MEINUNG & POSITION

Große Mengen Kohlestrom fließen ins Ausland

Trotz Abschaltung von AKWs kann von Stromknappheit in Deutschland nicht die Rede sein, Foto: PantherMedia
Trotz Abschaltung von AKWs kann von Stromknappheit in Deutschland nicht die Rede sein, Foto: PantherMedia

Trotz der Abschaltung von acht Atomkraftwerken wird in Deutschland zu viel Energie produziert. In den ersten neun Monaten des Jahres 2012 erzeugten die deutschen  Braunkohlekraftwerke laut einem gestern in der Taz erschienenen Artikel (Redakteur Bernward Janzing) allein 117 Milliarden Kilowattstunden Strom. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 6,4 Prozent. Die Stromerzeugung aus Steinkohle stieg im gleichen Zeitraum um 6,3 Prozent auf 85,6 Milliarden Kilowattstunden.

Insgesamt floss seit Januar dieses Jahres bereits die Produktionsmenge von zwei Atomkraftwerken ins Ausland. Der Strom wird insbesondere von den Niederlanden, der Schweiz und Österreich abgenommen.

So hat Deutschland im Jahr 2012 schon mehr Strom exportiert als in manchen Jahren vor  Fukushima. Diese Zahlen widerlegen eindeutig die Aussage der Atomlobby nach der Atomwende im Frühjahr 2011, Deutschland werde nun zum Stromimportland. Das Gegenteil ist der Fall.

In den ersten neun Monaten diesen Jahres erzeugten erneuerbare Energien Anlagen rund 17 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. Doch stehen sie nur schwankend zur Verfügung. Weht der Wind oder scheint die Sonne, fließen große Mengen Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz. Bei Windflauten oder fehlender Sonneneinstrahlung hingegen fehlt er. Damit auch dann Strom ins Netz fließt, müssen Ergänzungskraftwerke eingesetzt werde, die flexibel steuerbar sind. Während Gaskraftwerke oder Mini-Kraftwerke wie das ZuhauseKraftwerk innerhalb von Minuten Strom produzieren und ins Netz schicken können,wenn der Bedarf hoch ist, sind Kohlekraftwerke dafür zu schwergängig. Sie speisen blind Strom ins Netz. Aus diesem Grund müssen derzeit  große Überschüsse ins Ausland exportiert werden.

 

 

  

 

 


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