MEINUNG & POSITION

Gesunde Umwelt für alle Kinder!

Kampagne für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt
Kampagne für das Kinderrecht auf eine gesunde Umwelt

Gastbeitrag von Jonas Schubert, arbeitet bei der Kinderrechtsorganisation  terre des hommes in Osnabrück im Referat Kinderrechte

Wenn Natur zerstört und ausgebeutet wird, sind Nahrung und Wasser und damit Gesundheit und Leben von Kindern oft unmittelbar bedroht. Mit dieser Realität wird terre des hommes seit Jahren bei der Arbeit mit Partnerorganisationen in aller Welt konfrontiert. Deshalb setzt sich terre des hommes mit der Kampagne „Kinder haften für ihre Eltern – Stoppt Naturzerstörung – Gesunde Umwelt für alle Kinder“ für die internationale Stärkung des Rechts der Kinder auf eine gesunde Umwelt ein. Denn Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung dürfen nicht weiter auf Kosten der Natur und der Menschen und der zukünftigen Generationen gehen.

Umweltprobleme und Menschenrechte

Es ist alarmierend, dass die UN- Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, globale Umweltprobleme wie den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt, als zentrale Herausforderungen für die Menschenrechte im 21. Jahrhundert bezeichnet hat. Verschmutzung und Raubbau an der Natur stellen vielerorts mühsam erreichte Entwicklungserfolge in Frage. Kinder sind besonders betroffen, denn sie sind noch in der körperlichen Entwicklung und besonders anfällig für Umweltgifte. Ihre Zukunftsperspektiven schwinden, wenn ihnen Lebensgrundlagen langfristig genommen werden.

Der Raubbau mit der Natur geht weiter

Die vorgefundenen Umweltprobleme sind häufig Teil und Ausdruck grundsätzlicher und sich verschärfender Entwicklungs- und Verteilungskonflikte. So werden in Kolumbien Kleinbauernfamilien gewaltsam von ihrem Land verdrängt, um Platz für den großflächigen und industriellen Anbau von Ölpalmen zu schaffen. Ihre traditionelle Nutzung des Landes und des tropischen Regenwaldes steht mächtigen wirtschaftlichen Interessen im Wege. Vertreibungen haben besonders schwerwiegende Folgen für Kinder, weil die familiäre Stabilität, ihre Lebensgrundlagen und ihre Rechte auf Bildung und Gesundheit bedroht sind. Am Fluss Mekong in Südostasien, der sechs Länder durchläuft und für 60 Millionen Menschen Quelle des Lebensunterhalts ist, stellen riesige Staudämme eine erhebliche Gefahr für die Ökosysteme und die Lebensgrundlage von Fischern, Bauern und ihren Familien dar.

In Sambia boomt der Rohstoffabbau. Doch die damit verbundenen Versprechungen erfüllen sich für viele Menschen vor Ort nur selten. Internationale Bergbauunternehmen entziehen sich der Steuerpflicht, wichtige Gelder für die Finanzierung zum Beispiel von Schulen oder medizinischer Grundversorgung für Kinder bleiben so aus. Gleichzeitig werden ganze Regionen durch den Bergbau dauerhaft vergiftet und verwüstet. Damit sind nicht nur die Lebensgrundlagen der betroffenen Menschen und vor allem der Kinder langfristig bedroht, sondern direkt und unmittelbar ihr Leben und ihre Gesundheit.

Sich für die Rechte einsetzen

terre des hommes und seine Partner helfen weltweit dabei, dass die betroffenen Menschen sich für ihre Rechte organisieren und ihre Anliegen gegenüber verantwortlichen Politikern vorbringen können. Gleichzeitig werden Projekte unterstützt, die den Familien ermöglichen, nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Kinder wirken dabei selbst aktiv mit und lernen, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen. In vielen Fällen sind sie bereits Vorreiter in ihren Familien und Gemeinden beim bewussteren Umgang mit der Natur.

 


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