MEINUNG & POSITION

Greenheart – Frachtschiffverkehr durch Wind und Sonne

Greenheart Schiff im Hafen
Greenheart-Schiff im Hafen, Bild: Greenheart Project

Von Florian Struve, Fundraising-Koordination Hamburg, und Gavin Allwright, kaufmännischer Geschäftsführer bei Greenheart Project

Greenheart Project  ist eine Non-Profit-Initiative, die sich gleich zwei der größten Herausforderungen unserer Zeit stellt: die Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Transportsektor sowie die Unterstützung von Gemeinschaften in armen und strukturschwachen Küstenregionen. Das Herzstück von Greenheart Project ist das Greenheart-Schiff, das als Pilotprojekt derzeit in Bangladesh gebaut und 2014 auf Jungfernfahrt gehen wird.

Emissionsfreier Schifffahrtsverkehr

Der Schifffahrtsverkehr ist noch weit davon entfernt, einen ähnlichen Wandel hin zu regenerativen Energien zu vollziehen, wie wir ihn aktuell in vielen energieverbrauchenden Sektoren zu Lande beobachten können. Dies verwundert besonders deshalb, da die Nutzung von Windenergie eine Jahrtausende alte Tradition in der Meeresschifffahrt hat. Stattdessen verpesten die großen Frachtschiffe Luft und maritime Umwelt durch die Nutzung von minderwertigen stark schwefelhaltigen Rohölen. Entgegen der Skepsis vieler Vertreter aus Wirtschaft und Industrie ist die Vision, dass schon in sehr naher Zukunft eine neue Generation von emissionsfrei betriebenen Frachtschiffen die Weltmeere durchfahren, nicht so weit hergeholt, wie man denken könnte. Die Zukunft gehört solchen Schiffen, die ohne fossile Brennstoffe auskommen, wie das Greenheart-Schiff.

Das Greenheart-Schiff

Greenheart-Schiff Detailzeichnung
Greenheart-Schiff Detailzeichnung

Das Greenheart-Schiff ist ein etwa 32,5 m langes und 220 t schweres Frachtschiff, das bei Volllast drei Container laden kann. Es besteht aus einfach zu beschaffenen und kostengünstigen Materialien, um einen Nachbau überall zu ermöglichen. Dies wird zudem durch den open source-Charakter des Schiffsdesigns gefördert, der die Nutzung und den Zugang zum Baudesign frei zugänglich macht. Die Konstruktion erlaubt es, dass die Container ohne externe Hilfsmittel be- und entladen werden können, selbst an Stränden. Dies ermöglicht solchen Küstenregionen den Zugang zu Handel, die nicht über einen Tiefseehafen verfügen und somit nicht durch konventionelle Frachtschiffe angefahren werden können. Der Antrieb des Schiffs erfolgt komplett emissionsfrei. Zusätzlich zu den Segeln ist die Bootsfläche mit Solaranlagen auf einer Fläche von 125 m² bestückt. Die hierdurch gewonnene Energie wird in Batterien gespeichert und dient der Schiffselektronik sowie dem Antrieb des Greenheart-Schiffs bei Manövern in Häfen oder Flüssen.

Zeit für ein Umdenken

Der Wind steht gut für eine neue Generation von umweltfreundlichen Frachtschiffen. Steigende Kosten von fossilen Brennstoffen sowie striktere internationale Umweltauflagen senken die Rentabilität der alternden mit Schweröl betriebenen Frachtschiffflotten. Zudem begünstigt die Preisentwicklung der Photovoltaik-Technologie den Einsatz von Solarzellen als Energiequelle für die Schifffahrt. Auf Frachtschiffen kommen Solaranlagen jedoch noch kaum zum Einsatz.

Jungfernfahrt 2014

Greenheart wird durch zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Forschung unterstützt. Auch Organisationen wie der WWF oder die IUCN (International Union for the Conversation of Nature) zeigen durch ihre Kooperation die internationale Wertschätzung des Greenheart Projects. In Deutschland ist besonders die Zusammenarbeit mit der Fairtrade-Städte-Bewegung hervorzuheben, sowie mit der in Hamburg ansässigen Schiffsklassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd.

Greenheart Project ist nur noch ein paar Schritte davon entfernt, das erste Schiff fertigzustellen. 2014 soll die Jungfernfahrt, beginnend im Heimathafen von Dhaka in Bangladesh, in Form einer Weltumsegelung stattfinden. Hierbei sind viele Veranstaltungen rund um den Erdball geplant, bei denen für ein Umdenken in der Meeresschifffahrt geworben werden soll – hin zu nachhaltigen, emissionsfreien Schiffen und fairen Handelsstrukturen. Auch Hamburg wird Station auf dieser Reise sein. Mit einer Ankunft des Greenheart-Schiffs ist im Herbst 2014 zu rechnen.

Sponsoren-Suche

Es gibt viele Möglichkeiten das Greenheart Project zu unterstützen. Neben der Kollaboration durch Organisationen und Wirtschaft lebt das Projekt von einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung. Unter anderem können Gutscheine für die Mitfahrt auf Abschnitten der Jungfernfahrt erworben werden. Bitte unterstützen Sie das Projekt und helfen Sie mit, dass die Vision einer emissionsfreien Seeschifffahrt schon bald Wirklichkeit wird.

Für weitere Informationen zum Greenheart Project sowie Möglichkeiten das Projekt zu unterstützen, besuchen Sie uns auf www.greenheartproject.org


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