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